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Offenbach am Main, 8. November 2019 - Sechs Frauen haben sich dieses Jahr vorgenommen, Radfahren zu lernen, um zukünftig Wege umweltfreundlich mit dem Rad zurücklegen zu können. Dafür haben sie zunächst Radfahr- und Verkehrssicherheitstrainings im Frühjahr absolviert. Anschließend ging es auf die „echte“ Straße – aber nicht alleine, sondern begleitet von ehrenamtlichen Fahrradlotsinnen. Ende September dieses Jahres hat sich das Projektteam von Alexander Jeschke vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz, unterstützt von Nicole Matheis, Radfahrtrainerin, und Carolin Kruse von team red mit den Radfahranfängerinnen und –lotsinnen getroffen, um über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Das Ergebnis war überwältigend. Alle sechs Frauen fahren jetzt täglich mit dem Fahrrad. Vorher sind sie gar nicht gefahren. Entweder, weil sie in Kindheitstagen nicht die Gelegenheit dazu hatten, fahren zu lernen oder weil sie einen Unfall hatten und sich danach nicht mehr trauten. Sie haben es sogar oft ihren Kindern beigebracht ohne selbst fahren zu können und dabei selbst lange den Wunsch gehegt, zusammen mit den Kindern oder der ganzen Familie  Rad zu fahren – doch  sie haben im stressigen Alltag nicht die Zeit dafür gefunden. Die Zeit, die sie damals nicht hatten, haben sie nun allemal. Alle Frauen haben berichtet, Zeit durch das Fahrradfahren sparen zu können, da sie vorher Zeit durch Busumsteigen, das Warten auf die S-Bahn oder auch durch die Parkplatzsuche verloren haben. In der Phase mit den Lotsinnen konnten sie ihre Angst, insbesondere an großen Straßen, mit der Lotsin als Unterstützung an der Seite überwinden und haben gelernt, wie sich z.B. beim Linksabbiegen eingeordnet (und nicht untergeordnet) wird und man sich Platz auf der Straße verschafft, um sicher anzukommen. Sie genießen auch die Bewegung und die frische Luft beim Radfahren und lernen neue Straßen sowie Plätze in Offenbach kennen. Es ist aber nicht nur bei Strecken in Offenbach geblieben. Wege bis nach Frankfurt wurden unternommen und auch längere Ausfahrten. „Ich war ganz verwundert als meine Lotsin meinte, dass wir schon 2 Stunden unterwegs sind“, gab eine Radfahranfängerin preis und strahlte über das ganze Gesicht. In dem Gespräch wurde klar, die Frauen werden weiterfahren, mit und ohne Begleitung, weil es einfacher ist, Spaß macht, durch die Bewegung gesund ist und sie damit mehr Möglichkeiten bekommen. Auch freuen sie sich auf gemeinsame Ausfahrten mit der Familie - auch wenn der Mann dann doch noch den Kindersitz nehmen soll. Aber wer weiß, vielleicht machen sie es bald auch selbst, genauso wie sie vor ein paar Monaten noch gar nicht Radfahren konnten.

Im Frühjahr 2020 steht die zweite Phase des Projektes an. Leserinnen und Leser, die auch gerne Radfahren lernen möchten, sich noch nicht sicher fühlen oder gerne Radfahranfängerinnen unterstützen möchten, kontaktieren Alexander Jeschke (alexander.jeschkeoffenbachde  / 069/8065-3613).

Das Projekt wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.