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Offenbach am Main, 31. Oktober 2019 – Nach der wochenlangen abschnittsweisen Sperrung der Mainstraße hat sich Bau- und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß für die Geduld der Verkehrsteilnehmer bedankt: „Insbesondere die Autofahrer haben während der Fahrbahnsanierung sehr starke Nerven aufbringen müssen, da sie sehr viel mehr Zeit für ihre Strecken aufbringen mussten als sonst.“ Weiß bedauerte die Einschränkungen, die vor allem Pendlerinnen und Pendler im Berufsverkehr in Kauf nehmen mussten. Insbesondere auf den Ausweichstrecken in der Innenstadt war es zeitweise zu erheblichen Staus gekommen. Aber auch die Mühlheimer Straße war stark belastet. „Diese Behinderungen sind für niemanden schön und für den Ärger, den viele Menschen empfunden haben, bringe ich größtes Verständnis auf.“ Weiß machte darauf aufmerksam, dass sich die Verkehrssituation in der Innenstadt nach der Wiedereröffnung der Mainstraße auch für den Busverkehr trotz der andernorts weiterhin bestehenden Baustellen wieder deutlich entspannt hat.

Viel Geduld aufbringen mussten und müssen Autofahrer auch weiterhin an anderen Stellen in der Stadt. Viele Straßen wurden und werden noch saniert. Weiß bat hierfür um Verständnis: „Verkehrsbehinderungen sind bei solchen Baustellen unvermeidlich. Aber letztlich ist es doch erfreulich, dass die Stadt in ihre Straßen investiert. Der Sanierungsstau der Offenbacher Straßen ist bekanntlich enorm und viele Menschen beklagen sich zu recht über die vielen Schlaglöcher im Asphalt, die wir Schritt für Schritt abarbeiten.“

Die Stadt stellt hierfür dem Stadtdienstleister ESO seit 2017 ein jährliches Zusatzbudget von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Der ESO hat in diesem Jahr mit diesen zusätzlichen Mitteln und mit den regulären Instandhaltungsmitteln so viele Maßnahmen wie seit langer Zeit nicht mehr umgesetzt. Und diese Sanierungen können nicht alle auf die verkehrsarmen Ferienzeiten beschränkt werden“, so Weiß. Der Grund hierfür liegt insbesondere an den vollen Auftragsbüchern der Baufirmen. Weiterhin wird seitens der Straßenverkehrsbehörde darauf geachtet, dass während einer Straßensanierung nicht zeitgleich an einer wichtigen Ausweich- beziehungsweise Umleitungsstrecke gearbeitet wird.

„Diese Koordination ist eine unserer zentralen Aufgaben“, berichtet der Leiter der Straßenverkehrsbehörde Jan Schmidbauer. „Allerdings stoßen wir aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen, von öffentlichen Versorgern und privaten Bauvorhaben selbst an die Grenzen unserer Möglichkeiten, diese noch wirksam zu entzerren.“ In aller Regel sind die von den privaten Bauherren beantragen Sperrungen des öffentlichen Raums (Gehwege, Straßen) aufgrund beengter räumlicher Verhältnisse auf den Baugrundstücken notwendig und deshalb genehmigungspflichtig. Verschärft wurde die Situation durch neue Arbeitsschutzrichtlinien, die im Winter 2018 in Kraft getreten sind. Seither müssen die Sicherheitsabstände zum fließenden Verkehr zum Schutz der Arbeiter deutlich erhöht werden. „Dies führt dazu, dass der verbleibende Raum für die Verkehrsteilnehmer noch weiter eingeschränkt werden muss.“ Für die Nutzung des öffentlichen Raums werden die Bauherren selbstverständlich zur Kasse gebeten – entweder im Rahmen der Sondernutzung über das Ordnungsamt oder auf Grundlage der verkehrsrechtlichen Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde.

Dass Offenbach gefühlt eine einzige Baustelle geworden ist, lässt sich auch statistisch nachweisen. Wie Schmidbauer ausführt, verzeichnete seine Behörde in diesem Jahr bis jetzt bereits 900 genehmigte Baustellen im gesamten Stadtgebiet. „So viele hatten wir im gesamten Jahr 2018. Im Vergleich: 2017 waren es noch 650 Baustellen.“ Diese Zahlen belegen, so Baudezernent Weiß, dass sich die Stadt seit einiger Zeit in einem enormen Aufbruch befindet: „In Offenbach sind in den vergangenen fünf Jahren rund 4000 neue Wohnungen entstanden. Das ist gut und wichtig, da der Druck auf dem Wohnungsmarkt ausgesprochen hoch ist.“ Neben dem Bauboom auf den kleineren und größeren Wohnbauentwicklungsflächen der Stadt hat die gute Konjunktur der vergangenen Jahre sicher ihren Teil dazu beigetragen, dass heute viele Menschen in ihre Immobilien investieren, so Weiß weiter: „Für Offenbach ist das sicher eine sehr positive Entwicklung, auch wenn dies für längere Zeiträume auch zu erheblichen Behinderungen führt.“

Zu spürbaren Behinderungen wird es in der nächsten Zeit weiterhin am Spessartring kommen. Der Neubau des Polizeipräsidiums Südosthessen wird aktuell an die Wasserversorgung angeschlossen. Danach müssen weitere Versorgungsleitungen quer unter den Fahrbahnen des Spessartrings verlegt werden. Eine von der Stadt gewünschte Bündelung der einzelnen Arbeiten zu einer gemeinsamen Baumaßnahme war aus diversen baulichen und technischen Gründen seitens der Baufirmen abgelehnt worden.

Überblick der vom Stadtservice geleisteten Arbeiten 2019:

Die Abteilung Straßenunterhaltung des Geschäftsfeldes Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe hat in diesem Jahr von Mitte März bis November rund 54.000 Quadratmeter Straßenbelag auf 15 Bauabschnitten erneuert. Dafür hat die nach Ausschreibung beauftragte Straßenbaufirma durchgängig eine Baukolonne in Offenbach im Einsatz, die nacheinander die verschiedenen Baustellen abarbeitet. Dies ist das wirtschaftlichste Vorgehen. Die zu sanierenden Fahrbahnabschnitte werden bestimmt nach Zustand und Nutzung der Verkehrsteilnehmer, dabei liegt besonderes Augenmerk auf den Pendlern, Radfahrern und dem ÖPNV.

Einzelne Maßnahmen im Überblick:

Sprendlinger Landstraße: Im März wurde der Lückenschluss stadteinwärts zwischen dem bereits sanierten Teil vom Hit-Supermarkt bis zur Kreuzung mit dem Odenwaldring asphaltiert.

Marienstraße: Von März bis April wurde von der ehemaligen Post bis zur Waldstraße der Asphalt erneuert.

August-Bebel-Ring: Im April wurde die rechte Fahrspur zwischen der Frankfurter Straße und dem Max-Willner-Platz saniert.

Berliner Straße und Mathildenstraße: Neuer Asphalt zwischen Großer Biergrund und Arthur-Zitscher-Straße im April in der Woche nach Ostern.

Lichtenplattenweg: Neue Fahrbahndecke zwischen der Rhönstraße – hier Erneuerung der rechten Fahrspur ab Hausnummer 52-54 in Richtung Ost – und dem Landgrafenring von  April bis Mai.

Bürgeler Straße: Fahrbahnerneuerung zwischen der Ernst-Reuter-Schule und dem Kurhessenplatz im Mai.

Rumpenheimer Straße: Zwischen Stiftstraße und Kreisel Mainzer Ring wurde der Asphalt im Juni erneuert. 

Kaiserstraße: Von Juni bis Juli wurde zwischen der Mainstraße und der Berliner Straße neu asphaltiert.

Bismarckstraße: Im Juli wurde der letzte, im Zusammenhang mit der Einrichtung eines Radfahrschutzstreifens vom Hauptbahnhof zum Dreieichpark, noch nicht erneuerte Abschnitt zwischen der Sprendlinger Landstraße und dem Isenburgring neu asphaltiert.

Seligenstädter Straße: Zwischen der Unterführung und dem Edeka-Markt wurde der Asphalt von August bis September im Bereich des Radfahrschutzstreifens erneuert. Die Markierung wird von Amt 60 derzeit noch geplant. 

Kettelerstraße: Zwischen Mainzer Ring und der Mühlheimer Straße wurde der Asphalt nach Ende der Kanalarbeiten im September erneuert.

Mainstraße: Von September bis Oktober wurde der Asphalt zwischen Schöffenstraße und Kaiserstraße in vier Bauabschnitten erneuert. Die Aussparung von 250 Metern auf der Gesamtstrecke erfolgte nach Feststellung des dort noch guten Zustands der Fahrbahn und zu dem Zweck, das hier eingesparte Geld für marodere Straßenabschnitte an anderen Orten des Stadtgebiets einzusetzen. Die Mainstraße war mit 10.000 Quadratmetern Fläche die größte Asphaltbaustelle in 2019, gefolgt von der Kaiserstraße mit 6.800 Quadratmetern.

Backstraße: Erneuerung der Fahrbahndecke im Oktober.