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Offenbach am Main, 1. November 2019 – Mit fünf Garantien an die Unternehmen und zwanzig konkreten Maßnahmen will Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke die Wirtschaft in Offenbach stärken. Hierzu hat Schwenke am Donnerstag, 31. Oktober, sein Wirtschaftsstandortkonzept vorgestellt, dass bereits ansässige Firmen unterstützen und neue Unternehmen für Offenbach gewinnen soll. Nach der Zustimmung des Magistrats der Stadt zu Schwenkes Konzept, soll nun die gesamte Stadtverwaltung auf eine konsequente Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung Offenbachs ausgerichtet werden. Für Schwenke ist diese Neuausrichtung der Verwaltung ein wichtiger Fortschritt in seinen Anstrengungen, den Standort Offenbach für Unternehmen attraktiver zu machen.

„Mein Ziel als Oberbürgermeister ist es, neue Unternehmen nach Offenbach zu holen beziehungsweise Unternehmen am Standort zu halten. So können Arbeitsplätze neu geschaffen oder erhalten werden. Davon profitieren am Ende alle in Offenbach, denn mit neuen Betrieben schaffen wir Perspektiven für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und können auf lange Sicht mit höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer rechnen. Diese Einnahmen benötigen wir, damit die Stadt eines Tages wieder mehr Leistungen für ihre Bürgerinnen und Bürger erbringen kann“, sagte Schwenke anlässlich einer Pressekonferenz im Rathaus.

Aus vielen Gesprächen mit Unternehmern, Projektentwicklern, Investoren, der IHK und der Handwerkskammer weiß Schwenke, dass neben den gegebenen Standortfaktoren vor allem eine umfassende Unterstützung der Wirtschaft sowie schnelle Prozesse die Rahmenbedingungen sind, welche die Qualität eines Standorts wesentlich beeinflussen. Um diese Rahmenbedingungen zu schaffen und damit den Wirtschaftsstandort Offenbach entscheidend zu stärken, hat Oberbürgermeister Schwenke direkt nach seiner Amtsübernahme im Januar 2018 die Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt. Als eine seiner ersten Maßnahmen sorgte er für eine Intensivierung des Standortmarketings und forcierte die aktive Akquise von Projektentwicklern und Unternehmern, beispielsweise auf großen Immobilienmessen, um Offenbach als attraktiven Standort mit großen Flächenpotenzialen sichtbar zu machen.

Mit insgesamt noch rund 60 Hektar hochwertigen Gewerbeflächen, etwa im Kaiserlei, am ehemaligen Güterbahnhof und auf dem Clariant-Areal, bietet Offenbach Unternehmen noch Raum für Ideen. Ein Großteil dieser Gewerbeflächen ist sofort verfügbar. „Dank einer klaren Profilierung von Wohnbau- und Gewerbeflächen im Zuge des Masterplans 2030 verfügen wir über eine hervorragende Ausgangslage, um die Flächen für Gewerbe zielgerichtet zu vermarkten.“

Beispielsweise am Kaiserlei sei der richtige Ort und die richtige Zeit, in Büroflächen zu investieren, betont Schwenke: „Wir schaffen dort neue Flächen, verbessern die Infrastruktur und mehrere Projekte sind bereits in der Verwirklichung und werden die Nachbarschaft weiter verbessern“, sagt Schwenke. „Wir sind darüber hinaus mit weiteren Projektentwicklern im konkreten Gespräch. Diese Entwicklung wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Heute ist klar: Der Dienstleistungsstandort Kaiserlei wird in absehbarer Zeit ein völlig neues Gesicht erhalten und auf lange Sicht auch dazu beitragen, die finanzielle Situation der Stadt zu verbessern“, so Schwenke.

Fünf Garantien an die Wirtschaft

Mit seinem Wirtschaftsstandortkonzept vollzieht Schwenke nun den nächsten Schritt in seiner Strategie für Offenbach: „Für die Attraktivität und die wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Offenbach ist es von fundamentaler Bedeutung, dass die Stadt Projektentwicklern und Unternehmen als verlässlicher Partner zur Seite zu steht. Dies funktioniert jedoch nur dann, wenn sich auch die Verwaltung dazu verpflichtet. Das Ziel muss sein, dass Offenbach ein servicefreundlicher, guter Standort für Unternehmen ist.“ Die zentrale Aussage des Konzepts ist deshalb ein „fundamentales Qualitätsversprechen“ an die Wirtschaft, erläutert Schwenke.

Nachdem er schon in seiner verwaltungsinternen Rede zum Amtsantritt sämtliche Organisationseinheiten der Stadt darauf eingeschworen hat, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Unternehmen bei ihren Entwicklungsperspektiven in Offenbach zu unterstützen, steht die Verwaltung nach dem Magistratsbeschluss nun in der Verpflichtung, für fünf Garantien gegenüber der Wirtschaft einzustehen:

  1. Lösungsorientierte Servicehaltung der Verwaltung: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gesamten Verwaltung helfen Unternehmen proaktiv bei spezifischen, individuellen Problemlösungen. Sie machen sich die Sache ihres Gegenübers zu eigen.
  2. Schnelligkeit bei der Arbeit der Verwaltung: Beispielsweise werden Baugenehmigungen spätestens innerhalb von 3 Monaten erteilt.
  3. Zuverlässigkeit bei politischen Entscheidungen und Vereinbarungen mit der Verwaltung.
  4. Ganzheitliches Denken bei der Erarbeitung von Problemlösungen ohne Verweis auf die Zuständigkeit anderer Kolleginnen, Kollegen und Dezernate.
  5. Erreichbarkeit der Verwaltung: Jedes eingehende Telefonat wird während der Geschäftszeiten entgegengenommen. Auf E-Mail-Anfragen wird innerhalb von 24 Stunden reagiert.

Oberbürgermeister Schwenke: „Diese fünf Garantien sind ein wichtiges Signal an alle Unternehmen, dass sie in Offenbach sicher und langfristig investieren können, dass Verwaltung und Politik sie bei ihren Vorhaben unterstützen und dass wir bereit sind, gemeinsam und schnell Lösungen zu erarbeiten, wo heute noch Hindernisse bestehen.“ Natürlich weiß Schwenke, dass es nicht in allen Fällen eine Ideallösung für schwierige Vorhaben geben wird: „Mit diesen Versprechen garantieren wir aber, dass die Verwaltung alle ihre Möglichkeiten ausschöpfen wird, damit Unternehmen und Projektentwickler ihre Investitionen verwirklichen können.“ Die Einhaltung dieser Garantien werde der Magistrat sehr ernst nehmen. Deshalb kündigt er in aller Deutlichkeit an: „Wir werden uns regelmäßig dem Urteil der Unternehmerinnen und Unternehmer stellen, um unser Handeln kritisch überprüfen zu lassen. Ob wir die Garantien einhalten, entscheiden nicht die Reden des Oberbürgermeisters, sondern die Urteile der Unternehmerinnen und Unternehmer.“

Die Industrie- und Handelskammer Offenbach begrüßt das Konzept von Oberbürgermeister Schwenke. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner: „Die Schnelligkeit und Verlässlichkeit der Verwaltung war und ist für die Wirtschaft ein sehr wichtiger Faktor im Standortwettbewerb. Die fünf Garantien des Konzeptes bringen sehr treffend die wichtigen Aspekte wie Schnelligkeit und vor allem die innere Haltung der Mitarbeiter auf den Punkt und tragen diese in die gesamte Verwaltung.“

Unternehmen hätten aber viele Kontaktpunkte mit der Verwaltung. „Nicht nur in der Wirtschaftsförderung, sondern auch beim Ordnungsamt, beim Umweltamt, im Bürgerbüro und an vielen anderen Stellen“, so Weinbrenner. Aus all diesen Kontakt-Erfahrungen entstehe das Bild, das die Unternehmer von einer Verwaltung haben und an Dritte weitergeben.

„Eine erfolgreiche Umsetzung des Wirtschaftsstandortkonzeptes – und somit der fünf Garantien und der 20 Maßnahmen – kann den Wirtschaftsstandort Offenbach von anderen abheben und helfen, dass sich bestehende und neue Unternehmen in Offenbach optimal entwickeln können“, erklärte Weinbrenner. Sie seien aber auch ein Leistungsversprechen der Stadt und Politik gegenüber Unternehmen, das eingehalten werden müsse. Es komme jetzt auf die tatsächliche Umsetzung im Verwaltungshandeln an.

Zwanzig Maßnahmen zur Umsetzung der Garantien

Zur Umsetzung der fünf Garantien auch im Sinne der Einschätzungen der IHK Offenbach sieht das Wirtschaftsstandortkonzept Schwenkes zwanzig konkrete Maßnahmen vor, die zum Teil schon gestartet wurden oder jetzt verstärkt und zielgerichtet weiterentwickelt werden. So hat der Oberbürgermeister zum 1. Januar 2019 eine 14-tägige Baugenehmigungsrunde zwischen dem Baudezernenten, dem Kämmerer und ihm eingerichtet: „In dieser Runde sitzen alle beteiligten Ämter und berichten über den Fortschritt wirtschaftlich bedeutsamer Bauprojekte. Dies ist ein scheinbar einfacher, aber sehr entscheidender Schritt, um Baugenehmigungsverfahren zu beschleunigen.“

Ergänzt wird dieser Austausch der Beteiligten durch eine monatliche Wirtschaftsentwicklungsrunde mit allen Bauämtern, einschließlich Umweltamt, und den mit Bau befassten städtischen Gesellschaften. „Projekte werden hier schon weit vor dem Baugenehmigungsverfahren gemeinsam vorbesprochen und die Prioritäten aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung festgelegt“, so Schwenke weiter.

Diese detaillierten Besprechungen erfolgen auch mit den Projektentwicklern selbst: Alle beteiligten Ämter stehen den Partnern aus der Wirtschaft für gemeinsame Vorabstimmungstermine zur Verfügung. „Hier können wir Unterlagen und Entwürfe sichten und in einem sehr frühen Stadium schon gezielt Lösungen für Probleme im Gespräch suchen.“ Als weiteren wichtigen Baustein zur Beschleunigung von Baugenehmigungen für private Projekte hat die Stadt ihre Bauämter 2018 und 2019 deutlich personell verstärkt. „Noch haben wir einige dieser neuen Stellen nicht besetzen können, aber perspektivisch tragen wir damit dem Wachstum der Stadt und den stark gestiegenen Bauvorhaben Rechnung“, sagt Baudezernent Paul-Gerhard Weiß, der in seiner Zuständigkeit als Baudezernent eng in die Entwicklung des Konzeptes eingebunden war.

Digitalisierung von Stadt und Verwaltung

Zu den weiteren Maßnahmen zählt die Digitalisierung von Verwaltung und Stadt. Für den Glasfaserausbau der Gewerbegebiete sucht die Stadt einen strategischen Partner. Auch die 5G-Versorgung hat hohe Priorität: „Mit Vodafone haben wir bereits den ersten Anbieter, der ein flächendeckendes Netz in Offenbach aufbauen wird. Damit wird Offenbach bei der 5G-Versorgung in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen“, freut sich Schwenke. Sein Ziel ist es darüber hinaus, bis 2022 alle wichtigen Behördenvorgänge auch online anzubieten. Hierfür richtet der Oberbürgermeister eine Stabsstelle Digitalisierung in seinem Dezernat an. „Die Digitalisierung ist eine enorme Herausforderung für die Verwaltung, aber ein sehr wichtiger Schritt, um Abläufe effizienter zu gestalten und Kunden einen schnelleren und bequemeren Zugang zu den Dienstleistungen der Ämter bereitzustellen.“ Darüber hinaus soll die Stabsstelle Digitalisierung Smartcity-Projekte in Offenbach vorantreiben.

Weitere wichtige Maßnahmen im Paket sind die Einrichtung eines Wirtschaftsförderungsbeirats, der Ausbau des Standortmarketings und des Citymarketings innerhalb der Wirtschaftsförderung, die Förderung des Einkaufsstandorts durch das Zukunftskonzept Innenstadt sowie eine Diversifizierung des Wirtschaftsstandortes: So sollen die bestehenden Gewerbeflächen zielgerichtet für unterschiedliche Branchen entwickelt und positioniert werden. Weiterhin ist der Aufbau eines Designparks mit der IHK Offenbach, dem Hessen Trade und Invest (HTAI) und der Hochschule für Gestaltung (HfG) geplant. „Dort wollen wir Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von bereits bestehenden Unternehmen für die Bereiche Design und künstliche Intelligenz ansiedeln.“