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Offenbach am Main, 30. Oktober 2019 – Mehrmals im Jahr wandern kleine Zirkusse von Stadt zu Stadt. Vor der ersten Vorstellung sind die Unternehmen gewohnt, sich mit den zuständigen Ämtern vor Ort in Kontakt zu setzen. Zum Beispiel, um eine Plakatierung vom Ordnungsamt genehmigt zu bekommen. In Offenbach gibt es keine städtischen Flächen, die für die Nutzung von Zirkusvorstellung zur Verfügung stehen und genehmigungsfähig wären. Auch für private Grundstücke können Einschränkungen durch Bebauungspläne oder den Regionalen Flächennutzungsplan bestehen. So verpachtet zum Beispiel die Firma Clariant regelmäßig eine kleine Asphaltfläche in Bürgel – es handelt sich um eine in früheren Zeiten temporär als Parkplatz genehmigte Fläche in einem als ökologisch bedeutsam gekennzeichneten Gebiet des Regionalen Flächennutzungsplanes. Diese Flächen stehen in Verbindung mit der Renaturierung des Kuhmühlgrabens und werden langfristig zurückgebaut.

„Wir wollen niemandem den Spaß am Zirkus nehmen. Jedes Unternehmen sollte sich aber im Vorfeld sehr genau informieren, ob die gemieteten Flächen zur vorgesehenen Nutzung geeignet und für das eigene Zelt groß genug sind“, erläutert Heike Hollerbach vom Umweltamt. Zuletzt sorgte in Bürgel die Dino-Show mit einer nicht genehmigten Nutzung der nicht befestigten Flächen für erhebliche Verwüstungen durch Lastwagen und Plattformen – trotz entsprechender Hinweise im Nutzungsvertrag. Aktuell startet hier ein Zirkus, der ebenfalls auf die Beschränkung auf die Asphalt-Fläche hingewiesen wurde. Beim Vergleich wurde erkennbar, dass frühere Zirkusunternehmen mit deutlich kleineren Zelten angereist waren und damit weniger Probleme mit dem Platz hatten. „Und es gibt zahlreiche Zirkusbetriebe, die einfach Gelände nicht genehmigt nutzten und Beschädigungen auf den Naturschutzflächen verursachten“, so Hollerbach. Auffällig bei dem aktuellen Zirkus ist, dass hier ein viel größeres Zelt benutzt wird, was schon zu Problemen, auf der befestigten Fläche führt. In diesem Einzelfall ist eine kurzfristige Lösung für den Einzelfall gefunden worden. „Das kann allerdings nicht als Regel abgeleitet werden. Wer sich im Vorfeld nicht gründlich informiert, kann nicht davon ausgehen, dass es schon irgendwie klappen wird. Der Naturschutz geht hier eindeutig vor“, betont das Hollerbach. „Wir empfehlen daher allen Zirkus-Unternehmen sowie Verpächtern von Flächen sich rechtzeitig vor einem geplanten Auftritt in Offenbach unter umweltamtoffenbachde und ordnungsamtoffenbachde über Möglichkeiten und Vorgaben zu informieren um möglichst Ärger und unnütze Schwierigkeiten zu vermeiden“, so Hollerbach.

Bildinformation:

Luftaufnahme aus Bürgel: Genehmigungsfähige Fläche für Veranstaltungen ist grün umrandet.
Foto: Stadt Offenbach

Luftaufnahme aus Bürgel
Luftaufnahme aus Bürgel © Stadt Offenbach