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Blick nach Bürgel
© Stadt Offenbach
Die Offenbacher Mainbrücke wird von der Statue eines Fischers bewacht. Im Stadtteil Rumpenheim führt eine „Fischergasse" vom Ortskern an den Fluss. Beides sind Hinweise darauf, dass der Main für die Geschichte der Stadt Bedeutung hat.

In der Tat steht eine Fischersiedlung am Beginn ihrer Entwicklung. Der erste Massivbau der Stadt war eine vom Main umspülte Wasserburg.

Sie entstand im 13. Jahrhundert dort, wo heute das Isenburger Schloss mit seiner Renaissancefassade prunkt. Ohne den Fluss hätte es auch nicht den ersten Konflikt mit dem Nachbarn Frankfurt gegeben. Um 1400 suchte die Nachbarstadt mehrfach die Hilfe des Kaisers, weil in Offenbach die Schifffahrt mit Zollerhebungen belästigt wurde.

Eine bedeutende Wasserstraße war der Main seit eh und je. Bereits Karl der Große versuchte ums Jahr 800 ihre Verl ängerung bis in die Donau. Als Albrecht Dürer um 1500 von Nürnberg in die Niederlande reiste, wählte er den Wasserweg an Offenbach vorbei. Das 18. Jahrhundert kannte den regelmäßigen Verkehr der „Marktschiffe", die in Frankfurt und Mainz Anschluss an die Rheinschifffahrt hatten. Wo Goethe in seinen Lebenserinnerungen Offenbach beschreibt, rühmt er den regen Schiffsverkehr auf dem Main.

Am Fluss lag der Ursprung der Stadt. Nur weil er als Landesgrenze nicht zu überspringen war, entwickelte sie sich zunehmend von ihm hinweg. Vollends von ihm abgewandt hat sie sich, als am Ende des 19. Jahrhunderts zur Abwehr häufig verheerender Überflutungen ein Damm gebaut wurde.

Dabei konnte auch ein Industriehafen entstehen, der lange florierte, später aber zunehmend an Bedeutung verlor. An seiner Stelle sieht die Stadtplanung nun eine attraktive Wohnbebauung vor. Die Stadt kehrt wieder an ihren Fluss zurück.

Nie verlassen hatten ihn die Wassersportler. Zwar gibt es nicht mehr die Fluss-Schwimmbäder, die lange zum Uferbild gehörten. Doch nach wie vor wird sportlich gerudert und gesegelt in Vereinen mit alter Tradition. In einer Stadt am Main verbinden sich Sport und Freizeit mit dem Wasser. Und das kann auch trockenen Fußes erlebt werden. Das Ufer begleiten viel genutzte Rad- und Promenierwege.

In Offenbach gibt es keine Straße, die nicht auf dem Boden eines alten Mainbetts verliefe. Als der Main in einer mehr als 200.000 Jahre fernen Zeit der Erdgeschichte den Durchbruch durch den Spessart geschafft hatte, konnte er sich zwischen Taunus und Odenwald in das glattgehobelte Becken eines alten Meeresarms ergießen. In ihm wird es keinen Flecken geben, der nicht irgendwann einer von wechselnden Flussläufen gewesen ist.

Die Stadt und ihr Fluss stehen miteinander in einem engen Zusammenhang.