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Unterschrift des Partnerschaftseids: Bürgermeister Hans Stefan Hintner (Mödling/Österrreich), Oberbürgermeister Horst Schneider, Stellvertretender Bürgermeister Daniel Codello (Esch-sur-Alzette/Luxemburg),Stellvertretender Bürgermeister Henri Hinterscheid (Esch-sur-Alzette/Luxemburg),Stellvertretender Bürgermeister Martin Kox (Esch-sur-Alzette/Luxemburg),Bürgermeisterin Vera Spautz (Esch-sur-Alzette/Luxemburg),Stadträtin für Jumelage und Internationale Beziehungen Raymonde Madrid,Stadträtin für Jumelage Sabina Ponzo, Stellvertretender Bürgermeister Jean Tonnar (Esch-sur-Alzette/Luxemburg) © Stadt Esch-sur-Alzette
Offenbach ist Teil des seit 60 Jahren bestehenden Europäischen Städtepartnerschaftsrings. „Was kann Europa jungen Menschen bringen und was können diese zu europäischen Ideen beitragen?“ Das war Thema der aktuellen Arbeitssitzung in der Stadt Esch-sur-Alzette (Luxemburg), der Partnerstadt Offenbachs.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Europäischen Städtepartnerschaftsrings lud Esch-sur-Alzette vom 9. Februar 2017 bis 12. Februar 2017 Vertreterinnen und Vertreter ihrer verschwisterten Städte ein. Neben Oberbürgermeister Horst Schneider mit Gattin und der zuständigen Referatsleiterin, Bettina Jöst, gehörten zwei Jugendliche, Sabrina Löberich und Florian Fritsch, der offiziellen Delegation aus Offenbach am Main an.

Schwerpunkt der Arbeitstagung war, den Fokus auf den Austausch zwischen jungen Leuten zu legen und ihnen unterschiedliche Plattformen zu liefern. In getrennten Sitzungen erarbeiteten die Jugendlichen sowie die offiziellen Vertreter ihre Vorschläge für ein gemeinsames Konzept.

Das Ergebnis: Die Städte Esch-sur-Alzette, Offenbach, Puteaux, Mödling und Velletri haben einen Jugendkonvent des Partnerschaftsrings ins Leben gerufen. Die erste Sitzung des Jugendkonvents wird in der Partnerstadt Putaux stattfinden. Die Städte Mödling/Österreich und Offenbach organisieren die folgenden Treffen in ihren jeweiligen Städten.

„Europa scheint in Auflösung begriffen, welchen Wert die Idee eines geeinten Kontinents hat, sieht, wer den Blick schweifen lässt. Krieg und Zerstörung in Syrien, Somalia, Sudan, Libyen, die Ukraine kommt nicht zur Ruhe, die Liste ließe sich um kleinere regionale Konflikte verlängern“, erklärt Jöst. Deshalb sei die Kooperation in Städtepartnerschaften so wichtig.

Im September 2016 wurde unter dem Titel »Neuanfang für Europa – mit der Jugend, für die Jugend« ein offener Brief an Angela Merkel, François Hollande und Matteo Renzi publiziert. Darin forderten die unterzeichnenden Politiker und Künstler die Regierenden auf, die junge Generation in den Mittelpunkt eines Neustarts für Europa zu stellen. Der Frieden in Europa ist noch jung, noch bis in die 1990er Jahre wurde nur wenige Kilometer von hier der Jugoslawienkrieg ausgefochten. Dessen Wunden sind noch nicht verheilt, zahlreiche Familien haben Verwandte und Freunde verloren, sind heimatlos, nur geduldet, leben mit einem unsicheren Status.

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Die Jugenddelegation in Esch-sur-Alzette © Stadt Esch-sur-Alzette

„Das ist die eine Sache, die Europa Menschen, jungen wie alten bringt: Frieden“, erinnert Jöst. Frieden ist Grundvoraussetzung vieler Dinge, die heute als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden: Reisen ohne Grenzkontrollen oder Visaanträge, der unkomplizierte Austausch von Gütern und Waren, niedrige Hürden, wenn es um ein Auslandssemester oder gar die Verlegung des Wohnortes innerhalb der EU geht. Gerne vergessen wird auch Rechtssicherheit. Vor den Gerichten sind alle gleich und können sich auf ein einheitliches europäisches Recht berufen.

Für junge Menschen ist Europa Chance und Auftrag zugleich. Sie müssen die Chancen zum Austausch nutzen, über den Tellerrand schauen, Toleranz lernen und die gemeinsamen Werte verteidigen. „Europa ist eine Wertegemeinschaft, aber sie erfordert auch Arbeit. Jeden Tag wieder von neuem aufzustehen und diese Werte zu leben und zu verteidigen“, erklärt Jöst.

Dazu tragen auch die Arbeitstreffen des Partnerschaftsrings bei. Neben dem offiziellen Empfang mit Ausstellungseröffnung, Arbeitssitzung und Erneuerung des Partnerschaftseids standen Besichtigungen einer Ganztagsschule, des Musikkonservatoriums, Universität Luxemburg und Esch-Belval auf der Tagesordnung des Jumelage-Programms.

Offenbach am Main, 28.02.2017