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Unter den mit Offenbach verbundenen ausländischen Städten nimmt das israelische Nahariya eine Sonderstellung ein. Beide praktizieren eine enge freundschaftliche Beziehung, jedoch ohne die Form einer feierlich begründeten Partnerschaft.

Um die Verbindung bemüht hat sich der 1987 verstorbene Kaufmann Ernst Oppenheimer aus Offenbach. Er ist 1937 unter dem Verfolgungsdruck nach Nahariya ausgewandert. In den 60er Jahren erwirkte er die ersten Kontakte zwischen, wie er es nannte, „meinen beiden Städten“.

Nahariya liegt im Norden Israels, an der Küste von Galiläa, nur zehn Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. Es hat rund 51.500 Einwohner und lebt vorwiegend vom Tourismus. Das türkisblaue Meer, schneeweiße Strände und grüne Parks sind seine werbenden Elemente.

Kleinere Betriebe sind bekannt für kunstvolle Glasprodukte, aufwändige Stickereien und Schmuck. Gegründet wurde die Stadt 1934 von Emigranten aus Deutschland, zunächst als landwirtschaftliche Siedlung. Die aus intellektuellen Berufen vertriebenen Siedler kamen mit Landwirtschaft jedoch nicht gut zurecht. Im Unabhängigkeitskrieg von 1948 wurden sie zunächst einmal zu Kämpfern auf einem Außenposten mit geringen Überlebenschancen. Ihre Stadt lag weit ab vom Operationsraum der jüdischen Streitkräfte. Von außen konnte ihr nicht geholfen werden. Der 1947 vorgelegte Teilungsplan der UNO sah vor, das damals 1200 Bewohner zählende Nahariya dem arabischen Teil des Mandats Palästina zuzuschlagen. In Nahariya kam dazu der Spruch auf: „Jüdisch oder arabisch, Nahariya bleibt deutsch!“

Inzwischen ist das deutsche Element der Frühzeit stark verdrängt worden durch Zuwanderer aus aller Welt. Die kurze Geschichte der Stadt und die Jahrtausende umfassende Geschichte der Region werden in einem Stadtmuseum dokumentiert, das auch aktuelle Kunst aus der Region zeigt.