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380 Kilometer südwestlich von Moskau, am Zusammenfluss von Oka und Orlik, liegt das für Stahlverarbeitung und Maschinenbau ebenso wie für seine Hochschulen und Forschungsinstitute bekannte Orjol. Deutschen ist es auch unter dem Namen Orel vertraut. Das ist die Schreibweise, die im Russischen als Orjol ausgesprochen wird. Offenbach hat sich für die Übernahme der russischen Aussprache entschieden.

Orjol entstand 1566 als Wehrsiedlung am Handelsweg Moskau-Kiew. Hier verlief die Südgrenze des damaligen Russlands. Von 1941 bis 1943 war die Stadt in der Hand der deutschen Wehrmacht. Im Juli 1943 lag sie im Kampffeld der „Schlacht im Kursker Frontbogen“, die in die Geschichtsbücher einging als die größte Panzerschlacht aller Zeiten.

Die Befreiung Orjols wurde in der gesamten damaligen Sowjetunion mit Ehrensaluten gefeiert. Es war so sehr zerstört, dass ihm beim Wiederaufbau eine bevorzugte Behandlung zugestanden wurde. Trotz dieser leidvollen Begegnung mit Deutschen reichte die Stadt 1987, in der Ära der Gorbatschowschen Perestroika, dem deutschen Offenbach die Hand.

Im neuen Orjol trifft der Besucher auf lebhafte Kulturaktivitäten. Eine wichtige Rolle spielen dabei mehrere Theater. Viel gespielt werden Stücke von Iwan Turgenjew (1818-1883), der dort geboren wurde. Sein in der Nähe der Stadt gelegenes Landgut ist Museum und kann besucht werden.

Im Stadtbild fällt neben etlichen Kirchen die große Zahl der Denkmäler für russische Literaten auf. In Offenbach wie in Orjol widmen sich private Vereinigungen der Partnerschafts-Pflege. Aus dem regen Austausch von Schülern, Studenten und Künstlern ist eine Fülle von engen persönlichen Beziehungen gewachsen.