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Aufbau von Interimsbauten (Container) an der Edith-Stein-Schule
Aufbau von Interimsbauten mit Klassenraum-Modulen an der Edith-Stein-Schule. © Bernd Georg
Mit der Errichtung einer dreigeschossigen Interimsanlage aus Klassenraum-Modulen durch das Stadtwerke-Unternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH haben im Auftrag der Stadt Offenbach die rund dreijährigen Bauarbeiten zur Sanierung und Erweiterung der Edith-Stein-Schule auf der Rosenhöhe begonnen.
Nach den Weihnachtsferien wird dann die komplette Integrierte Gesamtschule (IGS) bei laufendem Unterrichtsbetrieb etappenweise in die Zwischenunterkunft auf dem Schulsportplatz wechseln. Dabei handelt es sich um zwei freistehende, jeweils rund 14 mal 48 Meter große Gebäude aus 270 Einzelmodulen, in denen sich jeweils über drei Geschosse 30 Klassenräume samt Verwaltung und Fachklassen verteilen. Die Obergeschosse beider Modulbauten werden über je zwei außenliegende Treppenhäuser und ein innenliegendes Treppenhaus erschlossen.

Bestandsgebäude wird grundsaniert

Die Interimsanlage mit einer Bruttogrundfläche von 4.175 Quadratmetern ist die bislang größte ihrer Art, die unter städtischer Regie bei einem Schulbausanierungsprojekt zum Einsatz gelangt. Ebenfalls mit dreigeschossigen Unterrichtsmodulen hatte zuletzt die Baufirma Hochtief Solutions beim Abriss und Neubau der 2012 fertiggestellten Beethovenschule in Öffentlich-Privater-Partnerschaft (ÖPP) mit der Stadt Offenbach gearbeitet.   

Nach der Auslagerung des kompletten Schulbetriebs in die Interimsanlage wird das 1978 erbaute, dreigeschossige Bestandsgebäude mit einer Bruttogrundfläche von 10.464 Quadratmetern grundsaniert und von Asbest-Schadstoffen befreit. Dabei handelt es sich vor allem um Spritzasbestrückstände, die ein von der Stadtwerke-Gesellschaft GBM Service beauftragtes Ingenieurbüro zur Vorbereitung einer Brandschutzklappen-Sanierung festgestellt hatte.

Sanierung und Erweiterung der Gesamtschule vorgezogen

Aufbau von Interimsbauten an der Edith-Stein-Schule
© Bernd Georg

Stadtbaurat und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß: „Die Stadt Offenbach zieht deshalb die eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt geplante Grundsanierung der Edith-Stein-Schule vor und verbindet sie aufgrund des starken Schülerzuwachses in Offenbach mit einer Erweiterung der Gesamtschule.“

Eine Gesundheitsgefährdung während des Unterrichtsbetriebes habe es zu keiner Zeit gegeben. Bis zum Sanierungsbeginn des Bestandsgebäudes lasse die GBM halbjährig die Raumluft durch ein unabhängiges Institut messen und halte die Lüftungsanlage während der Nutzung dauerhaft in Betrieb. Darüber hinaus würden die Räume regelmäßig gereinigt und darauf geachtet, dass die Decken nicht geöffnet werden.   

Erweiterungsbau mit Grundfläche von 2.740 Quadratmetern

Parallel zur Sanierung des Hauptgebäudes wird auf dem Schulgelände im Gravenbruchweg 27 ein Erweiterungsbau mit einer Bruttogrundfläche von 2.740 Quadratmetern errichtet. Der Neubau soll nicht nur die steigenden Schülerzahlen in der Sekundarstufe I, sondern auch eine neue dreizügige Gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) aufnehmen.

Derzeit besuchen rund 770 Schülerinnen und Schüler die bislang noch fünfzügige IGS. Ab 2022 werden es voraussichtlich rund 1.200 sein, weil die Schule dann um einen weiteren Zug in der Mittelstufe und eine dreizügige Oberstufe erweitert werden wird.

Der neue barrierefreie, zweigeschossige Atriumbau mit verglastem Innenhof, 16 Klassenzimmern, einem Mehrzweckraum sowie weiteren Räumlichkeiten für Lehrerarbeitsplätze, Differenzierung und Inklusion entsteht zwischen dem bestehenden Schulgebäude und dem Schulsportplatz und ist für maximal 400 Schülerinnen und Schüler ausgelegt.

Harmonisches Gesamtensemble

Lage und Höhe des rund 51 mal 30 Meter großen Erweiterungsbaus sollen mit der bestehenden Gebäudestruktur ein harmonisches Gesamtensemble bilden, die energetisch zu sanierende Fassade des Hauptgebäudes mit der Gestaltung der Neubaufassade korrespondieren. Turnhalle und Hausmeisterhaus sind nicht Bestandteil der Schulbausanierung.  

Für den Neubau müssen 25 der insgesamt 130 Bäume auf dem rund 29.000 Quadratmeter großen Schulgelände weichen. In Abstimmung mit dem Offenbacher Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz sollen sie bis Ende Februar 2020, also noch vor Beginn der nächsten Vogelbrutzeit, gefällt werden. Als Ausgleich ist vor Ort unter anderem ein kleiner Hain auf dem Schulhof vorgesehen.

Kostenaufwändigstes Schulbauprojekt

Mit einer Investitionssumme von 30,6 Millionen Euro ist die Edith-Stein-Schule das kostenaufwändigste der aktuell 22 Neubau-, Erweiterungs- und Modernisierungsprojekte der Stadt Offenbach im Kita- und Schulbereich. Für die Sanierung des Hauptgebäudes wendet die Stadt 17,6 Millionen Euro, für den Erweiterungsbau 8,8 Millionen Euro und für Errichtung und Miete der Interimsgebäude 4,2 Millionen Euro auf. 14,1 Millionen Euro sind an Fördermitteln  aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes (KIP II) beantragt.

Die Projektleitung liegt beim Fachbereich Hochbaumanagement des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Mit der Projektsteuerung und treuhänderischen Bauabwicklung ist wieder die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH beauftragt. Nach der Hafen- und der Käthe-Kollwitz-Schule managt das Immobilienunternehmen aus der Stadtwerke-Gruppe damit erneut ein Schulbauvorhaben in zweistelliger Millionenhöhe.

24. Oktober 2019

Aufbau von Interimsbauten an der Edith-Stein-Schule Bernd Georg
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