Sprungmarken
Aktuelles Wetter:bedeckt12°C
Suche
Suche

Anna Ignjatovic (links) und Fatemeh Bakhtiari am Empfang im Stadthaus
Anna Ignjatovic (links) und Fatemeh Bakhtiari wechseln sich am Empfang vom Stadthaus ab. © SOH
Kaum jemand in Offenbach dürfte freitags mit so vielen guten Wünschen für das Wochenende verabschiedet werden wie Anna Ignjatovic und Fatemeh Bakhtiari. Am Empfang des Stadthauses an der Berliner Straße sind die beiden Mitarbeiterinnen der Stadtwerke Offenbach abwechselnd im Dienst. Die meisten Offenbacher dürften die beiden schon gesehen haben: Wer beispielsweise beim Ausländeramt, Stadtgesundheitsamt, Ordnungsamt, Sozialamt oder dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement einen Termin hat oder hier arbeitet, kommt bei den beiden Empfangsdamen vorbei.
„Wir kennen alle der rund 450 Mitarbeiter im Haus zumindest vom Sehen und oft auch die Besucher, weil viele regelmäßig kommen“, erzählen die beiden, die auch in Offenbach wohnen. „Wenn wir am Wochenende privat spazieren gehen, kennen wir gefühlt ganz Offenbach. Überall werden wir gegrüßt“, freuen sie sich.

"Wir haben das gut im Griff"

Seit dreieinhalb Jahren sitzt Anna Ignjatovic in der Loge des Gebäudes an der Berliner Straße 60, ein halbes Jahr später kam ihre Kollegin Fatemeh Bakhtiari dazu. Zwar sehen sie sich täglich nur bei der Übergabe. Aber sie telefonieren bei Bedarf auch nach Feierabend miteinander, um über Unklarheiten, Neuerungen und andere Dinge zu reden, die sich im Laufe eines Arbeitstages ergeben können. „Viele Leute wissen nicht, wohin sie müssen und fragen uns auch nach Anlaufstellen, die nicht hier im Haus sind, wie Standesamt, Bürgerbüro oder Gericht. Auch wurden uns fachliche Fragen zu den unterschiedlichsten Themen gestellt. Da mussten wir selbst erst recherchieren, wer dafür zuständig ist“, erzählt Fatemeh Bakhtiari und ihre Kollegin ergänzt: „Inzwischen haben wir uns ein Heft angelegt, in dem wir die Antworten und Adressen zu den häufigsten Nachfragen aufgeschrieben haben.“

Beide haben vorher bei einem Sicherheitsdienst gearbeitet und können deshalb auch gut mit Besuchern umgehen, die ihre Anliegen nicht mit Freundlichkeit und Respekt vortragen. „Wir haben das gut im Griff“, sagt Anna Ignjatovic. Ihre freundliche, offene Art und der kompetente Umgang mit den Menschen und deren Fragen machten die beiden schnell im Haus bekannt.

GBM verantwortlich für Pförtnerdienste im Rathaus, Stadthaus und der VHS

Dann kam die Entscheidung aus dem Magistrat, die Pförtnerdienste in Rathaus, Stadthaus und Volkshochschule nicht länger über die GBM Service GmbH Offenbach der Stadtwerke Offenbach bei einem Dienstleister einkaufen zu lassen. Stattdessen sollte die Stadtwerke-Tochter selbst diese Aufgabe übernehmen. „In diesen wichtigen städtischen Gebäuden, die täglich von mehr als tausend Bürgerinnen und Bürgern besucht werden, wollten wir Mitarbeiter unserer Tochtergesellschaften haben“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Offenbach ist. „Die GBM war aufgrund ihres Portfolios und wegen der guten Erfahrungen, die wir in den städtischen Liegenschaften sowie auf unseren Sportanlagen mit ihren Hausmeistern und Platzwarten gesammelt haben, die geeignete Gesellschaft für diese Aufgabe.“

Für die städtischen Mitarbeiter im Stadthaus stand schnell fest: Die beiden bewährten und beliebten Empfangsdamen sollten auch nach der Veränderung bleiben. Und auch Anna Ignjatovic und Fatemeh Bakhtiari wollten nicht gehen: „Wir haben hier ein tolles Arbeitsklima, die Leute, die hier arbeiten, sind ausnahmslos so freundlich und nett, dass wir nicht wechseln wollten.“

"Wo ist denn hier der Briefkasten?"

Die GBM ist dem Wunsch gerne nachgekommen. „Wir waren bei der Übernahme des neuen Geschäftsfeldes froh, dass wir zwei eingearbeitete und beliebte Kolleginnen für das Stadthaus einstellen konnten“, sagt Claudia Lisch, Bereichsleiterin für Infrastrukturelles und Kaufmännisches Gebäudemanagement. „Der bisherige Dienstleister hat uns da auch keine Steine in den Weg gelegt, obwohl er seine kompetenten Mitarbeiterinnen auch gerne woanders eingesetzt hätte.“

Und so wechseln sie sich weiterhin ab in der inzwischen mit Plexiglasscheibe und Desinfektionsmittel ausgerüsteten Pförtnerloge, begrüßen morgens die Angestellten, verabschieden sie abends und helfen den Bürgern weiter. Die häufigste Frage? „Wo ist denn hier der Briefkasten?“, sagen beide spontan. Wer an dem großen, eigentlich unübersehbaren Kasten am Eingang des Stadthauses vorbeiläuft, wird bei Bedarf auch von der Empfangsdame bis vor die Klappe gebracht.

„Wenn ältere Besucher sagen, dass sie Angst vor dem Aufzug haben, fahren wir auch schon mal mit bis in den 18. Stock“, sagt Fatemeh Bakhtiari. Und Anna Ignjatovic erinnert sich an eine alte Dame, die absolut nicht in den Lift einsteigen wollte. „Da habe ich ihr Stufe für Stufe im Treppenhaus bis in den 12. Stock hinauf geholfen.“

13. August 2020