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Holzhaus in der Taunussstraße
Als „wertvoller Beitrag zum standardisierten, rationellen Wohnungsbau“ wurde das von der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) in der Taunusstraße errichtete Holzhaus von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen ausgezeichnet. © SOH
Kostengünstig bauen und gleichzeitig städtebauliche Akzente setzen? Wie das funktioniert, hat die Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe bereits mit einem ungewöhnlichen Neubau mit 25 Mietwohnungen in der Taunusstraße 69-71 gezeigt. Das 2016 bezogene Holzhaus, genauer: das Systemhaus in Holzhybridbauweise, wurde jetzt von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen im Rahmen des Architekturpreises „Vorbildliche Bauten im Land Hessen“ ausgezeichnet. Es sei eine „überaus angemessene Antwort auf die dynamischen Anforderungen des Wohnungsmarktes“, heißt es in der Begründung.

"Wertvoller Beitrag zum standardisierten, rationellen Wohnungsbau"

Die dem Hessischen Finanzministerium angegliederte Kammer hat den alle drei Jahre ausgelobten Preis unter das Motto „Kostengünstiges Bauen – qualitätsvolle Lösungen bei Neubau und Sanierung“ gestellt. Sieben Auszeichnungen sowie sieben besondere Anerkennungen, darunter auch der für rund 3,5 Millionen Euro gebaute Offenbacher Beitrag, wurden jetzt von der Jury ausgewählt. Hier hob sie besonders die „gestalterische und stadträumliche Qualität vor allem in Verbindung mit seiner Umgebung“ hervor. Das Gebäude wurde insgesamt als „sehr wertvoller Beitrag zum standardisierten, rationellen Wohnungsbau“ bewertet. Auch die GBO ist von dem außergewöhnlichen Gebäude überzeugt, in dem die Hybriddecken aus Massivholz in Verbindung mit Stahlbeton und die Wände aus massivem Holz sind. Die großflächige Verwendung des nachhaltigen Baustoffs Holz, auch in den Böden, sorgt für ein besonders gutes Wohnklima. „Wir haben bereits kurz nach der Fertigstellung viel Zuspruch sowohl von den Mieter, als auch von den Anwohnern, den Bürgern, von Architekten und von anderen Wohnungsbaugesellschaften erhalten“, sagt Daniela Matha, die Co-Geschäftsführerin der GBO. „Deshalb werden wir in der Brandenburger Straße erneut zwei Mietshäuser in Holz-Hybrid-Bauweise erstellen.“

Mietpreis unter 10 Euro pro Quadratmeter

Fünf Millionen Euro wird die Baugesellschaft dafür investieren, der Mietpreis soll im Durchschnitt pro Quadratmeter unter zehn Euro liegen. „Dank der fertig angelieferten Module ist ein zügiges Wachsen des Gebäudes gewährleistet und sichtbar. Die Bauzeit wird somit, verglichen mit konventioneller Bauweise, reduziert“, ergänzt die Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp. In der Brandenburger Straße müssen die 28 neuen Wohnungen wegen des Grundstückszuschnitts und aufgrund städtebaulicher Vorgaben auf zwei jeweils fünfgeschossige Gebäude mit insgesamt rund 1.800 Quadratmetern Wohnfläche verteilt werden.

Holzhaus in der Taunussstraße
Jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder eine Terrasse. © SOH

„Ein einzelnes langes Gebäude wie in der Taunusstraße wäre im Vergleich zur benachbarten Bebauung nicht zulässig gewesen“, erklärt Dirk Böttcher, Leiter Bau und Technik bei der GBO. Dies erhöhe allerdings die ohnehin in den vergangenen Jahren enorm gestiegenen Baukosten. Die Neubauten mit Fassadenverkleidung aus lasiertem Fichtenholz werden in zwei Bauabschnitten errichtet. Dies ist notwendig, weil während der Bauphase die Zugänge und vor allem auch die Feuerwehrzufahrt für die benachbarten GBO-Mietshäuser sichergestellt sein müssen, sagt Böttcher weiter.

Alle Wohnungen in beiden Gebäuden sind per Aufzug erreichbar, alle sechs Erdgeschosswohnungen sind komplett barrierefrei gebaut. Jede der Ein-, Zwei- oder Vierzimmerwohnungen erhält zusätzlich einen Kellerraum sowie einen Balkon, beziehungsweise eine Terrasse und ein Tageslichtbad. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen, die ersten Mieter sollen im Juli 2018 einziehen können.

13.09.2017