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Holzbau der Albert-Schweizer-Schule
© OPG
Mit seiner natürlichen Ausstrahlung und seiner zurückhaltenden Optik fügt sich der zweigeschossige Holzbau im Südosten des Albert-Schweitzer-Schulgeländes harmonisch in das denkmalgeschützte Gründerzeit-Ensemble des 1911 eröffneten Gymnasiums ein.

Nach neunmonatigem Planungsvorlauf und in einer Bauzeit von nur sechs Monaten  haben das städtische Hochbaumanagement und das Stadtwerke-Unternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH an der Ecke Waldstraße/Friedrichsring acht neue Unterrichtsräume für rund 240 Schülerinnen und Schüler geschaffen.

Das bislang größte in Holzbauweise errichtete Schulhaus der Stadt Offenbach mit seinen 900 Quadratmetern Bruttogrundfläche beherbergt außer den Klassenräumen auch einen Sanitär- und einen Differenzierungsraum sowie einen „Lehrerstützpunkt“ und kleinere Technikräume.

Klassenraum der Albert-Schweizer-Schule
Für das Raumklima ist die Holzbauweise vorteilhaft. © OPG

Hochwertige Ausführung schafft gute Lernumgebung

Die Holzfassade ist mit einem Anti-Graffiti-Schutz versehen. Das Haus mit seinem leicht geneigten Dach verfügt über Holz-Alu-Fenster mit äußerem Sonnenschutz und Zugangstüren aus Aluminium mit großzügigen Oberlichtern. Das Obergeschoss ist über eine Außentreppe zu erreichen.

Innen sorgen Mineralfaserdecken für eine gute Raumakustik. Hochwertige Holztüren tragen zur Verringerung der Schallemissionen bei. Die Böden sind mit farbigem Linoleum ausgelegt, die Wände mit hell tapeziertem Gipskarton verkleidet. Warnmelder reagieren auf zu hohen CO2-Gehalt in der Luft. Beheizt wird das Gebäude mit Fernwärme aus dem Hauptgebäude. Entwässert wird es über einen neuen Anschluss an den Kanal in der Waldstraße, der unterirdisch in Stollenbauweise verlegt wurde, um die Straße nicht aufreißen zu müssen und dadurch den Verkehr zu beeinträchtigen.

Gymnasium kann sechszügig bleiben

Der zweigeschossige Holzbau ersetzt zwei alte, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr sanierungsfähige Pavillons aus den siebziger Jahren.  Schul- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß spricht von einem „dauerhaften Erweiterungsbau“, in dem ab Dezember acht Klassen unterrichtet werden können. In den Pavillons war nur Platz für vier Klassen gewesen.

„Wir haben damit nicht nur zwei Pavillons in schlechtem baulichen und energetischen Zustand ersetzt“, so der Stadtrat. „Angesichts des steigenden Bedarfs an gymnasialen Unterrichtsplätzen sorgen wir mit einer besseren Raumausstattung dafür, dass die Albert-Schweitzer-Schule auch weiterhin sechs Eingangsklassen aufnehmen kann.“

Die ursprünglich vierzügige Albert-Schweitzer-Schule, die auf eine 1830 gegründete „Schule für höhere Mädchen“ zurückgeht,  wird heute von über 1.200 Schülerinnen und Schülern besucht und arbeitet inzwischen sechszügig. „Wir freuen uns auf das neue Gebäude“ sagt die kommissarische Schulleiterin Barbara Lorz. „Durch die zusätzlichen Unterrichtsräume wird sich die Situation an unserer Schule etwas entspannen.“

Rohbau des Holzbaus der Albert-Schweizer-Schule
Durch die Vorfertigung von Bauteilen konnte das Gebäude in einem halben Jahr fertig gestellt werden. © OPG

Bezug noch vor den Weihnachtsferien

Die Stadt Offenbach hat in den Neubau 2,97 Millionen Euro investiert. Im Juni hatten die Arbeiten begonnen, zunächst mit dem Abbruch der Pavillons, der Altlastenentsorgung und dem Bodenaustausch, dann mit dem Aufbau einer neuen Gründungssole.

Dank der hohen Vorfertigung der Bauteile konnte das Haus nur ein halbes Jahr später, Ende November, fertiggestellt werden. Die Schule will es mit drei Klassen der neunten Jahrgangsstufe und fünf Klassen der zehnten Jahrgangsstufe noch vor Beginn der Weihnachtsferien beziehen.  

Weitere Neubauten aus Holz

„Ein solches Haus ist kein Behelfsbau, sondern ein hochwertiges Schulgebäude mit einem üblichen Lebenszyklus“, erklärt OPG-Bereichsleiterin Božica Niermann. Bei Neubauten im Kita- und Schulbereich, gerade auch, wenn die Zeit dränge, spiele der Baustoff Holz eine immer größere Rolle. „Die Holzbauweise ist ökologisch nachhaltig und bauphysikalisch wie auch raumklimatisch vorteilhaft. Dazu bietet sie die Möglichkeit, dank des hohen Vorfertigungsgrades die Bauzeiten zu verkürzen“, so die OPG-Prokuristin. Das sei auch vor dem Hintergrund der knappen Ressourcen in der Bauwirtschaft von Bedeutung.

Bereits 2017 hat die Stadt Offenbach in Rumpenheim an der Straße Lachwiesen erstmals eine Kita errichtet, deren Rohbaukonstruktion in Holzmassivbauweise gefertigt war. Durch einen Holzbau wird in Rumpenheim zurzeit auch die Kita  Brandenburger Straße (11) ersetzt. Und das alte Bestandsgebäude der Kita  Rödernstraße (3) in der Offenbacher Innenstadt weicht ebenfalls gerade einem modernen Neubau aus Holz.

6. Dezember 2019