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Umzug von Klassenraummodulen
© Bernd Georg
Offenbachs Kinder und ihre Lehrkräfte machen Ferien. Doch an vielen Schulen und Kindergärten herrscht weiterhin Hochbetrieb. Denn hier wird jetzt gehämmert und gestrichen, repariert und gereinigt, damit die Jungen und Mädchen pünktlich zum Beginn des neuen Schul- und Kita-Jahres wieder optimale Bedingungen zum Lernen und Spielen vorfinden. Dafür investiert die Stadt in diesem Jahr 1,8 Millionen Euro. Es werden jedoch nicht nur Instandhaltungsarbeiten durchgeführt: Die Klassenraummodule der Hafenschule wechseln vom Interimsstandort Schillerschule zu den Gewerblich-technischen Schulen.

Raummodule wechseln Schule

Das Ziel ist sportlich gesetzt. In nur sechs Wochen sollen 16 der insgesamt 24 jeweils rund 3,4 Tonnen schweren Raummodule die Schule wechseln. Verantwortlich dafür ist wie schon vor zwei Jahren, als die Interimsbauten auf dem Schillerschulhof für die Erst- und Zweitklässler der Hafenschule aufgestellt wurden, die Stadtwerke-Gruppe mit ihrem Immobilienunternehmen GBM Service GmbH.

Im Auftrag des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement waren schon 2015 in Rekordzeit vier bezugsfertige Klassenräume samt Sanitäranlagen und Technikmodul für Strom und Wärme auf dem Gelände der Gesamtschule postiert und ein Jahr später noch um zwei weitere Raummodule aufgestockt worden. Eine Übergangslösung, die nun nicht mehr benötigt wird: Die vier Grundschulklassen ziehen im August in ihr endgültiges Domizil, die neu errichtete Hafenschule, um.

Außenfläche der Schillerschule wird wieder hergestellt

Wie schon vor zwei Jahren von Bürgermeister Peter Schneider als damaligem Bildungsdezernenten zugesagt, sind die Raummodule nun wieder entfernt worden. Sein Nachfolger im Bildungsdezernat, Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, bedankt sich nochmals bei der Leitung der Schillerschule, die zwei Jahre ihren Pausenhof mit dem rund 220 Quadratmeter großen autonomen Hafenschulkomplex geteilt hat.

Die Interimsbauten sind soeben demontiert worden. Jetzt muss noch die Außenfläche der Schillerschule wiederhergestellt werden. Die Module hatte die Stadt Offenbach ursprünglich nur gemietet, dann jedoch im Hinblick auf den wachsenden Raumbedarf an den Schulen erworben.

Umzug von Klassenraummodulen
Weitere Bilder zum Umzug der Klassenraummodule finden Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. © Bernd Georg

Klassenraummodule ersetzen Paviollions an GTS

Am neuen Standort, einem städtischen Geländestreifen neben der Turnhalle der Gewerblich-technischen Schulen (GTS) und der Rudolf-Koche-Schule (RKS) an der Schönen Aussicht, wird der neue Klassenraumkomplex zunächst eingeschossig sein. Die vier aus jeweils vier Modulen bestehenden Klassenzimmer werden dort mehrere in die Jahre gekommene Pavillons ersetzen, erläutert Stefan Tischberger, GBM-Prokurist und Bereichsleiter Bau und Technik.

Ein Kran hat die jeweils rund 3,4 Tonnen schweren Module am Mittwoch auf das bestehende Fundament gehievt. Es ist vorsorglich für eine etwaige spätere Aufstockung ertüchtigt worden. Vorhandene Strom- und Wasseranschlüsse können weiter verwendet werden. Die anderen acht, vorerst nicht benötigten Raummodule werden beim Hersteller in Gelnhausen kostenlos zwischengelagert.

GBM führt zahlreiche Instandhaltungsmaßnahmen durch

Für die Stadtwerke-Tochter GBM sei die Verlagerung der Raummodule in den Ferien zwar ein Großprojekt, doch beileibe nicht die einzige Aktivität, um den Schul- und Kindergartenkindern ein freundliches, intaktes Umfeld zu erhalten, erklärt Annette Schroeder-Rupp, die den Immobilienbereich der Stadtwerke-Gruppe zusammen mit Daniela Matha verantwortet.

Insgesamt, so Anna Heep, Leiterin des städtischen Hochbaumanagements, investiere die Stadt Offenbach im Jahr 2017 rund 1,8 Millionen Euro für Instandhaltungsmaßnahmen zur Verbesserung von Unterricht und Betreuung an Offenbachs 28 Schulen und 26 Kitas.

Hausmeister packen in den Schulen mit an

In den Schulen erledigen und begleiten auch die Hausmeister die Arbeiten, die im laufenden Betrieb nicht oder nur mit hohen Kosten am Wochenende zu erledigen wären. Etwa Bodenbeläge auswechseln oder Wände streichen. Denn so eine Wand im Klassenraum einer Grundschule muss hart im Nehmen sein: Sie ist Tritten ausgesetzt, Stühle werden dagegen geknallt, Schulbrotbelag hinterlässt ebenso seine Spuren wie Kaugummi, Kugelschreiber oder Dinge, an die man lieber nicht denkt.

Die Folgen dieser Strapazen sind nicht nur unschön anzuschauen und drücken auf die Lernmoral, die Beseitigung der Schäden ist auch teuer. Deshalb geht die Stadtwerke-Tochter GBM Service GmbH, die im Auftrag des Stadtplanungsamtes Offenbachs Schulen und Kitas instand hält, jetzt in der Ernst-Reuter-Schule neue Wege. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, in den Fluren einen Sockel von 1,40 Meter Höhe mit PU-Lack zu streichen“, sagt Daniel Pröse, der als Objektleiter bei der GBM auch zuständig für die Gesamtschule ist.

Strapazierfähige und abwaschbare PU-Lacke eingesetzt

PU-Lacke werden als strapazierfähig, schlag- und kratzfest beworben – und scheinen damit geradezu für den Einsatz an Schulen erfunden zu sein, zumal sie auch abwischbar sind. „Da müssen wir vielleicht erst in zehn bis 15 Jahren wieder neu streichen“, sagt Pröse. Je nach Schule ist in Offenbach ein Neuanstrich schon nach zwei oder manchmal auch erst nach zehn Jahren fällig. Deshalb sollen jetzt nach und nach alle Klassenräume der Ernst-Reuter-Schule, die für einen Neuanstrich fällig sind, einen solchen strapazierfähigen Sockel erhalten.

Mit vier Räumen wird jetzt in den Ferien gestartet. Das Besondere: Während der Rest der Wände von einer beauftragten Firma gestrichen wird, greifen für den Sockel die beiden Schulhausmeister selbst zum Pinsel. „Malerarbeiten gehören eigentlich nicht zum Leistungsprofil unserer Leute“, sagt Pröse. „Aber die beiden dort zuständigen Kollegen Thorsten Heß und Angelo Bracone machen das aus Eigeninitiative, sie haben auch schon in den vergangenen Sommerferien die Turnhalle gestrichen ohne Fremdleistung in Anspruch zu nehmen.“

„Unsere Flure sehen damit viel länger schön aus“, sagt Bracone, der seit 26 Jahren an der Ernst-Reuter-Schule tätig ist. „Der Anstrich ist auch leicht nachzubessern“, ergänzt sein Kollege Thorsten Heß.

Schulsanierung
© Monika Müller

Neue Waschbecken, Malerarbeiten und neue Fenster

Auch an anderen Schulen wird gearbeitet. Die Fröbelschule beispielsweise erhält ein behindertengerechtes Waschbecken, das für Rollstuhlfahrer unterfahrbar ist. An der Lauterbornschule wird eine Fahrradabstellfläche hergerichtet, an der Schillerschule und der Mathildenschule laufen ebenfalls Malerarbeiten, in der Anne-Frank-Schule wird ein Wasserschaden saniert. An der Grundschule Bieber Mauerfeld wird eine Verbindung zwischen zwei Räumen für die Betreuung geschaffen.

Dickste Batzen sind die Auswechslung eines Wärmetauschers für rund 16.000 Euro sowie die Erneuerung einiger Fenster im Altbau der Albert-Schweitzer-Schule für rund 29.000 Euro. Für die Geländersanierung am Neubau der Leibnizschule fallen 15.000 Euro Kosten an.

Auch die Ferien der Kitas werden genutzt: An der Kita 07 wird für knapp 100.000 Euro ein zweiter Rettungsweg geschaffen. Die Maler sind in weiteren sechs Kindertagesstätten aktiv und streichen Wände und Fenster, außerdem fallen weitere kleinere Arbeiten an.

IT-Team des Stadtschulamtes auch in den Ferien im Einsatz

Das IT-Supportteam des Stadtschulamtes ist ebenfalls in den Sommerferien im Einsatz. Bisher wurden bereits erforderliche Software-Updates an einigen Schulen eingespielt. Eine Aufgabe, so Amtsleiter Thomas Löhr, die man besser erledige, wenn wenig Betrieb in den Schulen herrsche. So seien etwa an der Waldschule Tempelsee die sechs Steuerungs-PC für die interaktiven Smartboards (digitale Tafeln) ausgetauscht worden.

Highlight und wichtigster Posten auf der Agenda der Mitarbeiter ist jedoch die Ausstattung der neuen Hafenschule. Bis zu vier Kollegen installieren dort in den letzten drei Ferienwochen die IT-Ausstattung. Sie bauen Switches und Medienkonverter ein, stellen die Verbindung zu den Datendosen in den Räumen her und konfigurieren die Server und Computer, bevor es an der Schule richtig losgeht.

29.07.2017