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Der neue Hybridrasen in schönem Grün
Vor den ersten Trainingseinheiten wurde der neue Rasenmix auf dem Platz am Bierbrauerweg begutachtet: (stehend von links) Manfred Ginder, Leiter des städtischen Sportmanagements, Annette Schroeder-Rupp, GBM-Geschäftsführerin, Stefan Schummer, Leiter des GBM-Sportplatzmanagements und Kreisfußballwart Jörg Wagner, (vorne von links) VfB-Vorsitzender Andreas Griesenbruch und Oberbürgermeister und Sportdezernent Felix Schwenke. © georg-foto, offenbach am main
Wo durchtrainierte Fußballer spielen, aus vollem Lauf stoppen, sich wälzen, da wächst bald kein Gras mehr, zumindest nicht im Winter. Und vor den besonders heiß umkämpften Toren haben es Grashalme besonders schwer zu überleben.

Deshalb haben jetzt das Offenbacher Amt für Kultur- und Sportmanagement und die mit der Pflege der städtischen Sportanlagen betraute GBM Service GmbH der Stadtwerke Offenbach ein Pilotprojekt mit Hybridrasen angelegt. Einer der Rasenplätze auf der Sportanlage am Bierbrauerweg hat nun auch in den Strafräumen dank Webmatten mit Kunstrasen auch in den kalten und dunklen Monaten eine bespielbare und ebene Fläche. „Unsere Sportanlagen und besonders die Fußballplätze werden sehr stark genutzt und sind fast immer belegt“, sagt Oberbürgermeister und Sportdezernent Dr. Felix Schwenke. „Deshalb ist es mir wichtig, dass wir versuchen, die vorhandenen Plätze in doppelter Hinsicht optimal zu nutzen: optimal im Hinblick auf möglichst lange Nutzungszeiten und optimal im Hinblick auf möglichst vertretbare Kosten. Denn Offenbach ist weiterhin finanziell eher bescheiden aufgestellt. Mit dem Pilotprojekt mit Hybridrasen testen wir jetzt, ob beides gleichzeitig möglich ist: längere Nutzungszeiten und trotzdem stabile Kosten. Ich bin sehr gespannt auf die Rückmeldungen der Nutzer und die Entwicklung der Kosten.“

Der vor allem vom VfB Offenbach sowie dem FC Maroc und FC Fortuna Offenbach genutzte Sprtplatz am Bierbrauerweg wurde ausgesucht, weil ein Rasenplatz hier mit Flutlicht ausgestattet ist. „Das ist eine Besonderheit in Offenbach“, sagt Manfred Ginder, Leiter des städtischen Sportmanagements. „Normalerweise werden Rasenplätze im Winter nicht zum Trainieren freigegeben, weil das Gras nicht nachwachsen kann. Deshalb brauchen solche Flächen in den dunklen und kalten Monaten auch keine Beleuchtung.“ Dass es am Bierbrauerweg anders ist, war kein Irrtum, sondern ein dort vor etwa 20 Jahren gestartetes Experiment mit ganzjährig bespielbarem Ricoten. Weil sich dieser Belag aus Rindenmulch nicht bewährte, wurde der Platz erst stillgelegt und dann ab 2015 zu einem Naturrasenplatz umgewandelt. Das Flutlicht blieb.

„Das natürliche Grün war aber gerade vor den Toren immer wieder schnell abgespielt“, sagt GBM-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp. „Für unsere Platzwarte war das vor allem in den Wintermonaten eine ständige Herausforderung, hier ein gut nutzbares Spielfeld zu erhalten. Der Hybridrasen hat jetzt den Vorteil, dass der Aufwand für unsere Mitarbeiter und die Kosten in der Pflege nicht höher sind als bei einem Naturrasen.“

„Naturrasen ist für einen Fußballer immer erste Wahl“, sagt Stefan Schummer, der als Profi mit den Offenbacher Kickers selbst zahlreiche Bundesliga-Erfolge gefeiert hat und jetzt bei der GBM der Stadtwerke Offenbach das Sportplatzmanagement leitet. „Da auf diesem Platz aber in den Strafräumen das Gras schnell abgespielt war und Mulden mit Pfützen entstanden, haben wir hier die Flächen mit Hybridrasen.“ Dabei wurden in den beiden Strafräumen je 230 Quadratmeter Gewebematten mit Kunststoffrasen verlegt. Dieser wurde mit einer Rasentragschicht verfüllt und kann nun mit dem restlichen Rasen verwachsen.

„Die Pflege der Fläche ist nicht aufwendiger, man muss nur wissen, wie man sie bearbeitet und geeignete Werkzeuge einsetzen“, sagt Stefan Schummer. „Der Unterschied zwischen dem Hybridrasen und dem Naturrasen ist mit bloßem Auge dann nicht zu erkennen.“ Die künftigen Nutzer sehen der Freigabe des Spielfeldes gespannt entgegen:  „Wir freuen uns sehr, da unser Verein gerade in den letzten Jahren sportliche Erfolge feierte und wir ein Teil eines Pilotprojekts sein dürfen“, sagt VfB-Vorsitzender Andreas Griesenbruch. „Wenn wir diesen Platz jetzt auch noch in den kalten Monaten für unser Training nutzen können, haben wir bessere Voraussetzungen, um das Erreichte zu halten oder sogar noch zu verbessern.“ Er teile die Meinung von Stefan Schummer, dass Fußballer auf Naturrasen spielen wollten. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich verlaufe, würde er sich wünschen, dass weitere Hartplätze mit Hilfe von Hybridrasen umgewandelt werden.

Kreisfußballwart Jörg Wagner hat ebenfalls großes Interesse an dem Pilotprojekt: „ Es ist toll, wie sehr die Stadt Offenbach trotz knapper Kassen immer wieder engagiert ihre Sportvereine unterstützt und dabei auch kreative neue Ideen umsetzt.“ Die Kosten für das Pilotprojekt in Höhe von rund 24000 Euro hat das städtische Sportmanagement übernommen.

4. Juni 2021