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Wer den Begriff Stadtwerke hört, stellt sich meistens große Trinkwassertanks oder Stromaggregate vor. Kaum jemand denkt an eine bezahlbare Dreizimmerwohnung mit Balkon und Grünanlage vor dem Haus.

Die Stadtwerke Offenbach sind da etwas anders aufgestellt: Zwar gehören die Energieversorgung Offenbach (EVO) und der Zweckverband Wasser Offenbach (ZWO) zur großen städtischen Familie. Doch seit dem Jahr 2000 ist auch die seit 100 Jahren bestehende GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach eine Tochtergesellschaft der damals neu gegründeten Stadtwerke Offenbach Holding (SOH).

„Als sich Offenbach vom Industriestandort im Niedergang zum modernen Dienstleistungszentrum entwickelte, war es damals eine logische Konsequenz, das Serviceangebot von sieben, heute teilweise nicht mehr existierenden oder umbenannten, beziehungsweise neu gegründeten Gesellschaften in dem städtischen Dienstleister Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) zu bündeln“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke. „Damit wurden Synergieeffekte genutzt.“ Im aktuellen Jubiläumsjahr der 1921 gegründeten GBO haben die Stadtwerke ein ganzes Geschäftsfeld Immobilien unter einer strategischen Leitung, das nicht nur Wohnungen, Kindergärten und Schulen baut und vermietet, sondern auch Liegenschaften und Sportplätze betreut und Standorte entwickelt. „Viele dieser Themen haben sehr konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Es ist deshalb eine ganz bewusste politische Entscheidung, dass wir in Offenbach viele dieser Aufgaben auch weiterhin mit Einfluss der Stadt organisieren“, sagt OB Schwenke.

Kappushöfe Innenansicht
Auch die Versorgung der Offenbacherinnen und Offenbacher mit Wohnraum – hier der Neubau auf dem Gelände der Kappus-Höfe – gehört durch die GBO zum Portfolio der Stadtwerke Offenbach. © Monika Müller

Traditionsreiche GBO mit viel Erfahrung

„Die traditionsreiche GBO mit ihrer langjährigen Erfahrung und Kompetenz rund um das Bauen, der Unterhaltung von Liegenschaften und der Betreuung ihrer Mieter passt sehr gut zu unseren Stadtwerken“, sagt Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Baugesellschaft. „Denn wir organisieren für die wachsende Stadt die Bedürfnisse der Daseinsfürsorge. Die Bereitstellung von preiswertem Wohnraum fügt sich da hervorragend in unser Portfolio ein.“ Die Stadtwerke als Ganzes würden damit den Offenbacherinnen und Offenbachern Dienstleistungen während eines Großteils ihres Alltags bieten: Das morgendliche Duschwasser fließt durch Kanäle, die vom Stadtservice der Stadtwerke verlegt und repariert werden, den Weg zur Arbeit nehmen sie mit einem Bus der Stadtwerke-Tochter OVB zur Arbeit oder zum Einkaufen über Straßen, die ebenfalls vom Stadtservice unterhalten werden. Der Stadtservice holt auch den Müll ab und kehrt die Straßen und kümmert sich um die Grünanlagen, der Nachwuchs geht in Kindergärten, die von der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft geplant werden, oder in Schulen, in denen die Hausmeister der GBM für Ordnung und funktionierende Technik sorgen. Nach Feierabend wird Sport auf Anlagen betrieben, die von der GBM Service GmbH gepflegt werden oder die Leute gehen zu Konzerten, Fußballspielen, Lesungen oder anderen Events, die vom Geschäftsfeld Veranstaltungen, also der Capitol Theater GmbH Offenbach, der Stadthalle Offenbach Veranstaltungs GmbH oder der Stadiongesellschaft Bieberer Berg organisiert werden.

„Es gibt noch viele Beispiele, mit denen wir belegen könnten, wie wir den Alltag der Offenbacherinnen und Offenbacher begleiten“, sagt Geschäftsführer Peter Walther weiter. „Aber zu den wichtigsten Grundbedürfnissen zählt das Wohnen. Die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum, der zu einem Zuhause wird, ist da eine sinnvolle Abrundung für unser Angebot als Dienstleister der Stadt.“

Geschäftsfeld Immobilien neu aufgestellt

In den aktuell rund 5000 Wohnungen im Bestand der GBO leben geschätzt 12500 Menschen. Geschätzt, weil nur die Zahl der Mietverträge, nicht aber der Bewohnerinnen und Bewohner erfasst wird. Rund 2100 Wohnungen sind gefördert. Damit gibt die GBO nicht nur etwa jedem elften Offenbacher ein Zuhause – sie nimmt als größte Vermieterin der Stadt auch Einfluss auf den Mietspiegel.

„Die GBO hat seit vielen Jahren ein stabiles Geschäftsergebnis und steht für solides Wirtschaften. Im aktuellen Jubiläumsjahr haben wir als Stadtwerke das Geschäftsfeld Immobilien neu aufgestellt“, sagt Peter Walther. „Immobilienmanagement und Standortentwicklung stehen nun unter der gemeinsamen strategischen Leitung von Geschäftsführerin Daniela Matha. Sie war bisher schon für alle Gesellschaften des Geschäftsfeldes entweder temporär oder durchgängig verantwortlich.“ Ihr zur Seite gestellt werden operative Geschäftsführer bei der GBM Service GmbH und bei der GBO. Sie behält im gesamten Geschäftsfeld nicht nur die Planung, Neubauten sowie die Sanierungen des GBO-Bestandes im Blick, sondern ist auch für die Standortentwicklung des ehemaligen Clariant-Geländes durch die INNO GmbH verantwortlich.

„Hier sind wir in kurzer Zeit bereits gut vorangekommen: Mit Samson kehrt ein Stück Industrie zurück nach Offenbach, an einen Ort, an dem dies optimal passt und immer unsere Hoffnung war. In der Folge werden wieder Gewerbesteuereinnahmen auf der einstigen Brache generiert werden und es werden Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen“, sagt OB Schwenke abschließend.

21. Juli 2021