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Bei welchen Projekten ist eine Zusammenarbeit zwischen Frankfurt und Offenbach von Vorteil? Mit dieser Frage beschäftigten sich im Mai 2015 zehn Experten aus England, den Niederlanden, Portugal, USA und Deutschland. Auf Initiative des Urban Land Instituts (ULI) erarbeiteten die Fachleute Ideen für eine grenzüberschreitende Kooperation der zwei Städte.
Sonnenaufgang am Main
© Kirsten Bucher

Offenbach am Main, 12.02.2016

In seiner jüngsten Sitzung am 10. Februar fasste der Magistrat der Stadt Offenbach nun einen Grundsatzbeschluss zum Umsetzungskonzept des ULI-Berichts. Der Wortlaut ist im Wesentlichen identisch mit der Vorlage, die kurz zuvor bereits der Magistrat der Stadt Frankfurt beschlossen hatte. „Eine Fusion ist natürlich nicht angedacht“, betont Oberbürgermeister Horst Schneider. Doch die Verbindungen zwischen beiden Städte auszubauen, sei ein großer struktureller Vorteil. „Die Menschen, die hier leben, nehmen Frankfurt/Rhein-Main als einen Lebens- und Arbeitsraum wahr“, erklärt Schneider. Für sie seien Frankfurt und Offenbach bereits ein „Stadtraum ohne Grenzen“.

Viele der von der internationalen Expertengruppe erarbeiteten Anregungen würden auch im Masterplan zur Entwicklung der Stadt Offenbach als erstrebenswert angeführt, unterstreicht der Oberbürgermeister. Konkrete Vorschläge, um das Zusammenwachsen beider Städte zu fördern, sind: Der Kaiserlei soll ein neues Image erhalten und als Gewerbegebiet neu positioniert werden. „Das Kaiserleigebiet ist der Stadtteil, der beide Kommunen verbindet“, so Schneider. Es könnte laut der Experten zum Kern des neuen „globalen Frankfurts“ werden und die Nachbarstädte zu einer Gemeinschaft verbinden.

Entlang des Mains soll ein „7-Kräuter-Park“ entstehen. Der zwei-Städtepark soll zur Erholung und für die Freizeit dienen, aber auch Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Angeboten für Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Schulungen und Berufsausbildungen bieten. Darüber hinaus schlagen die Experten Verbesserungen im Nahverkehr vor, dazu zählen unter anderem eine einheitliche RMV-Tarifzone, eine S-Bahnverbindung vom Offenbacher Hauptbahnhof über den Frankfurt Südbahnhof zum Flughafen (Süd-Tangente). Und das Straßenbahnnetz sollte über beide Städte verknüpft werden. „Ich kann mir gut vorstellen, die Straßenbahnlinie 16 nicht mehr in Oberrad an der Stadtgrenze enden zu lassen, sondern über das Hafenviertel Offenbach bis nach Fechenheim zu verbinden.“

Angedacht wurde zudem, das Offenbacher Mainufer auf der Höhe des Isenburger Schlosses mit dem Fechenheimer Ufer zu verbinden, beispielsweise mit einem Wassertaxi oder einer Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer. „Diese Überlegungen passt gut zu den konkreten Plänen der Stadt Frankfurt, den Fechenheimer Mainbogen zu renaturieren. Die Innenstadt und das Nordend in Offenbach verfügen über wenig Grünflächen, eine solche Fußgängerverbindung ist für Offenbach durchaus attraktiv.“ Schneider verweist auf die Möglichkeit eines Rundweges von der neuen Querung in der Innenstadt zum Fechenheimer Mainbogen und von dort über den Arthur-von-Weinberg-Steg zurück aufs Offenbacher beziehungsweise Bürgeler Mainufer. Der Magistrat der Stadt Offenbach will nun ein Umsetzungskonzept gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Frankfurt erarbeiten und mit den Inhalten des Masterplans abstimmen. Die Stadtverordneten werden darüber in ihrer nächsten Sitzung entscheiden.