Neues Leben für altes Postgebäude
01.06.2026 – Es kommt wieder neues Leben in das alte Postgebäude am Aliceplatz 10, das 2023 von der Stadtwerke Tochter GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach gekauft wurde. Die in Offenbach ansässige Hochschule für Gestaltung HfG wird Teile des ersten Obergeschosses als Ersatz für die Räume in den Zollamt-Studios beziehen.
Aktuell läuft noch die finale Abstimmung mit dem Offenbacher Künstlerkollektiv YRD.Works, das Erdgeschoss mit der ehemaligen Schalterhalle zu nutzen und zu bespielen und im Innenhof können die Interkontinentalen Gärten weiterwachsen. Das Projekt musste seinen bisherigen Standort am alten Bahnstellwerk in der Bismarckstraße verlassen und kann das 3000 Quadratmeter große Areal zwischen dem ursprünglichen Gebäude aus dem Jahr 1884 und dem modernen Anbau aus dem Jahr 1975 bepflanzen und für vielfältige und inklusive Angebote kostenlos nutzen.
„Der alte Teil der Liegenschaft ist ein Kulturdenkmal, das im Herzen der Fußgängerzone liegt und allen Offenbacherinnen und Offenbachern bekannt ist. Es hat eine hohe strategische Bedeutung für das Zukunftskonzept Innenstadt“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm. Dieses Zukunftskonzept umfasst 16 Projekte und soll den Handel stärken. Ziel ist es, für die Bürgerinnen und Bürger neue Anlässe zu schaffen, in die Innenstadt zu kommen und das Herz der Stadt als einen einladenden und lebendigen Ort zu erhalten. „Deshalb ist es richtig, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft solche Gebäude wie die ehemalige Post sichert. Damit können wir in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung sicherstellen, dass die Liegenschaft Aliceplatz 10 so wie auch die Station Mitte an der Frankfurter Straße zur Belebung der Fußgängerzone beitragen.“
Zunächst sind die Nutzungen für das alte Postgebäude Interimslösungen. Die GBO nimmt nur eine geringe Miete, größere Umbauten sind für die Zwischennutzung nicht vorgesehen, Die Hochschule für Gestaltung würde gerne mehr Fläche nutzen, doch müssen noch statische Herausforderungen in dem alten Gebäudeteil gelöst werden. „Wir sind froh, dass wir die Räume im Zentrum von Offenbach so schnell nutzen können, nachdem uns die Flächen in den Zollamtsstudios seit vorigem Monat nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt Kerstin Cmelka, kommissarische Präsidentin der Hochschule für Gestaltung. Eine Interimslösung mitten in der Fußgängerzone Offenbachs zu haben, ist natürlich toll und hilft uns die Zeit bis zur Fertigstellung unseres Neubaus zu überbrücken.“
Für den Aliceplatz 10 besteht noch seit vielen Jahren ein bis 2032 laufender Mietvertrag für den Anbau und auch einen Teil der ersten Etage. Diese Flächen werden für technisches Gerät weiterhin genutzt. „Erst wenn das gesamte Gebäude frei ist, wird ein langfristiger Mieter gesucht. Dann wird das Gebäude entsprechend bedarfsgerecht umgebaut“, sagt Boris Kupke, einer der beiden Geschäftsführer der GBO.
Perspektivisch möchte das Künstlerkollektiv YRD.Works, das aus drei ehemaligen HfG-Studenten besteht und derzeit unter anderem auch die Kressmann-Halle auf der Hafeninsel bespielt, dort auch Projekte für die Öffentlichkeit inszenieren.
„Wir arbeiten derzeit an einem Antrag für eine Nutzungsänderung, damit wir eine begrenzte Personenzahl in das Gebäude lassen dürfen“, sagt der zweite GBO-Geschäftsführer René Weber.
Die Interkontinentalen Gärten, ein Projekt mit vielen Beteiligten aus der Offenbacher Stadtgesellschaft, wollen im Rahmen der Interimsnutzung mit einem Gartenparlament Interessenten zur Mitgestaltung einladen.
Auch von außen will die GBO zeigen, dass das Leben in das ehemalige Postgebäude zurückkehrt: „Wir wollen die dunkle Ecke vor dem brutalistischen Anbau aufwerten“, sagt René Weber. „Sie soll heller und freundlich gestaltet werden, damit der Standort insgesamt attraktiver wird.“