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Stadt Offenbach

Wirtschaftsplan der GBO mit 150 Millionen Euro Investitionsvolumen beschlossen

05.12.2025 – Es ist das ambitionierteste Vorhaben der Stadtwerke-Tochter GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach in den vergangenen 30 Jahren, das Stadtkämmerer und GBO-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Wilhelm gemeinsam mit der Geschäftsführung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verkündete: 150 Millionen Euro sollen in den kommenden fünf Jahren in den Wohnungsbau sowie in energetische Sanierungen und Bestandsmodernisierungen fließen. Magistrat und Aufsichtsrat haben dem Wirtschaftsplan jetzt zugestimmt.

„Für die Umsetzung dieses Investitionsprogrammes hat die GBO ihr Neubau-Team aufgestockt, um genügend Kapazitäten für die Projekte aufbieten zu können. Insgesamt sollen rund 300 zusätzliche und bezahlbare Wohnungen neu gebaut werden, davon wären 115 geförderte Wohnungen möglich“, sagte Stadtkämmerer Wilhelm im Rahmen der Magistrats-Pressekonferenz. Der Stadtkämmerer betonte, dass angesichts des schwierigen Fahrwassers, in das die Baubranche geraten sei, die GBO beim Bau von bezahlbaren Wohnungen auf Förderzusagen angewiesen sei.

GBO-Geschäftsführer Boris Kupke sprach von einem „Meilenstein für den Wohnungsbau in Offenbach“. Für das Neubau-Projekt Quartier 4.0 mit rund 67 neuen Wohnungen hat das Land bereits Fördergeld reserviert, der Bauantrag ist eingereicht. Hier entstehen Wohnungen nach dem Mehrgenerationenkonzept, zudem ist eine Kita im Erdgeschoss eingeplant. Der Spatenstich soll 2026 erfolgen.

Auch an der Dr.-Rosa-Goldschmidt-Straße An den Eichen soll im kommenden Jahr Baubeginn sein. Hier sind öffentliche Mittel für 24 Wohnungen beantragt, ebenso wie für das Bauprojekt im Liebig-Carré, wo durch Nachverdichtung 15 geförderte Wohnungen entstehen sollen. Hier könnte bei Bewilligung 2027 gebaut werden.

Außerdem wird im Quartier Neues Wohnen, das sind sieben Baugrundstücke in Bieber und Bürgel, die die Stadt in das Vermögen der GBO eingelegt hat, in den kommenden Jahren ein neues Zuhause für Menschen in 70 bis 80 Wohnungen entstehen. Bis zu 18 sind im Franz-Liszt-Quartier II geplant. Hier sind im Franz-Liszt-Quartier I bereits 14 Wohnungen durch Aufstockung kurz vor der Fertigstellung. Sie wurden auf den Häusern aus den 1950er Jahren im Rahmen der Fassadendämmung in serieller Modulbauweise errichtet.

„Die Kosten für diese sehr effiziente Art von serieller Sanierung liegen höher als die in herkömmlicher und deutlich langwierigerer Bauweise, die allerdings bei bewohnten Gebäuden eine deutlich höhere Belastung für die Mieterinnen und Mieter mit sich bringt“, sagte Boris Kupke. „Im Zuge der Wirtschaftlichkeit ist es deshalb sinnvoll, dort wo es geht, die Häuser gleichzeitig von der ausführenden Baufirma aufstocken zu lassen. Mit den Einnahmen aus den neuen Wohnungen können die Kosten für die Sanierung abgefedert werden. Nur so rechnet sich das Gesamtprojekt.“ Von den Erfahrungen aus dem Projekt, das in dieser Kombination serielle Dämmung mit Aufstockung nun erstmals umgesetzt wurde, sollen künftige Aufstockungen auf GBO-Liegenschaften profitieren.

Darüber hinaus sind in der Schubertstraße 70 Wohnungen geplant, sowohl als Aufstockung als auch durch einen Neubau. Und auch in der Konrad-Adenauer-Straße ist die Aufstockung von GBO-Gebäuden mit mindestens 15 neuen Wohnungen vorgesehen.

Die Aufstockung von bestehenden Gebäuden wird auch in den kommenden Jahren für die GBO beim Bau neuer Wohnungen eine besondere Rolle spielen: „Hier können wir uns von der Preisentwicklung auf dem Grundstücksmarkt abkoppeln und im Bestand erweitern“, sagte Boris Kupke. An weiteren Chancen für bezahlbaren Wohnraum werde auch außerhalb des vorgestellten Wirtschaftsplans kontinuierlich weitergearbeitet, Fördergelder werden weiter beantragt.

Beim Thema Fördergelder setzt die GBO auch auf Beharrlichkeit, sagte GBO-Geschäftsführer René Weber. Würde es mit einem Antrag nicht klappen, werde er erneut gestellt. „Bezahlbares Bauen funktioniert nur mit Fördergeldern, und auch nur dann, wenn Zusagen von der Kommune, von der KfW-Bank und vom Land zusammenkommen. Unser Ziel ist es, in unserem Bestand von derzeit rund 5000 Wohnungen den aktuellen Anteil von 43 Prozent geförderten Wohnungen, das sind 2155, zu halten oder sogar auf 44 Prozent zu erhöhen.“

Dies könnte auch erreicht werden, wenn der Plan aufgeht, dass die GBO im sogenannten KWU-Projekt im neuen Kaiserlei-Viertel geförderte Wohnungen von der ABG kauft. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft plant dort auf dem ehemaligen KWU-Gelände auf Offenbacher Boden ein Großprojekt mit knapp 1.200 Mietwohnungen. Die GBO hat sich bereits die Option für den Kauf von geförderten Wohnungen gesichert. Dafür wird die Stadt Offenbach ihre Wohnungsbaugesellschaft mit 10 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes ausstatten. Dem hat die Stadtverordnetenversammlung gestern Abend zugestimmt. „Dieses Geld würde noch zusätzlich in neue GBO-Wohnungen fließen“, sagt Stadtkämmerer Martin Wilhelm. „Es taucht allerdings in dem ambitionierten Investitionsprogramm noch nicht auf, da die Verträge noch nicht unterschrieben sind.“ 

Und auch der Plan, Wohnungen im Bauprojekt Am Ledermuseum zu kaufen, ist nicht Teil der Aufstellung, da hier die Gespräche mit dem Bauherrn noch ergebnisoffen weiterlaufen.

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