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Kiosk La&Me im Neubaugebiet An den Eichen
Bekim und Karima Kadriu betreiben das Kiosk La&Me im Wohngebiet An den Eichen gemeinsam. © Alex Habermehl
Unter den großen hellen Sonnenschirmen vor dem Kiosk La&Me sitzen zwei Männer und trinken Kaffee, eine ältere Dame isst ein Stück Kuchen. Drinnen bedient Karima Kadriu eine junge Frau in Sportbekleidung. Gemeinsam mit ihrem Mann Bekim Kadriu betreibt sie seit Januar 2016 den Kiosk, der inzwischen Treffpunkt und Info-Zentrale für die Bewohner des Neubaugebiets An den Eichen geworden ist.

„Ich wollte schon immer ein kleines Lädchen haben“, erzählt Karima Kadriu. Im Internet ist sie auf den Kiosk im Quartierszentrum Am Anger im Wohngebiet An den Eichen aufmerksam geworden und hat sich gemeinsam mit ihrem Mann den Traum erfüllt. Im La&Me gibt es Backwaren und Kaffee, Würstchen und belegte Brötchen, Schreibwaren, Zeitungen, Getränke, Süßigkeiten und Zigaretten. „Wir haben mit einem kleineren Sortiment angefangen und das nach und nach aufgestockt“, erklärt Karima Kadriu. Das Angebot richtet sich nach dem Bedarf der Kundinnen und Kunden, manche Artikel bestellt das Ehepaar auch auf Anfrage. In dem kleinen Laden kann man außerdem Lotto spielen und Päckchen zum Versand abgeben.

Kiosk La&Me im Neubaugebiet An den Eichen
Karima Kadriu bastelt Piñatas und verkauft sie im Kiosk und online. © Alex Habermehl

Auf Bestellung bastelt Karima Kadriu nebenbei Piñatas. Das sind bunte Figuren aus Pappmaché, die mit Süßigkeiten gefüllt sind und in Südamerika und Spanien traditionell auf Festen aufgehängt werden. Mit verbundenen Augen müssen die Gäste dann so lange mit Stöcken auf die Piñatas einschlagen, bis diese zerplatzt und es Süßigkeiten regnet. Karima Kadriu verkauft ihre Kunstwerke nicht nur im Kiosk sondern auch online. „Neulich habe ich einen VW-Bus für eine Hochzeit gebastelt und Pegasus wurde auch schon bei mir in Auftrag gegeben“, berichtet sie. „Ich bastele gerne und wenn es im Laden vormittags mal ruhiger ist, finde ich die Zeit dazu.“

Kiosk ist Treffpunkt und Anlaufstelle bei Fragen geworden

Die Kadrius fühlen sich wohl im Neubaugebiet An den Eichen, das die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus der Stadtwerke-Gruppe entwickelt und vermarktet. „Wenn man herkommt, fühlt es sich an wie Urlaub“, findet Karima Kadriu. „Die Kunden sind sehr angenehm und das Verhältnis ist familiär.“ In den Kiosk kommen vor allem Stammkunden. Viele von ihnen wohnen An den Eichen, einige kommen aber auch aus Mühlheim, Bieber oder Obertshausen. Je mehr Menschen in das Neubaugebiet ziehen, desto mehr Kunden haben die Kadrius.

Vor allem für ältere Menschen bietet das La&Me mit seiner kleinen Sitzecke und den Tischen und Stühlen im Freien eine Anlaufstelle: Sie kommen hierher, um sich zu treffen und um Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft zu erfahren. Auch viele Kinder und Jugendliche kommen vor oder nach der Schule vorbei, um sich mit belegten Brötchen, Eis und Süßigkeiten einzudecken.  „Viele Leute, die hier wohnen, sind neu in Offenbach. Für die sind wir oft eine erste Anlaufstelle, wenn sie Fragen haben“, erzählt Bekim Kadriu. Er und seine Frau haben immer ein offenes Ohr für ihre Kunden und nehmen sich Zeit für einen kleinen Plausch.

„Es ist hier wie in einem kleinen Dorf“

Kiosk La&Me im Neubaugebiet An den Eichen
Karima Kadriu wechselt sich mit ihrem Mann Berkim im Laden ab. © Alex Habermehl

Bekim Kadriu kommt jeden Morgen um fünf Uhr in den Laden, um den Ofen anzuschalten und die ersten Brötchen aufzubacken. Der Kiosk öffnet unter der Woche schon um sieben, am Wochenende um acht und ist bis 19 Uhr geöffnet. „Es ist schon viel Arbeit, aber wenn es Spaß macht, dann geht das“, findet er. „Und wir sind hier in einer so schönen Umgebung.“

Seit letztem Sommer wohnen die Kadrius auch An den Eichen, genau gegenüber dem Kiosk. Das macht es leichter, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. „Wir können uns im Laden abwechseln, so kann sich einer von uns nachmittags um die Kinder kümmern.“ Den Entschluss, in das Neubaugebiet zu ziehen, haben die Kadrius gefasst, weil sie sich dort so wohl fühlen. Die Kinder, neun und zwölf Jahre alt, haben dort ihren Freiraum, berichtet Karima Kadriu. „Es ist hier wie in einem kleinen Dorf, jeder kennt jeden und die Leute sprechen miteinander. Da können die Kinder auch mal alleine raus.“ Vor allem für jüngere Kinder sei der Spielplatz An den Eichen toll, findet sie. Für die etwas älteren Kinder wünscht sie sich noch Möglichkeiten zum Toben. „Es ist gut, dass bald ein Bolzplatz gebaut wird. Aber vielleicht könnte man auch ein Badminton- oder Volleyballfeld einrichten“, schlägt sie vor.

Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist groß

Der Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist groß und die Stimmung gut. „Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht“, berichtet Bekim Kadriu. Am letzten Wochenende hat er seinen Kindern vorgeschlagen, eine Fahrradtour zu machen. Sein neunjähriger Sohn habe ihn gefragt, ob er einen Freund mitnehmen dürfe und sei losgezogen, um diesen zu fragen. Letztendlich sei er mit mehreren Kindern und deren Eltern zurückgekommen. „Wir waren dann mit etwa 20 Personen unterwegs“, lacht Bekim Kadriu. „Die Fahrradtour hat sich herumgesprochen und mehrere Freunde meiner Kinder und auch einige Eltern wollten mitkommen. Das war toll.“

Die Kadrius hoffen, dass das Neubaugebiet An den Eichen sich weiterhin so gut entwickelt wie bisher. Wenn der nördliche Teil ebenfalls bebaut ist und dort weitere potenzielle Kundinnen und Kunden einziehen, wollen sie auch Eis in der Waffel verkaufen und sich einen größeren Backofen anschaffen, um alle mit Backwaren versorgen zu können.

11.07.2017