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Stadt Offenbach

Capitol Theater macht seine Vergangenheit sichtbar

02.06.2026 – Mithilfe modernster Technik präsentiert das Capitol Theater Offenbach ab sofort eine virtuelle Rekonstruktion der ehemaligen Synagoge in der Goethestraße. Besucherinnen und Besucher haben nun die Möglichkeit, im Eingangsbereich des Capitols einen Film mit 3D-Ansicht zu schauen.

Mit der virtuellen 3D-Rekonstruktion lässt sich das Capitol Theater in seiner ursprünglichen Gestalt als Synagoge erleben.

Von der imposanten Kuppel bis zu den kunstvollen Details des Innenraums wird die Atmosphäre von früher wieder erlebbar. Zugang zum virtuellen Rundgang mit historischen Informationen haben alle Gäste, die Tickets für öffentliche Veranstaltungen im Capitol Theater gekauft haben und dann an den jeweiligen Terminen ins Foyer kommen. Die vhs Offenbach wird im November ein spezielles Angebot für Interessierte machen, persönliche Terminvereinbarungen sind nicht möglich. 

Realisiert wurde das Projekt vom Verein „Freunde des Capitol Theaters Offenbach e.V.“ in Zusammenarbeit mit Dr. Ing. Marc Grellert und seinem Team der Architectura Virtualis GmbH sowie der Technischen Universität Darmstadt und Goethe-Universität Frankfurt. Grundlage der Nachbildung waren historische Pläne, Fotografien und wissenschaftliche Expertisen.

Virtuelle Rekonstruktion gegen das Vergessen

Den Kontakt zu dem Umsetzungsbüro stellte Capitol-Geschäftsführerin Birgit von Hellborn 2025 her. Die Idee zur virtuellen Reise in die Vergangenheit kam ihr gemeinsam mit ihrem Partner Jens Eichhöfer nach einem Besuch im Hochbunker im Frankfurter Ostend, den die Initiative 9. November betreibt. Eine Ausstellung zeigt dort mit digitalen Technologien die virtuelle Rekonstruktion von mehr als 25 Synagogen. „Dass so etwas technisch funktioniert, hätte ich vorher nicht für möglich gehalten“, sagt von Hellborn. 

„Ziel des Projekts ist es, auch in Offenbach die Historie der 1938 geschändeten Synagoge sichtbar zu machen und einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte für kommende Generationen zu bewahren“, erklärt der zuständige Aufsichtsratsvorsitzende Martin Wilhelm. Anders als in den meisten Städten sei in Offenbach der Synagogen-Baukörper inklusive der großen Kuppel erhalten geblieben, betonte Wilhelm: „Daher eignet sich unser geschichtsträchtiges Veranstaltungshaus besonders dazu, die ursprüngliche Gestalt der Innenräume neu erfahrbar zu machen.“

Erinnerung an einstiges Zentrum des liberalen Judentums

Die Finanzierung der Rekonstruktion erfolgte durch die Dr. Marschner-Stiftung als Hauptförderer sowie weitere institutionelle und private Unterstützer – darunter die „Freunde des Capitol Theaters Offenbach e.V.“ und die Stadtwerke Offenbach, zu deren Geschäftsfeld Veranstaltungen das Capitol Theater gehört. 

Die im April 1916 geweihte Synagoge entwickelte sich zum Zentrum des deutschen, vor allem aber des liberalen Judentums. In Offenbach wurde auch die erste Rabbinerin in der Geschichte des Judentums ordiniert. Eine Vielzahl kultureller Aktivitäten in der Synagoge und deren Festsaal bereicherten das Offenbacher Kulturleben, bis das Gebäude in der Pogromnacht 1938 geschändet wurde. Nun werde die ursprüngliche Gestalt des einzigartigen Gebäudes virtuell wieder erlebbar, freut sich Birgit von Hellborn: „Diese innovative Art der Rekonstruktion setzt ein Zeichen gegen das Vergessen und hilft uns dabei, die Erinnerung zu bewahren.“  

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