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Capitol mit Classic Lounge
Ein Klangkörper, so besonders wie das Theater: Das Capitol Symphonie Orchester gestaltet künftig die Konzertreihe. © EVO Energieversorgung Offenbach
Mit der Spielzeit 2018/19 startete die Capitol Classic Lounge in eine ganz besondere Saison: Zum Jahreswechsel hat sich die außergewöhnliche Konzertreihe mit frischen Ideen noch enger mit ihrer Spielstätte, dem Capitol Theater in Offenbach, verbunden.
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© Stadt Offenbach

„Das Jahr 2019 bringt der Stadt und der Region das Capitol Symphonie Orchester“, kündigte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke bei der Vorstellung der aktuellen Spielzeit an. „Musikalisch und vom Image her wird es das ausstrahlen, was das Capitol Theater ausmacht: neben Emotionen und hoher Qualität eben auch einen Hauch von Glamour.“

Capitol-Geschäftsführerin Birgit von Hellborn freut sich darüber, dass ihr traditionsreiches Haus, ein Herzstück der Stadt, nun auch vom Namen her mit dem Orchester vereint ist. Wie das kommt, ist schnell erklärt. Das Capitol ist seit 2005 Sitz der Neuen Philharmonie Frankfurt. „Nach 20 Jahren sehr erfolgreicher gemeinsamer Zeit ist es mit dem Jahreswechsel für die Philharmonie-Gründer Dr. Ralph Philipp Ziegler und Dirk Eisermann nun an der Zeit, jeweils eigene musikalische Wege zu gehen“, erklärte OB und Kulturdezernent Schwenke: „Jeder verfolgt das, was ihn am meisten inspiriert.“ Und dies ist bei Ziegler das Capitol Theater.

„Die allermeisten Musikerinnen und Musiker, die unsere Gäste aus der Capitol Classic Lounge schätzen gelernt haben, musizieren auch ab 2019 in unseren Sinfoniekonzerten“, so der künstlerische CCL-Leiter Ziegler, „und ein paar wunderbare weitere kommen dazu.“

„Das Orchester ist wie sein Theater – klangvoll und farbensatt, außergewöhnlich und leidenschaftlich“, schwärmte Ziegler, der dessen künstlerischer Leiter bleibt. Daher trage es seine charismatische Heimstatt in Offenbach schon im Namen.

1920er-Jahre prägen das Programm

Ein Faible des Orchesters ist die schillernde Welt der Musik aus den 1920er-Jahren: Hier finden Klassik, Swing, Jazz & Schlager in einer lebendigen Mischung zusammen, hier treffen sich die Experimentierfreude und der überschäumende Lebenshunger dieser Epoche. „Dieser Klang passt perfekt zum exzentrischen Capitol“, betonte Ziegler, und so steht das erste Programm in der Neuausrichtung am 3. März 2019 unter dem Titel „Babylon 1920 – Vulkan Berlin“. Als Ehrengäste schickt Johnny Klinke das Tigerpalast-Quartett, und die famose Sängerin Sophie Berner, Star am Showhimmel der Berliner „Bar jeder Vernunft“, gibt sich als Solistin die Ehre. Mit Wayne Marshall als Chefdirigenten des WDR-Rundfunkorchesters steht eine internationale Kapazität für diesen Stil am Pult.

Dem furiosen Auftakt folgt am 7. April die zeitlich dazu passende Capitol Cinema Lounge. Es bleiben die ‚goldenen Zwanziger‘, aber der Film wechselt: Bei der Capitol Cinema Lounge mit orchesterbegleitetem Stummfilm am Sonntag, 7. April im Capitol Theater wird ein anderer Film als vorgesehen gezeigt. Zu sehen ist der Kult-Klassiker ‚Der letzte Mann‘ von Friedrich Wilhelm Murnau mit der Rarität einer großen Originalmusik aus der Entstehungszeit, komponiert von dem damals hoch renommierten Filmkomponisten Giuseppe Becce. Ursprünglich gezeigt werden sollte ‚Lulu – Die Büchse der Pandora‘ von G. W. Pabst mit einer neukomponierten Musik von Jens J. Troester. Der Komponist hat sein Werk aus Zeitgründen noch nicht fertigstellen können. Im Übrigen findet die sinfonische Begleitung früher Kino-Meisterwerke immer mehr Gehör: Wie Ziegler mitteilt, hat der Kultursender ARTE das Capitol Symphonie Orchester bereits zu einer ersten Zusammenarbeit eingeladen.

Der Rausch des Lebens in den 20er-Jahren setzt sich auch in der Symphonie Lounge am 5. Mai fort: Mit dem Titel „Bolero! Ekstase“ ist eigentlich alles gesagt… Als Vorspiel zu Maurice Ravels musikalischem Höhepunkt kommt eine 101 Jahre alte Kostbarkeit seit vielen Jahrzehnten erstmals wieder zum Klingen: die „Rhapsodische Sinfonie“ von Werner Richard Heymann, 1918 von den Wiener Philharmonikern uraufgeführt. Wer Heymanns bekannteste Stücke wie „Ein Freund, ein guter Freund“ kennt, wird staunen, dass dieser Erfinder unvergänglicher Schlager seine Laufbahn als sinfonischer Komponist begann. Sein Stück für Bariton und Orchester ist eine sinfonische Erzählung über die Liebe, die in einer Klanglichkeit zwischen Wagner, Strauss und Mahler steht. Der renommierte Bariton Hans Christoph Begemann übernimmt den Solopart; der an Häusern wie der Mailänder Scala wirkende Dirigent Roland Böer leitet die außergewöhnliche Aufführung.

Bei der „Last Night of the Lounge“ am 10. August 2019 kommt dann wieder die Neue Philharmonie Frankfurt mit saftiger Rockmusik und vielen Crossover-Hits auf die Lichterfest-Bühne.