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Pedelecs werden an eMobil-Station ausgeliehen
© Alex Habermehl
Über einen Kundenzuwachs von 58 Prozent seit dem Ausbau ihres eMobil-Stationsnetzes im Frühjahr 2017 freuen sich die eMobil-Projektpartner Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) der Stadtwerke-Gruppe und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Das gemeinsam entwickelte und vom Land Hessen geförderte Vermietsystem verzeichnete Ende 2018 834 Nutzerinnen und Nutzer. Die eMobil-Fahrzeuge nehmen damit als ergänzende Verkehrsmittel zu Bus und Bahn immer mehr Fahrt auf.
Männlich, zwischen 18 und 39 Jahre alt, mit Wohnort im Stadtzentrum und meist nicht länger als eine halbe Stunde innerstädtisch mit dem Elektro-Auto oder dem Pedelec unterwegs: So sehen die typischen eMobil-Kunden aus. Das hat eine Auswertung der Statistik für den Zeitraum Januar bis Oktober 2018 ergeben. Insgesamt wird das öffentliche Vermietsystem von allen Altersgruppen gut genutzt und dies sowohl im beruflichen Alltag als auch an den Wochenenden.

"Ganz klar die Mobilität der Zukunft"

„Bus und Bahn mit Mietauto und Fahrrad zu kombinieren, macht ganz klar die Mobilität der Zukunft aus, das zeigen auch die Nutzerzahlen von eMobil“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Egal, ob spontan mit dem Auto zum Einkaufen oder am Wochenende mit dem Pedelec ins Grüne, die eMobil-Fahrzeuge kommen hervorragend an.“

Elektromobiles Car- und Bike-Sharing ist in Offenbach bereits seit 2011 mit dem Öffentlichen Nahverkehr vernetzt. Elektroautos und Pedelecs, das sind Fahrräder mit elektrischer Antriebshilfe, stehen seit dieser Zeit an Offenbachs zentralem ÖPNV-Knotenpunkt, dem Marktplatz, zur Anmietung bereit. Noch im Frühjahr 2017 machten  527 Nutzerinnen und Nutzer von diesem Angebot Gebrauch. Die Einschränkung  bis dahin: Gemietete Fahrzeuge mussten hinterher auch wieder an der Station am Marktplatz zurückgegeben werden.

Stationsnetz wurde ausgebaut

Das hat sich seit Mai 2017 geändert. Das elektromobile Angebot wurde bis Mitte 2018 sukzessive zu einem stadtweiten Netz von sechs Stationen ausgebaut. Seitdem können die Fahrzeuge an einer Station entliehen und an einer anderen zurückgegeben werden.

Die ersten beiden neuen eMobil-Stationen entstanden in Hafennähe am Nordring und im Stadtteil Bieber. Ein Jahr darauf, Ende April 2018, folgten Standorte in den Stadtteilen Rumpenheim, Tempelsee und An den Eichen. Insgesamt sechs Elektroautos und 20 Pedelecs stehen seither an den sechs Stationen zur Verfügung.

Überwiegend private Nutzung

Mit dem neuen eMobil-Netz stiegen auch die Nutzerzahlen. Schon zum Jahresbeginn 2018 erhöhten sie sich auf 616, im Oktober 2018 lagen sie bereits bei 834.

Der Anteil der Männer liegt bei 70 Prozent, der Anteil der Frauen bei 29 Prozent. Nur ein Prozent sind gewerbliche Nutzer*innen. Das eMobil-System spricht also hauptsächlich private Haushalte an. Für ein Kundenkonto kann es aber auch mehrere Nutzer*innen geben, zum Beispiel weitere Familienmitglieder.

Die Altersstruktur zeigt eine nahezu gleichmäßige Verteilung der Nutzerinnen und Nutzer auf fast alle Altersgruppen, bei leichter Mehrheit der 18 – 29-Jährigen und 30 – 39-Jährigen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Kundenzahl ab. Nur noch 11 Prozent sind älter als 60.

Überwiegend kurze Fahrten

Im Gegensatz zu den Anfangsjahren von eMobil ist die Altersverteilung heute ausgewogener. Mit dem erweiterten Angebot des Stationsnetzes konnten OVB und RMV vor allem mehr junge Menschen als Neukunden gewinnen. „Insgesamt zeigt die Statistik, dass eMobil für alle Altersgruppen geeignet ist“, so OVB-Prokuristin Janine Mielzarek. Sie ist bei dem Stadtwerke-Unternehmen für Elektromobilität und Neue Mobilität zuständig.

Die meisten Kundinnen und Kunden wohnen im Bereich der Innenstadt. Sie sind selten länger als drei Stunden mit einem Elektrofahrzeug, überwiegend sogar nur weniger als eine halbe Stunde unterwegs. Dabei werden die Elektroautos und Pedelecs gleichwertig genutzt.

Die verhältnismäßig geringen Kilometerzahlen pro Ausleihe deuten auf überwiegend innerstädtische Fahrten hin. Wobei sich die Ausleihe relativ gleichmäßig auf alle Wochentage verteilt. Das System eignet sich folglich für den Alltag wie für den Freizeitbedarf. Pedelecs werden am Wochenende vermehrt und dann auch häufig länger als drei Stunden angemietet. Das deutet auf eine stärkere Nutzung für Ausflugstouren hin.  

One-Way-Nutzung stößt auf große Resonanz

Die Möglichkeit der One-Way-Nutzung, die das stadtweite Stationsnetz bietet, ist auf eine  recht große Resonanz gestoßen. Wie die Statistik zeigt, wird dieses stationsflexible Angebot als passende Ergänzung zu Bus und Bahn inzwischen schon von 37 Prozent der Nutzer*innen angenommen. „Wir sind von diesem recht hohen Wert durchaus begeistert“, freut sich Janine Mielzarek.

Die stationsflexible Nutzung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Angebotes  für die Vernetzung der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel in Offenbach. Dies gilt insbesondere auch in den Tagesrandzeiten, in denen immerhin noch elf Prozent der Kunden zwischen 22 und 6 Uhr auf die elektromobilen Fahrzeuge zurückgreifen.    

eMobil-Station am Marktplatz am stärksten fequentiert

Nach wie vor ist die eMobil-Station am Marktplatz das zentrale Element des Vermietsystems. Hier werden die eAutos und Pedelecs am häufigsten ausgeliehen, gefolgt von den Standorten Nordring, Rumpenheim, Bieber und Tempelsee.

Der Standort Marktplatz ist ebenfalls der Ankerpunkt der stationsflexiblen Ausleihe. Die meisten Fahrten haben die Innenstadt als Ausgangs- oder Zielpunkt und finden zwischen Marktplatz und Tempelsee, Marktplatz und Bieber sowie Marktplatz und Rumpenheim statt.

26.2.2019