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Klima-Kommunal: Preisübergabe an die Offenbacher Vertreterinnen
Die hessische Umweltministerin Priska Hinz übergibt den Preis an die Offenbacher Vertreterinnen Janine Mielzarek, stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle Elektromobilität – Projektleitstelle Bundesprojekte, und Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz Hollerbach (v.l.n.r.). © Roland Grün
Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Offenbach am Main ist am 8. November während der Konferenz „Klima-Kommunal“ zum dritten Mal mit einem Preis ausgezeichnet worden. Die beiden ersten Preise waren Gewinne im Rahmen des Bundeswettbewerbs Kommunaler Klimaschutz, den das Bundesumweltministerium seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative zusammen mit dem Deutschen Institut für Urbanistik auslobt, für Maßnahmen in der Energieberatung für die Stadtteile und die Energetische Beratung für Unternehmen in den Jahren 2012 und 2015. Die diesjährige Auszeichnung für die Projekte des nachhaltigen Mobilitätsmanagements wurde von der Hessischen Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, überreicht.
„Unser Klimaziel ist klar: Bis 2050 wollen wir in Hessen klimaneutral sein. Das erfordert Anstrengungen – ganz konkret und vor Ort. Die Klima-Kommunen leben vor, wie diese umgesetzt und nachhaltig gelebt werden können. Offenbach zeigt bereits seit ein paar Jahren, wie Elektromobilität in der Stadt gefördert werden kann. Ob Pflegedienste, Handwerksbetriebe oder Hausärztinnen und Ärzte: Die Vermietung von E-Autos an Offenbacher Unternehmen wurde sehr gut angenommen und hat der Elektromobilität einen kräftigen Schub gegeben“, gratulierte Umweltministerin Priska Hinz den Vertreterinnen der Stadt Offenbach zur Auszeichnung beim Wettbewerb „So machen wir’s“. Das Preisgeld von 7.500 Euro nahmen die Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Heike Hollerbach, und die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle Elektromobilität – Projektleitstelle Bundesprojekte, angesiedelt bei den Stadtwerken, Janine Mielzarek, persönlich entgegen. “Wir freuen uns über die Anerkennung der gemeinsamen Arbeit und werden das Preisgeld in die Umsetzungs- und Potenzialanalyse für den Aufbau der öffentlich zugänglichen Ladesäulen und die Entwicklung des Leitfadens investieren“ so Heike Hollerbach und Janine Mielzarek.
Preisträger Klima-Kommune 2017
© HMIKLV

Klima-Kommunen

Der Wettbewerb wurde ausgerufen, um die Aktivitäten der Kommunen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu fördern. Teilnehmen konnten alle Kommunen und Landkreise, die Mitglieder des Projekts „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ sind und die Charta des Projekts unterzeichnet haben. Die Stadt Offenbach gehört zu den Gründungsmitgliedern der Klima-Kommunen und ist seit 2009 dabei. Beworben hatte sich die Stadt in diesem Jahr mit ihren Projekten zum nachhaltigen Mobilitätsmanagement in der Kategorie Klimaschutz. Dazu gehört, gemäß dem 2010 beschlossenen Klimaschutzkonzept, neben dem schulischen Mobilitätsmanagement und verschiedenen Angeboten zum Radverkehr für Kinder, Jugendliche und Erwachsene insbesondere auch die Förderung der Elektromobilität. Die Stadt und die Stadtwerke – so die Jury – leisten mit den gemeinsamen Maßnahmen einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz, der Schulen, Unternehmen und die Öffentlichkeit einbindet und der in vergleichbarer Weise auch in anderen Kommunen umgesetzt werden könnte.

Nachhaltige Mobilität in Offenbach

Das Offenbacher Maßnahmenpaket besteht aus dem Einsatz von Elektroautos in Firmenflotten, kostenlosem Parken für E-Autos auf öffentlichen Parkplätzen sowie einem innovativen E-Auto- und Pedelec-Sharing-Angebot für Endkunden mit sechs Vermietstationen im Offenbacher Stadtgebiet ab 2018. Durch dieses Netz können Elektrofahrzeuge dann an einer beliebigen Station im Stadtgebiet entnommen und an einer anderen zurückgegeben werden. Auch bei der Elektrifizierung der Stadtbusflotte hat sich Offenbach konkrete Ziele gesetzt: Bis 2023 möchte die Stadt am Main 30 Prozent der Busse auf die umweltfreundliche Antriebstechnik umgestellt haben. 2019 sollen die ersten E-Busse im Linienbetrieb fahren und dazu beitragen, die Luftschadstoffe zu verringern. Ergänzend zur Elektromobilität bietet die Stadt nachhaltige Angebote für Schulen, Kindergärten und Radfahrer, wie den Schülerradroutenplaner oder Mobilitätsangebote zu Aktionstagen, zum Beispiel die Klimarallye.

Lenkungskreis Elektromobilität

Der Lenkungskreis Elektromobilität, zusammengesetzt aus städtischen Ämtern wie Umweltamt, Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Eigenbetrieb Stadt Offenbach, Energieversorger und Projektleitstelle Elektromobilität bildet ein wichtiges Expertengremium und ist Impulsgeber für die Umsetzung verschiedener Ansätze von Elektromobilität mit dem Ziel, alltagstaugliche, benutzerfreundliche und flexible Mobilitätsangebote zu schaffen. Er ist auch verantwortlich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Abarbeitung der fachlichen Voraussetzungen für die Umsetzung, seien es rechtliche Fragen, die geklärt werden müssen oder aber andere Vorgaben der Stadt. Die Aufgabe der Grundlagenermittlung und die Aufbereitung rechtlicher Rahmenbedingungen ist ein laufender Prozess und zeigt auf, wie komplex die Umsetzung von Elektromobilitätsthemen in Kommunen ist. „Der Auf- und Ausbau von Elektromobilität für die prosperierende Stadt Offenbach ist ein wesentlicher Baustein zur Reduzierung von Umwelt-, Luft- und Lärmbelastungen. Der Lenkungskreis ist auch Gestalter einer neuen Mobilität für Alle in der Zukunft. Die Wahrnehmung und Akzeptanz für Elektromobilität wird in der Öffentlichkeit gesteigert. „Wir berichten regelmäßig über die Fortschritte der Projekte. Die Projekte, die hier umgesetzt wurden, sind jederzeit auch auf andere übertragbar“, sagt Heike Hollerbach, auch zuständig für die Themen Luftreinhaltung und Lärmminderung. Ein erfolgreiches Projekt war die Umstellung des Zustellbetriebs in der Fußgängerzone durch einen „Cargo Cruiser“ zur Belieferung der Geschäfte. Diese alternative und damit stadtverträgliche Gestaltung der Liefer- und Ladeverkehre im Innenstadtbereich erfolgt durch den Einsatz eines elektro-unterstützten Lastenfahrrads und leistet einen erheblichen Beitrag zur Aufenthaltsqualität und Luftreinhaltung, da die dauerhafte Substitution von Dieselantrieben angestrebt wird und durch Nutzung eines mobilen Depots fossile Brennstoffe auf die Zubringerverkehre begrenzt werden. Die Zustellung selbst kann so faktisch emissionsfrei erfolgen. Dadurch werden Zielsetzungen der Stadtgestaltung mit der notwendigen Mobilität von Gütern und Dienstleistungen vereinbart. Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz steht als Ansprechpartner für die Weiterentwicklung der nachhaltigen Mobilität im Klimaschutzprogramm oder in der Gesamtstrategie zur Klimawandelanpassung der Offenbach jederzeit unter 069 8065-2557 oder unter umweltamtoffenbachde zur Verfügung.

Rahmenbedingungen für Elektromobilität in Offenbach

Die städtischen Grundlagen und Prinzipien – wie in Offenbach zum Beispiel Infrastruktur für Elektromobilität aufgebaut werden soll – werden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe unter Federführung des Amts für Umwelt, Energie und Klimaschutz entwickelt. Der Lenkungskreis hat sich zum Ziel gesetzt, Elektromobilität in Offenbach mit dem Schwerpunkt infrastruktureller Voraussetzungen zu fördern. Darunter fallen die Grundlagenermittlung und -aufbereitung rechtlicher Rahmenbedingungen, die Standortplanung weiterer elektromobiler Sharing-Stationen im Stadtgebiet als Mobilitätsknotenpunkte und die bedarfsgerechte Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Der Lenkungskreis Elektromobilität bildet hierbei ein wichtiges Expertengremium und stellt den Austausch sowohl zwischen den beteiligten Ämtern der Stadt als auch den privaten und kommunalen Gesellschaften, die sich für die Elektromobilität in Offenbach engagieren, sicher. Er versteht sich als Impulsgeber für die Umsetzung verschiedener Ansätze von Elektromobilität mit dem Ziel, alltagstaugliche, benutzerfreundliche und flexible Mobilitätsangebote zu schaffen. Die Aufgabe der Grundlagenermittlung und die Aufbereitung rechtlicher Rahmenbedingungen ist ein laufender Prozess und zeigt auf, wie komplex die Umsetzung von Elektromobilitätsthemen in Kommunen ist. Andererseits ist der Lenkungskreis auch Gestalter einer elektromobilen Zukunft und trägt dazu bei, die Wahrnehmung und Akzeptanz für Elektromobilität unter den Bürgerinnen und Bürgern in Offenbach zu steigern. „Wir berichten regelmäßig sowohl dem Magistrat als auch in den regionalen wie überregionalen Arbeits- und Fachgesprächen über die Fortschritte der Projekte. Der Lenkungskreis als Arbeits- und Entscheidergremium kann als Modell für andere Städte dienen; dies gilt auch für die Projekte, die in Offenbach umgesetzt werden“, erklärt Heike Hollerbach, Amtsleiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz und zugleich Leiterin des Lenkungskreises.

Geschäftsstelle Elektromobilität – Projektleitstelle Bundesprojekte

Die Projektleitstelle Bundesprojekte hat ihren Sitz bei der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. In Kooperation mit der Geschäftsstelle Elektromobilität der LandesEnergieAgentur bei der HA HessenAgentur koordiniert sie auf regionaler Ebene Projekte, die die Mobilität der Zukunft marktfähig machen. Beispielsweise ist dies in Offenbach der Aufbau elektromobiler Fahrzeugflotten im kommunalen wie gewerblichen Bereich, die Entwicklung intermodaler Angebote, die Elektrifizierung des Nahverkehrs oder die Weiterführung der Förderung elektromobiler Maßnahmen. Darüber hinaus koordiniert die Projektleitstelle Bundesprojekte auch hessenweite elektromobile Netzwerke mit Projektpartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, führt Workshops und Veranstaltungen durch und ist zentraler Ansprechpartner für Unternehmen aus Hessen, die an Bundesförderung im Bereich Elektromobilität interessiert sind.