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Tunesische Delegation an der eMobil-Station am Marktplatz
Die tunesischen Delegationsgäste, hier zusammen mit dem eMobil-Team der Stadtwerke, ließen sich an der Station am Offenbacher Marktplatz das elektromobile Bike- und Car-Sharing erläutern. © SOH
Fast schon ein kleiner Staatsbesuch: Tunesische Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Industrie, der Nationalen Agentur für Energiemanagement, der Elektrizitäts- und Gas-Gesellschaft, der Post und der Nationalen Fachhochschule Tunis haben sich bei der Offenbacher Stadtwerke-Gruppe und ihren Mobilitätsunternehmen informiert, wie sich Elektromobilität im Öffentlichen Nahverkehr und in Unternehmensflotten integrieren lässt.
Offenbachs Engagement in Sachen Elektromobilität gilt schon seit Jahren nicht nur in Deutschland als modellhaft und lockt immer wieder internationale Gäste an. Delegationen aus den USA etwa oder zuletzt auch aus Costa Rica haben sich schon bei den Offenbacher Verkehrs-Betrieben (OVB) und der Geschäftsstelle Elektromobilität über Offenbachs Erfah-rungen mit der umweltfreundlichen Antriebstechnik informiert.

Energiepolitischer Dialog zwischen Deutschland und Tunesien

Die Gewinnung erneuerbarer Energien und ihr Einsatz bei der Elektromobilität, bei der öffentlichen Personenbeförderung wie im gewerblichen Bereich, ist auch im flächenmäßig kleinsten, von elf Millionen Menschen bewohnten Land Nordafrikas ein großes Thema. Der Magreb-Staat gilt nach der Volkserhebung „Arabischer Frühling“ gesellschaftlich wie wirtschaftlich als Hoffnungsträger für die gesamte Region.

Mit Finanzhilfen und umfangreichen Programmen fördert die EU die demokratische und ökonomische Entwicklung des stark nach Europa orientierten Schwellenlandes. Auch Deutschland, drittgrößter Handelspartner und Investor in Tunesien, engagiert sich stark. Dazu zählt auch die 2012 von den Außenministern beider Staaten ins Leben gerufene tunesisch-deutsche Energiepartnerschaft, ein institutionalisierter energiepolitischer Dialog, um Tunesien bei der Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Energiepolitik mit Schwerpunkt auf erneuerbare Energien zu begleiten.

Idealer Standort für Solar- und Windenergie

Tunesiens nationale Energiebehörde treibt diese Energiewende voran. Bis 2030 sollen 30 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Tunesien gilt als idealer Standort vor allem für Solar- und Windenergie.

Zur inhaltlichen und organisatorischen Unterstützung der tunesisch-deutschen Partnerschaft ist in Tunis ein ständiges Sekretariat eingerichtet worden. Den Austausch unter Einbindung der Privatwirtschaft moderiert seit 2013 die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusam-menarbeit (GIZ). Gemeinsam mit dem Sekretariat hat die GIZ jetzt auch die vom Bundesmi-nisterium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit mitfinanzierte Informationsreise nach Deutschland organisiert.

GIZ hat mehrtägige Delegationsfahrt organisiert

Stationen dieser mehrtägigen Delegationsfahrt sind neben dem Besuch der Ausstellung „elektro ± mobil“ im Frankfurter Museum für Kommunikation ein Austausch mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und eine Besichtigung der ebenfalls in Aachen angesiedelten StreetScooter-Produktion der Deutschen Post gewesen.

In Offenbach hat das Team der Elektromobilität der Delegation das vielfältige Engagement der Stadtwerke-Unternehmensgruppe auf diesem Gebiet erläutert, von der Einbindung elektrischer Mietfahrzeuge in Unternehmensflotten über die bevorstehende Elektrifizierung der Offenbacher Stadtbusse bis hin zur Integration der Elektromobilität in die Mobilitätskette des öffentlichen Nahverkehrs mit inzwischen sechs eMobil-Leihstationen.

Offenbacher Strategie hat beeindruckt

Mit großem Interesse haben sich  dann die Gäste an der eMobil-Station am Marktplatz, Offenbachs wichtigstem Verkehrsknoten, erklären lassen, wie einfach das elektromobile Car- und Bike-Sharing in Ergänzung zu Bus und Bahn funktioniert.

Stark beindruckt hat die tunesischen Gäste, wie es in Offenbach gelungen ist, aus einer Vision eine klare Strategie für den Einsatz der Elektromobilität zu entwickeln und mit einer Informationskampagne auch das öffentliche Bewusstsein für die Umstellung auf Elektroantrieb zu stärken. Motiviert durch diese Erfahrungen, überlegen die Reiseteilnehmer jetzt, in ihrem Heimatland ebenfalls ein kommunales Pilotprojekt zu starten.

07. Mai 2019