Sprungmarken

Rund 80 Rosenstöcken, die bis zum Wochenende auf dem Hügel vor dem früheren Toys’r’Us-Hauses an der Berliner Straße standen, blüht ein zweites Leben. Mit dem bereits begonnen Abriss des Gebäudes steht nun die Freimachung des Geländes an, auf dem ein Investor einen Komplex mit Wohnungen und Geschäften baut. Stefan Prinz, einer der rund 120 Offenbacher Grünpaten, tat es leid um die Pflanzen auf dem „Offenbach Hills“ genannten Hügel, auf dem auch rund vier Jahre lang der weiße Schriftzug „Offenbach“ stand.

Die großen Buchstaben sind inzwischen abgebaut und eingelagert, die Rosen wären ohne seinen Einsatz demnächst mit dem Erdhügel abgetragen worden. Die Offenbacher Grünpaten bepflanzen, pflegen und gießen mit Unterstützung von „Besser leben in Offenbach“ (BliO), dem gemeinsamen Projekt von Stadt und Stadtwerke, die Grünflächen in ihrer Nachbarschaft. Auf Facebook rief Prinz unter dem Motto „Save the Roses from Offenbach Hills“ sie und andere Helfer zur Rettung der Rosen auf.

Zweites Leben im Mathildenviertel

Mit Unterstützung von BliO, dem Quartiersmanagement Mathildenviertel und in Absprache mit der beauftragten Baufirma rückten am Sonntag schließlich rund 20 Offenbacherinnen und Offenbacher mit Spaten und Kübeln an, um die Rosenstöcke auszugraben und umzupflanzen.

Einige der Pflanzen wurden bereits im Quartierspark Mathildenviertel eingegraben, die übrigen werden in einer weiteren Aktion in öffentlichen Grünflächen im  Mathildenviertel eingepflanzt. Auch wenn vielleicht nicht jede der Pflanzen den Ortswechsel übersteht, so haben die meisten der geretteten Rosen jetzt noch ein zweites Leben in Offenbach vor sich.

14. Juli 2020