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Sojaanbau im Nordend: Die Kinder gießen die Pflanzen
Sojaanbau im Nordend: Die Grundschüler der Goetheschule kümmern sich um die Pflanzen. © SOH
Eine Ganztagsklasse der Goetheschule nimmt an einem bundesweiten Forschungsprojekt teil und hat Soja im Nordendgarten angepflanzt.

Die Kinder der Klasse 2b der Goetheschule haben in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet: Wiesen- und Beetblumen sorgen für bunte Farbtupfer und locken Bienen an, Erdbeeren werden immer wieder reif, Kartoffeln, Radieschen, Brom-, Erd-, Him- sowie Johannisbeeren sind gesetzt, die Kürbisse für die Wette des Hessischen Rundfunks gedeihen dort und ein eigenes Sojabohnenfeld wurde für die Teilnahme an einem bundesweiten Projekt angelegt.

Dabei misst die so bewirtschaftete Fläche, das bis dahin unbeachtete Hochbeet auf dem Goetheplatz im Nordend, gerade mal rund 50 Quadratmeter, die aber von Fatima, Elias, Osman, Mert, Ines, Elena, Joseph und ihren 14 weiteren Mitschülerinnen und –schülern gut genutzt werden. Die Initiative zu der Pflanzaktion ging von „Besser leben in Offenbach“ aus, einem gemeinsamen Projekt von Stadtverwaltung und Stadtwerke Offenbach. In Kooperation mit der Ganztagsklasse der Schule wurde der Nordendgarten neu gestaltet.

Zwölf verschiedene Soja-Kreuzungen

Neben den Erdbeeren, deren Reifegrad die Kinder ständig im Blick behalten, bekommen die Sojapflanzen aktuell besonders viel Aufmerksamkeit von den jungen Gärtnern. Sie wachsen in Reih und Glied auf sechs Quadratmetern. Zwölf Reihen mit jeweils zwölf verschiedenen Soja-Kreuzungen wurden von der Klasse gemeinsam mit Projektleiterin Sabine Süßmann angelegt und werden täglich gewässert.

Mit dem Beet im Herzen des Nordends nehmen die Kinder teil am „Soja Experiment. 1000 Gärten. 2.0“, ein gemeinsames Projekt der Taifun-Tofu GmbH und der Universität Hohenheim, insbesondere der Landessaatzuchtanstalt. Unterstützt wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Außer dem Nordendgarten sind bundesweit inzwischen weitere 1200 Gärten beteiligt.

Mit dem Projekt soll herausgefunden werden, welche Sojapflanzen sich für den regionalen Anbau eignen. Denn Sojabohnen aus Deutschland, so heißt es auf der Internetseite des Projektes, bedeuten „eine nachhaltige Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß, kurze Transportwege, Unterstützung der heimischen Landwirtschaft sowie eine nachvollziehbare und gesicherte Herkunft.“

Beobachtungsbögen werden ausgefüllt

Ob sie schon mal Soja gegessen haben, wissen einige von den Nordend-Gärtnern gar nicht so genau. Aber den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen, das mache Spaß, sagen sie.

Das von Genmanipulation freie Saatgut wurde „Besser leben in Offenbach“ und den Goetheschülern zusammen mit von der Universität Hohenheim entwickelten Beobachtungsbögen zur Verfügung gestellt. Für die Kinder bedeutete dies: Nach dem Säen beobachten, wann in der ersten Reihe mindestens fünf Keimlinge sich aus der Erde herausgearbeitet haben, dies in eine Tabelle einzutragen und später so viele der insgesamt rund 50 gekeimten Bohnen aus dem Boden ziehen, dass die anderen eine gute Chance zum Wachsen haben. Und dazwischen müssen die Kinder in diesem heißen Frühjahr immer wieder gießen – jeden Tag, am Wochenende übernimmt Sabine Süßmann. Inzwischen sind die Anfang Mai ausgesäten Keimlinge etwa kinderkniehoch. „Die fangen jetzt an zu blühen“, erzählen die Schülerinnen und Schüler und verweisen auf die Beobachtungsbögen, auf denen nun wieder eine neue Tabellenspalte ausgefüllt werden kann.

Ernte nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien steht dann die Ernte der Bohnen an. Sie werden aber, anders als die auf dem Goetheplatz wachsenden Kartoffeln oder Beeren, nicht von den Kindern gegessen, sondern an die Uni geschickt. Diese wertet den Ertrag aus dem Nordend aus und vergleicht die Werte mit denen der anderen 1200 Gärten. Wenn dann aufgrund der Forschungsergebnisse eine bestimmte Sojabohnenart in Deutschland großflächig angebaut und heimisch wird, haben die Kinder aus der Ganztagsklasse ihren Beitrag dazu geleistet.

Das Projket "Besser leben in Offenbach"

Im Projekt „Besser leben in Offenbach“ bündeln die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe seit 2007 ihre Aktivitäten, um gemeinsam das Stadtgebiet aufzuwerten. An vielen Maßnahmen sind Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligt. Bisher hat sich das Projekt in fünf Stadtquartieren – der östlichen Innenstadt, der Innenstadt, den Stadtteilen Nordend und Lauterborn sowie dem Senefelder Quartier – nachhaltig für mehr Sauberkeit und Engagement eingesetzt.