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Gute Nachrichten für den Kreativstandort Offenbach: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit Sitz in Frankfurt hat den Mietvertrag für das Gebäude des ehemaligen Zollamtes in Offenbach um drei Jahre verlängert. Mieterin ist die GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH, die die früheren Büros an Kreative untervermietet. Sie hat gemeinsam mit der Offenbacher Wirtschaftsförderung und einem achtköpfigen Beirat das Konzept der Zollamt-Studios entwickelt.
Zollamt-Studios im Hochformat
© Andreas Schmidt

Ursprünglich war der im Jahr 2014 mit der BImA geschlossene Vertrag auf fünf Jahre befristet. Damals hatten Stadtverwaltung und GBO sich um einen Ersatz für den auslaufenden Vertrag für die von Künstlern und Kreativen genutzte ehemalige Mato-Fabrik an der Bieberer Straße bemüht. Nach erfolgreichen Verhandlungen über das leerstehende Zollamt-Gebäude gab es einen regelrechten Run von Kreativen auf die Räume.

Räume sehr gefragt

Sie sind nicht nur wegen ihres Preises, der Innenstadtnähe und der überschaubaren Größe attraktiv; die GBO verlangt auch keine Kaution und gewährt eine kurze Kündigungsfrist von lediglich drei Monaten. Nicht nur Offenbacher Künstler, Gestalter und Kreativunternehmen bewarben sich um einen der etwa 50 Räume.

Der Beirat wählte aus den Bewerbern die künftigen Mieter aus. Auch das Institut für Klangforschung, eine Kooperation der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach mit der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Frankfurt, der Städelschule und der Akademie für angewandte Theaterwissenschaften Gießen, gehört zu den Mietern, die HfG unterhält eine Galerie im Erdgeschoss.

Beitrag zur Etablierung Offenbachs als Kreativstandort

„Mit den Ateliers unterstützen wir die Kreativbranche, die in Offenbach zunehmend ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. „Hier können sich vor allem auch junge Künstler oder Start-up Unternehmen aus der Kreativbranche ausprobieren, ohne die hohen Kosten für ein großes Atelier oder Büro tragen zu müssen.“

In der weiteren Umgebung gibt es kaum ein vergleichbares Angebot von vielen Ateliers, Studios und Büros unter einem Dach. Deshalb hatte sich Annette Schroeder-Rupp, gemeinsam mit Daniela Matha eine von zwei Geschäftsführerinnen der GBO und für den Immobilienbestand zuständig, schon frühzeitig um eine Vertragsverlängerung für die Immobilie aus dem Jahr 1952 bemüht. „Mit der Weitervermietung der Zollamt-Studios vor allem an Kunstschaffende leisten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Etablierung Offenbachs als Kreativstandort“, sagt Schroeder-Rupp, „wir sind froh, dass der Bund den Mietvertrag jetzt um drei Jahre bis 2022 verlängert hat.“

Kreative können sich wieder auf Räume bewerben

Mit der Vertragsverlängerung hat die BImA als Eigentümerin der Liegenschaft allerdings auch die Miete für das Gebäude aus dem Jahr 1952 erhöht. Diese Erhöhung muss die GBO aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerkegruppe an ihre Mieter weitergeben, um die Räume kostendeckend vermieten zu können. Künftig werden dann statt bisher 4,90 Euro kalt pro Quadratmeter 5,81 Euro kalt fällig. Dies ist eine Erhöhung um 91 Cent pro Quadratmeter.

Nachdem in den vergangenen vier Jahren die Zollamt-Studios durchgängig vermietet waren, hatte es angesichts des auslaufenden Mietvertrags in jüngster Zeit einige Leerstände gegeben. „Jetzt möchte der Beirat die Zollamt-Studios wieder ins Gespräch bringen, um neue Interessenten aufmerksam zu machen“, sagt Annette Schroeder-Rupp.

Um die Atmosphäre und eine funktionierende Balance zwischen den kreativen Disziplinen im Haus zu bewahren, ist die Anmietung eines Raumes mit einer Bewerbung verbunden. Dabei will der Beirat darauf achten, dass die bisherige Mischung aus Künstlern, Designern, Produktgestaltern, Architekten und anderem Gewerbe aus der Kreativwirtschaft weiter erhalten bleibt und auch künftig Gelegenheit zum Netzwerken besteht. Die Bewerbung beinhaltet die Einreichung eines Portfolios sowie eines Motivationsschreibens.

11.10.2018

Beirat der Zollamtstudios

Der Beirat, der dann über die Raumvergabe entscheidet, hat folgende Mitglieder: Jürgen Amberger (Wirtschaftsförderung Offenbach), Heiner Blum (HfG Offenbach), Loimi Brautmann (Urban Media Project), Anja Hantelmann (Künstlerin), Annette Schroeder-Rupp (GBO), Anny Öztürk (Künstlerin), Mirjam Schwan (IHK Offenbach am Main) und Ralph Philipp Ziegler (Amt für Kulturmanagement).