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Stadt Offenbach

Mit Strahlkraft für die Innenstadt

30.04.2026 – Architektur-Studierende zeigten im Rathaus, wie sie sich das alte Postgebäude für die HfG-Nutzung vorstellen.

Ein Entwurf mit dem Namen Flaschenpost: Aleksandra Lukic und Laura Corbera-Sanchez mit Professor Techen und GBO-Geschäftsführer Boris Kupke (von links).

Wie kann ein altes Postgebäude mit einem brutalistischen Anbau so transformiert werden, dass es für studentisches Wohnen und Arbeiten von der Hochschule für Gestaltung genutzt werden kann? Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences im Bachelor-Studiengang Architektur unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Techen haben es bis vergangenen Freitag im Offenbacher Rathaus gezeigt. Die zehn besten Entwürfe zur Umgestaltung des historischen alten Postgebäudes mit Anbau im Stil des Brutalismus am Aliceplatz waren dort zu sehen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Stadtwerke-Tochter GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach, die Eigentümerin des Gebäudes am Aliceplatz ist.

Ein Entwurf von Fenja Fuchs und Laetitia Pignataro.

Bei einer Midissage oder eher Finissage trafen sich jetzt noch einmal die Studierenden mit ihrem Professor und weiteren Vertretern der Universität, Vertretern der Hochschule für Gestaltung, der GBO, sowie der Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach. Denn das Gebäude, aus der die Post vor zwei Jahren ausgezogen ist und nun noch in Teilen für technische Anlagen genutzt wird, soll perspektivisch im Rahmen des Zukunftsprojektes Innenstadt zur Belebung der Fußgängerzone genutzt werden. Die Entwürfe sollten also nicht als Basis für bestehende Nutzungspläne dienen. „Aber es ging darum, den Wandel in Offenbach sichtbar zu machen und hier speziell darum, wie die bestehende Struktur in der Innenstadt stärker durchmischt werden kann“, erläuterte Professor Techen, der die Aufgabe gestellt hatte.

Stadthalle war bereits Studienobekt

Es ist bereits die zweite Ausstellung mit studentischen Arbeiten, die die Umwandlung eines Gebäudes der GBO zur Aufgabe hatte. Darauf verwies Boris Kupke, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaften der Stadtwerke und damit auch der GBO. Im vergangenen Jahr hatten sich Architektur-Studierende aus Heidelberg mit der traditionsreichen Offenbacher Stadthalle beschäftigt. Solche Projekte seien am Bedarf des Arbeitsmarktes für kommende Generationen von Architekten ausgerichtet: „Ihre Jobs und Chancen liegen im Bauen im Bestand“, sagte Boris Kupke zu den Studierenden. „Ich bin beeindruckt von Ihren Ergebnissen zur Umwandlung des Gebäudes. Neubauten werden Sie in ihrer beruflichen Zukunft nur selten umsetzen können. Wir können es uns nicht mehr leisten, bestehende Gebäude abzureißen – das ist sowohl ökologisch als auch finanziell nicht mehr zu stemmen. Wir müssen Immobilien ein zweites Leben geben.“

Ein Entwurf von Louis Caspers und Luca Wüstholz.

Dies haben die Studierenden mit ihren Entwürfen auf unterschiedlichste kreative Weise getan. Die meisten haben ihre als Gruppenarbeiten entstandenen Entwürfe auch so angelegt, dass sie Umgebung einbeziehen und aufwerten. So haben Louis Caspers, Luca Wüstholz und Maxim Bokov flexible bunte Paneele an die Fassade angebracht. wo sie die Ateliers für HfG-Studierende geplant haben. Diese auf Metallschienen verschiebbaren bunten Bauteile dienen nicht nur als Blickfang für Passantinnen und Passanten, sondern auch als Schattenspender für die Nutzenden im Gebäude. Darüber hinaus hat das Trio im Erdgeschoss ein für die Öffentlichkeit nutzbares Café sowie Raum für Freizeitangebote eingeplant.

Arbeitstitel "Flaschenpost"

Das Wortspiel „Flaschenpost“ haben Laura Corbera-Sanchez und Aleksandra Lukic als Arbeitstitel ihres Entwurfs gewählt. Sie haben eine Fassade mit runden Aussparungen entworfen, die mit Flaschen gefüllt werden. Diese können einzeln so beleuchtet werden, dass sich entweder Schriftzüge mit Botschaften an die Umgebung oder Bilder generieren lassen, die in die Umgebung strahlen.

Boris Kupke schaute sich alle Entwürfe mit großem Interesse an. Und er nutzte die Gelegenheit, auf die vielfältigen interessanten Aufgaben in den Immobiliengesellschaften der Stadtwerke aufmerksam zu machen: „Kommen Sie gerne wieder, wenn Sie mit Ihrem Studium fertig sind. Wir haben im vergangenen Jahr 15 hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Architektur und Ingenieurwesen eingestellt und brauchen immer guten Nachwuchs.“ 

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