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Baustelle / Neubau am Odenwaldring.
Viele Offenbacher können im Vorbeifahren den Baufortschritt des Hauses am Odenwaldring verfolgen. Im Hintergrund wächst im gleichen Tempo das Haus an der Weikertsblochstraße. © SOH
Am Odenwaldring und in der Weikertsblochstraße entstehen derzeit in schnellem Tempo zwei Neubauten: Hier lässt die GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH der Stadtwerke Offenbach insgesamt 19 Mietwohnungen bauen. Der Quadratmeterpreis wird je nach Wohnungsgröße im Schnitt bei unter 10 Euro liegen. Bereits im ersten Quartal 2021 sollen die ersten Mieter einziehen.

GBO erweitert in Jahresfrist ihren Bestand insgesamt um 84 Wohnungen

„Es ist wichtig, dass unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft wieder selbst in möglichst steigendem Umfang günstige neue Wohnungen baut“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der GBO ist. „Zusammen mit den 32 auf dem Areal der Kappus-Höfe entstehenden Wohnungen, die die GBO gekauft hat, bietet sie Anfang kommenden Jahres 51 Neubauwohnungen an. So sorgt sie für Entspannung auf dem Offenbacher Wohnungsmarkt und hilft nicht zuletzt, die Mietpreise im Stadtgebiet zu stabilisieren.“

„Wir bauen auf dem Areal zwischen Odenwaldring, Franz-Liszt-Straße, Weikertsblochstraße und Richard-Wagner-Straße erneut Häuser in Holzhybridbauweise“, sagt GBO-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp. „Durch diese Modulbauweise mit einem nachwachsenden Baustoff, die sich bereits in unseren Liegenschaften in gleicher Bauart in der Taunusstraße und der Brandenburger Straße bewährt hat, lassen sich die Objekte schneller fertigstellen.“ Die Neubauten entstehen auf dem 8200 Quadratmeter großen Grundstück der GBO mit Bestandsgebäuden. Es sei nicht zuletzt für die Nachbarn der Baustelle angenehmer, dass viele Bauteile vorgefertigt angeliefert werden: Dies spare neben Zeit auch Dreck und Lärm sowie viele An- und Abfahrten von Lastwagen und Handwerkern. Annette Schroeder-Rupp betont, dass auf der Fläche auch noch Platz für die Nachverdichtung mit einem dritten Gebäude gewesen wäre. „Davon haben wir aber mit Rücksicht auf Bestandsmieter und künftige Bewohner abgesehen. Dem Oberbürgermeister und mir ist es wichtig, auch die Lebensqualität in unseren Liegenschaften zu erhalten und nicht bis auf den letzten Millimeter nachzuverdichten.“

Nachwachsender Baustoff & angenehmes Raumklima

Im April wurde auf dem Gelände mit den Erdarbeiten für die beiden Gebäude angefangen, inzwischen kann man zusehen, wie die Häuser in die Höhe wachsen. „In dieser Woche ist der erweiterte Rohbau fertig“, sagen die GBO-Architekten Özlem Ata und Stefan Igazi. „Die Vorfertigung, vor allem auch der vormontierten Bäder, ist extrem zeitsparend“, erzählt Özlem Ata. Zeitgleich liefen bereits Arbeiten, die sonst erst zum Abschluss eines Bauprojektes anstünden „Trotz der Geschwindigkeit des Baufortschrittes ist eine sehr hohe Qualität der Ausführung gewährleistet“, ergänzt ihr Kollege Stefan Igazi

Das am Odenwaldring stehende Haus bietet 720 Quadratmeter Wohnfläche auf vier Etagen mit insgesamt zehn Drei-, Zwei- und Einzimmerwohnungen, das Gebäude an der Weikertsblochstraße hat 520 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Geschossen ebenfalls mit Drei, Zwei- und Einzimmerwohnungen sowie einer Vierzimmerwohnung. Die Hybriddecken sind als „malerfertige“ Betonhohldielendecken ausgeführt.  Die Fassade besteht aus Holzfertigteilen, welche komplett vorinstalliert fix und fertig auf die Baustelle verbracht wurden.

Der Baustoff Holz wächst nicht nur nach, er bietet auch ein sehr angenehmes Raumklima. Dies wurde wiederholt von Mietern in der Taunusstraße und der Brandenburger Straße zurückgemeldet. Darüber hinaus haben die Holzhybridhäuser einen hohen energetischen Standard.

Mehr Wohnungen für Offenbach

Das erste Systemhaus in Holzhybridbauweise in der Taunusstraße wurde Ende 2017 von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen im Rahmen des Architekturpreises „Vorbildliche Bauten im Land Hessen“ ausgezeichnet.

Neben den Neubauprojekten am Odenwaldring beziehungsweise an der Weikertsblochstraße sowie in den Kappus-Höfen hat die GBO ihren rund 5000 Wohnungen umfassenden Bestand in diesem Jahr auch um die 28 geförderte Wohnungen in der zugekauften Seniorenwohnanlage in der Annastraße sowie um die fünf Wohnungen im 2018 gekauften „Blauen Haus“ neben den Kappus-Höfen erweitert, die von September an auch von der GBO verwaltet werden. „Das heißt, dass die GBO 33 bestehende Wohnungen in diesem Jahr gekauft, beziehungsweise übernommen hat und voraussichtlich im ersten Quartal 2021 weitere 32 geförderte Wohnungen in den Kappus-Höfen sowie die 19 frei finanzierten Neubauwohnungen in den Holzhybridhäusern ihrem Bestand hinzufügen kann“, erläutert Schwenke. „Einen solchen Zuwachs um 84 Wohnungen innerhalb von einer Jahresfrist hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben“, macht Schwenke deutlich, dass auch die GBO beim Thema Schaffung von bezahlbarem Wohnraum jetzt anpackt.

14. August 2020