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Visualisierung Neubau Fröbelschule
Ebenerdige, raumhoch verglaste Klassenzimmer rings um mehrere begrünte Innenhöfe: Siegerentwurf der Frankfurter Architektei Mey GmbH. © Visualisierung: Architektei Mey GmbH
Ebenerdige, barrierefreie Klassenräume mit verglasten Innenhöfen, ein angegliedertes Schwimmbad und Flure, die als „abwechslungsreiche Begegnungs- und Kommunikationszonen mit Straßen und Plätzen wie in der Stadt“ konzipiert sind: So sieht der Plan des Frankfurter Büros Architektei Mey GmbH für den Neubau der Fröbelschule aus, der am Montag von einem unabhängigen Preisgericht zum besten Entwurf im Planungswettbewerb mit zehn Bewerbern gewählt worden ist.

Im Quartierssaal des Ostpol-Gründercampus sind jetzt alle eingereichten Vorschläge ausgestellt. „Die Jury hat mit deutlicher Mehrheit unter zehn Wettbewerbsbeiträgen für den Siegerentwurf gestimmt“, sagt Annette Schroeder-Rupp, Mitglied des Preisgerichtes und eine der beiden Geschäftsführerinnen der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe.

Die GBO hatte den  Planungswettbewerb ausgelobt. Betreut wurde er vom Schwesterunternehmen der GBO, der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft GmbH, und dem Büro Niemann + Steege Gesellschaft für Stadtentwicklung. Vorgeschaltet war ein Teilnehmerverfahren, zu dem sich insgesamt 21 Architektenbüros gemeldet hatten.

Die Fröbelschule ist eine Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt für geistige und körperlich-motorische Entwicklung. Sie ist derzeit in einem zu kleinen und nicht barrierefreien Gebäude an der Goethestraße untergebracht. Unter den derzeit 122 Schülerinnen und Schülern haben viele motorische Einschränkungen, 31 sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Neubau soll auf einem 10.000 Quadratmeter großen Gelände an der Mühlheimer Straße barrierefrei mit Bewegungshalle, Lehrschwimmbecken und Therapieräumen errichtet werden.

Visualisierung Neubau Fröbelschule
© Visualisierung: Architektei Mey GmbH

Nachhaltige und kostengünstige Planung

Die Entwürfe sollten laut Aufgabenstellung nicht nur die besonderen Anforderungen einer Förderschule berücksichtigen, sondern auch nachhaltig und kostengünstig geplant sein. Das Preisgericht achtete auf die Gestaltung und nicht zuletzt die Realisierbarkeit der eingereichten Beiträge.

Der Siegerentwurf  von der Architektei Mey überzeugte die Juroren nicht nur wegen des kommunikativen Charakters der Flure, die auch zur Differenzierung innerhalb des Unterrichts und anderem mehr genutzt werden können, sondern auch wegen der ebenerdigen Anordnung der Klassenräume im eingeschossigen Gebäudeteil. Dieser wird auf der einen Seite an der Ecke Mühlheimer Straße/Karl-Herdt-Weg von dem zweigeschossig konzipierten Verwaltungstrakt und am anderen Ende vom Sportbereich mit Lehrschwimmbecken und Bewegungsraum abgeschlossen.

Das Schwimmbad soll auch von  Offenbacher Grundschulen genutzt werden. Die Cafeteria mit Küche und Lehrküche sowie der Musikraum sind zentral angeordnet. Der Lärmschutz zur stark befahrenen Mühlheimer Straße erfolgt über die geschlossene Fassade, Licht erhalten die raumhoch verglasten Klassenräume über die unterschiedlich großen Innenhöfe.

Platz zwei vergaben die Juroren an das Büro V-Architekten aus Köln für einen Entwurf, der ein zweigeschossiges Schulgebäude vorsieht. Die auf einen Rollstuhl angewiesenen Schülerinnen und Schüler können das obere Geschoss über Rampen und Fahrstühle erreichen. Gelobt wird hier vor allem die hohe architektonische Qualität.

Der vom Preisgericht mit Platz drei gewürdigte Entwurf von Birk, Heilmeyer und Frenzel Architekten aus Stuttgart hat ebenfalls das Schulgebäude zweigeschossig,  jedoch als Holzkonstruktion konzipiert. Dadurch entstanden auf dem Grundstück großzügige Freiräume, in denen die Schüler ihren Bewegungsdrang ausleben können. Allerdings halten laut diesem Entwurf die Schulbusse außerhalb des eingezäunten Schulbereiches, was nicht den Wettbewerbsvorgaben für die Förderschule entspricht.

Planungswettbewerb hat hohe Bedeutung

Wieder einmal zeige sich, welch hohe Bedeutung ein Planungswettbewerb für kommunale Bauvorhaben besitze, sagt Anna Heep, Jury-Mitglied und Bereichsleiterin des Offenbacher Hochbaumanagements. Im Sinne größtmöglicher Qualitätssicherung sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Entscheidung sei es möglich gewesen, unter den Beiträgen von zehn, für die spezielle Bauaufgabe hochqualifizierten Büros, auszuwählen. 

Anna Heep: „Wir haben auf diese Weise die beste Lösung gefunden, die man für die Förderschule umsetzen kann.“

Das Votum der Jury für den Erstplatzierten sei eindeutig gewesen. Der Entwurf biete insgesamt eine städtebaulich angemessene Lösung, sei architektonisch funktional und ermögliche eine gute separate Erschließung des Sportbereichs.

Nach Abschluss des Planungswettbewerbs gehen  GBO und OPG unter Beteiligung des Büros Niemann + Steege in Verhandlungsgespräche mit den Architekten über Kosten und eventuelle Nachbesserungen beim Raumprogramm. Bis Anfang 2018 soll ein konkreter Planungsauftrag vergeben werden und möglichst bis Sommer 2018 die Entwurfs- und Genehmigungsplanung vorliegen. Der Baubeginn wird für Sommer 2019, die Fertigstellung zum Beginn des Schuljahres 2021/22 angestrebt.

Ausstellung der Entwürfe

Die Ausstellung im Ostpol, Hermann-Steinhäuser-Straße 43, ist montags bis freitags von 17.30 bis 19 Uhr geöffnet, außerdem am Sonntag, 1. Oktober, von 15 bis 16.30 Uhr. Am Feiertag, Dienstag, 3. Oktober, bleibt sie geschlossen. Der Eintritt ist frei. Am Freitag, 6. Oktober, beginnt die Finissage um 20 Uhr. Weitere Besuchszeiten sind nach Vereinbarung unter 069/84 00 04 609 oder anke.roessleropg-ofde möglich.

Das Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe

Mit ihrem Geschäftsfeld Immobilien gestaltet die Stadtwerke-Gruppe das Wohnen und Leben in Offenbach. Die Unternehmen GBM Service GmbH Offenbach, GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach und OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH unterstützen die Stadt Offenbach im Sinne einer positiven Stadt- und Standortentwicklung. Sie entwickeln, erschließen und unterhalten vielfältige Wohn- und Arbeitsräume sowie städtische Liegenschaften. http://immobilien.soh-of.de

GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach

„Besser wohnen. Besser leben“ – diesem Motto fühlt sich die GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH seit ihrer Gründung im Jahre 1921 verpflichtet. Mittlerweile finden mehr als 20.000 Mieter in nahezu 6.000 Wohnungen der GBO ein Zuhause. Die Gesellschaft bemüht sich nicht nur um ein attraktives Angebot zu konkurrenzfähigen Preisen; auch soziale Erwägungen spielen seit jeher eine wichtige Rolle.

www.gbo-of.de

27. September 2017