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Hafenschule
© Bernd Georg
Die Hafenschule hat eine renommierte Auszeichnung erhalten: Am Freitag wurden die Architekten Waechter +Waechter und die Stadt Offenbach als Bauherr mit der Martin Elsaesser-Plakette geehrt. Den Preis für ausgezeichnete Architektur in Hessen vergibt der Bund Deutscher Architekten BDA Frankfurt im fünfjährigen Zyklus.

"Spagat zwischen Groß und Klein“ geschafft

Zur Frankfurter BDA-Gruppe zählen auch Stadt und Landkreis Offenbach sowie der Landkreis Main-Kinzig-Kreis. Neun weitere Preisträger wurden im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt ausgezeichnet. Gastgeber war Museumsleiter Peter Cachola Schmal.

Die Architekten hätten bei der Hafenschule „mit scheinbar müheloser Leichtigkeit den Spagat zwischen Groß und Klein“ geschafft, heißt es in der Begründung der Jury. Die fünfgeschossige Blockrandbebauung knüpfe „kraftvoll den städtebaulichen Rahmenbedingungen entsprechend an das urbane Umfeld“ an, die gegenüberliegende zweigeschossige fein gegliederte Einfassung setze das Gebäude in ein proportionales Verhältnis zu den kleinen Nutzern. Gelobt wurden auch die „gute städtebauliche Einfügung“ sowie die geschützten Schulhöfe, die schönen Details und der sensible Umgang mit Farbe und Material. Damit werde ein Mehrwert für das Hafenviertel geschaffen. „Ein vorbildhaftes Umfeld für die Baumeister von morgen“, schließt die Beurteilung.

Wettbewerb weist auf gebaute Qualität hin

Die Hafenschule mit integrierter Kita im neuen Hafenviertel wurde nach den Plänen der Architekten Waechter +Waechter Darmstadt umgesetzt, die Projektleitung lag beim städtischen Amt für Stadtplanung, verkehrs- und Baumanagement, die Projektsteuerung und treuhänderische Bauabwicklung verantwortete die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Unternehmensgruppe.

Preisverleihung in Deutschen Architekturmuseum
Die Preisverleihung im Deutschen Architekturmuseum: (v.l.) Bozica Niermann, OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Astrid Reese, Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, die Architekten Sibylle Waechter und Prof. Felix Waechter sowie ihre Mitarbeiterin Ella Beinhofer und Laudator Jörg Sturm. © SOH

Ziel des Wettbewerbs sei es, auf gebaute Qualität hinzuweisen, sagte Wolfgang Dunkelau, Vorsitzender des BDA Frankfurt. Architekten und Bauherren reichten die Pläne für 51 Bauten ein, die von 2013 bis Januar 2018 fertiggestellt wurden. Damit die Jury den Blick von außen bewahre, sagte Laudator und Jury-Mitglied Jörg Sturm, vergaben ihn hessische BDA-Mitglieder außerhalb des Frankfurter Verbandes.

Mit dem Preis steht die Hafenschule in einer Reihe mit anderen ausgezeichneten Bauten wie dem Stadthaus Markt am östlichen Eingang zur neuen Frankfurter Altstadt und dem Neubau des Historischen Museums in Frankfurt. Fotos und Beschreibungen aller eingereichten 51 Bauten sind nun in einer Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum zu sehen.

Bindeglied zwischen Nordend und Hafenviertel

„Schöne Pläne können viele, schöne Bauten wird schon schwieriger“, sagte Dunkelau während der Preisverleihung. Mit der Martin-Elsaesser-Plakette solle gebaute gute Architektur gefördert werden. Dabei achte die Jury auch darauf, wie sich die Gebäude zum Stadtraum verhalten, sagte Dunkelau.

Die Hafenschule wurde sowohl für die Kinder, die im Neubaugebiet Hafenviertel wohnen, als auch ihre jungen Nachbarn aus dem bestehenden Nordend errichtet und soll die dortige Goetheschule entlasten. Darüber hinaus sollen Schule und Kita ein Bindeglied zwischen dem bestehenden Nordend und dem neuen Stadtteil sein, in dem die jüngsten Bewohner beider Stadtteile und ihre Eltern zusammenkommen. In den beiden übereinander liegenden Sporthallen bewegen sich nicht nur die Kinder beider Einrichtungen, sie stehen auch Sportvereinen zum Training und der Volkshochschule für Sportangebote zur Verfügung.

20.03.2018

Alle Preisträger des BDA-Architekturpreises 2018:

  • Aktiv-Stadthaus, Architekten: HHS Planer + Architekten AF, Kassel, Bauherrin: ABG Frankfurt Holding;
  • Evangelische Akademie, Architekten: Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt am Main, Bauherr: Evangelischer Regionalverband Frankfurt am Main;
  • Hafenschule Offenbach, Architekten: Waechter + Waechter Architekten BDA Darmstadt, Bauherrin: Stadt Offenbach;
  • Neubau Historisches Museum Frankfurt, Architekten: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei Gmbh & Co. KG Architekten BDA Stuttgart, Bauherr: Stadt Frankfurt am Main;
  • Kindertagesstätte Frankfurt-Westhafen, Architekten: Vogel/Architekten PartGmbH, Darmstadt, Bauherr: Stadt Frankfurt am Main;
  • Philosophicum Frankfurt, Architekten: Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main, Bauherrin: RMW Wohnungsbaugesellschaft;
  • ZOB Freiheitsplatz Hanau, Architekten: Netzwerkarchitekten GmbH, Darmstadt, Bauherrin: Stadt Hanau;
  • Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main, Architekten: Staab Architekten GmbH, Berlin, Bauherrin: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.;
  • St. Martin Tower, Frankfurt am Main, Architekten: Meyerschmitzmorkramer Main GmbH, Frankfurt, Bauherrin: Immo Hansa Beteiligungsgesellschaft mbH;
  • Stadthaus am Markt, Frankfurt am Main, Architekten: Meurer Generalplaner GmbH, Frankfurt am Main/ mit Christian Bauer &Associés, Luxembourg, Bauherrin: Dom Römer GmbH

Hafenschule und -Kita in Zahlen

Adresse: Hafenallee 13-15, Offenbach

Grundschule: vierzügig mit Vorklasse (rund 420 Kinder)

Kindertagesstätte: neungruppig (Kita 5, Krippe 4, maximal 173 Kinder)

Grundstücksgröße: 7.093 Quadratmeter

Bruttogrundfläche gesamt: 10.748 Quadratmeter (8.551 Schule, 2.197 Kita)

Ausmaße: zwei bis fünf Geschosse, ca. 100 Meter Länge, ca. 60 Meter Breite, bis 20 Meter Höhe

Baubeginn: Juni 2015

Grundsteinlegung: Dezember 2015

Fertigstellung Rohbau: August 2016

Gesamtfertigstellung: August 2017

Kosten: 26,61 Millionen Euro

Förderung: 5,6 Millionen Euro als Zuschuss für den Bau der Kita am Hafen nach den Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung der nachhaltigen Regionalentwicklung (Regionalfonds Fluglärmschutz).

Hochbaumanagement

Das Hochbaumanagement des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement ist als Eigentümervertreter der Stadt Offenbach Bauherr für die Sanierungs- und Neubauprojekte öffentlich genutzter städtischer Gebäude in Offenbach wie z.B. der Hafenschule und der Kindertagesstätte am Hafen. Die Planung, Vorbereitung und Finanzierung über den städtischen Haushalt sowie über Fördermittel, die Herbeiführung der Magistrats- und Stadtverordnetenbeschlüsse bis hin zur treuhänderischen Beauftragung der OPG und die Projektleitung obliegen dem Hochbaumanagement.

Stadtwerke Offenbach Immobilien

Zum Geschäftsfeld Immobilien gehören die Unternehmen GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach, GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach sowie die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH. Die OPG unterstützt als Partnerin der Stadt Offenbach die Stadt- und Standortentwicklung und setzt im Auftrag der Stadt strategisch bedeutsame Projekte um. Für die Entwicklung des Hafens Offenbach ist die OPG in der Kategorie Stadtentwicklung mit dem Immobilienmanager Award 2017 ausgezeichnet worden.