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Was bedeutetet es, wenn der Ort, an dem man lebt und aufgewachsen ist, einfach verschwindet? Diese Erfahrung mussten seit 2011 die Bewohnerinnen und Bewohner des nordrhein-westfälischen Dorfes Manheim machen, das für den Braunkohle-Abbau im Tagebau in das 2012 entstandene Manheim-neu umgesiedelt wurde. Die beiden Bildhauer Max Brück und Mathias Weinfurter haben dies zum Anlass genommen, sich in ihrer Ausstellung „Offenbach-neu“ vom 2. Oktober bis 14. November in der Kressmann-Halle im Hafen Offenbach mit der Beziehung zwischen Kultur, Erinnerung und Identität künstlerisch auseinanderzusetzen.

Zur Vorbereitung der Ausstellung haben Brück und Weinfurter sowohl das bereits nahezu vollständig verschwundene Dorf Manheim, als auch die neu entstandene Siedlung Manheim-neu besucht. Sie haben dort mit Anwohnerinnen und Anwohnern gesprochen und ihre Eindrücke in Foto- und Videoaufnahmen festgehalten, die in einer begleitenden Ausstellungsbroschüre zu sehen sind. Und sie haben vor Ort Objekte gesammelt, die als Zitate auf ihre Herkunftsorte verweisen, und diese Objekte zu einer eigens für die Ausstellung „Offenbach-neu“ konzipierten Installation verarbeitet.

Mit ihrer neuen Arbeit beziehen sich die beiden Künstler gleichzeitig auf die ortsspezifischen Entwicklungen des Offenbacher Hafengeländes, auf dem sich die Kressmann-Halle befindet und der Neubau der Hochschule für Gestaltung (HfG) geplant ist. Ein Ort, mit dem beide persönliche Erinnerungen verbinden. In der Ausstellung fließen somit zwei Narrative von Verlust und Erneuerung zusammen.

Die Künstler Max Brück und Mathias Weinfurter

Max Brück (*1991) lebt und arbeitet in Gießen. Sein Studium schloss er 2019 an der HfG Offenbach ab. Dort lernte er auch Mathias Weinfurter (*1989) kennen, der ebenfalls Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei studierte und seit 2020 in Köln lebt und arbeitet. Seit sechs Jahren entwickeln die beiden Künstler gemeinsam Projekte und beschreiben ihre Zusammenarbeit als einen fortlaufenden Dialog über gesellschaftspolitische Themen. Ihre erste Ausstellung zeigten sie 2015 in Warschau. Seither folgten jährlich weitere Ausstellungsprojekte und Interventionen, unter anderem in der Ukraine, Israel, Leipzig, Gießen und Frankfurt am Main.

Über die Kressmann-Halle

Die Kressmann-Halle ist ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst im Hafen Offenbach. Die Ausstellungshalle in der Hafenallee 13 soll lokalen Künstlerinnen und Künstlern als Plattform dienen und gleichzeitig eine Verbindung zu einer überregionalen Kunstszene ermöglichen. Das Ausstellungskonzept der Kunsthalle sieht vor, internationale Künstler und Künstlerinnen in Offenbach auszustellen und so einen Dialog zu eröffnen.


Der Ausstellungsort wurde von YRD.Works (Yacin Boudalfa, Ruben Fischer und David Bausch) initiiert und konzipiert. Das Kunstkollektiv betreibt die Kressmann-Halle eigenständig und arbeitet bei den Ausstellungen zum Teil mit Gastkuratoren/innen zusammen.

Förderungen

Die Ausstellung „Offenbach-neu“ wird im Rahmen des Programms Neustart Kultur von der Stiftung Kunstfonds gefördert. Die Kressmann-Halle wird dauerhaft durch die Stadtwerke Offenbach und ihr Immobilienunternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH gefördert.