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Begehbares Kunstwerk: der Blaue Kran im Hafen Offenbach.
Eröffnung des Blauen Krans im Hafen Offenbach © Ulrike Hölzinger Deuscher
Als neue Attraktion der Regionalparkroute hat der hessische Staatsminister Tarek Al-Wazir den Blauen Kran im Hafen Offenbach eröffnet. Das Industriemonument ist das Wahrzeichen des neuen Offenbacher Stadtviertels. Nach dem prämierten Entwurf des Frankfurter Künstlerteams Winter/Hoerbelt ist die stillgelegte, abends beleuchtete Maschine zu einem begehbaren Kunstwerk mit Aussichtsplattform umgebaut worden.

Faszinierende Sicht über Hafenviertel und Skyline

26 Meter hoch ragt das stählerne Relikt aus der Zeit des alten Offenbacher Industriehafens in die Höhe. Eine langgestreckte Treppe mit der Anmutung eines Kranauslegers führt hinauf auf die neu geschaffene Aussichtsplattform in neun Meter Höhe.

Eindrucksvoll und kräftig in seiner Aussage, erhebt sich das strahlend blaue Industriemonument nun über das Hafenbecken. Die neue Kranhalle, die durch die beidseitige Verdoppelung der Fahrbrücke des Hafenkrans entstehen konnte, dient als Basis einer neun mal neun Meter messenden Besucherplattform. Sie umgibt den Kranfuß und bietet eine faszinierende Sicht über das Hafenviertel bis hin zur Frankfurter Skyline. Abends scheint der Kran aus sich heraus zu strahlen: Der Boden der Kranhalle ist ausgeleuchtet und verschiedene Lichtpunkte an Aufbau, Kanzel und Ausleger markieren die Dimensionen des technischen Bauwerks.

Identitätsstiftendes Monument

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: „Der Blaue Kran wirkt identitätsstiftend und schafft ein Bewusstsein für diesen besonderen Ort. Als Industrieskulptur und begehbares Kunstwerk prägt er den öffentlichen Raum des Hafenviertels und vermittelt dem flüchtigen Passanten ebenso wie dem touristischen Besucher auf der Regionalparkroute einen sinnlichen Eindruck vom Wandel Offenbachs von der Industriestadt zum modernen Standort der Kreativ- und Dienstleistungswirtschaft.“

Für Daniela Matha, Geschäftsführerin der soeben für die Hafenentwicklung mit dem Immobilien-„Oscar“, dem Immobilienmanager-Award, ausgezeichneten OPG, verdeutlicht der am östlichen Ende des neuen Gutsche-Parks gelegene Blaue Kran, welch hohen Stellenwert die Stadtwerke-Gesellschaft dem öffentlichen Freiraum und damit der Aufenthaltsqualität im neuen Stadtviertel beimisst. „Der Blaue Kran ist nicht nur ein Identifikationspunkt, sondern auch ein Verknüpfungspunkt an der Sichtachse zwischen Main und Nordend.“

Eröffnung Blauer Kran
Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Eröffnung des Blauen Krans. © Ulrike Hölzinger Deuscher

Historisches Industrierelikt

Damit, so die Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Ballungsraum RheinMain Gesellschaft, Claudia Jäger, stelle der Blaue Kran ein Bindeglied zwischen Freiraum und Stadt dar. „Als historisches Industrierelikt und begehbare Landmarke verkörpert der Blaue Kran die Idee des Regionalparks aufs Beste.“ Außerdem, so die Erste Kreisbeigeordnete,  bereichere der Kran das Routennetz um einen Attraktionspunkt mit wahrlich regionaler Dimension: Von Offenbach über Frankfurt bis zum Feldberg im Taunus reiche der Blick, den Besucher von der neuen Plattform aus erleben könnten.

„Seit der Gründung des Fraport-Umweltfonds im Jahre 1997 haben wir den Regionalpark RheinMain mit über 17 Millionen Euro finanziell unterstützen dürfen“, erläutert Michael Müller, Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied der Fraport AG, das Engagement seines Unternehmens. Mit dieser Förderung biete Fraport den Bewohnern der Region und damit seinen Beschäftigten die Möglichkeit, sich vor der Haustür zu erholen und die Schönheit des Rhein-Main-Gebietes zu entdecken. Michael Müller: „Der Blaue Kran ist wahrlich ein Leuchtturmprojekt für alle Beteiligten und wird jetzt in Offenbach einen gut sichtbaren Teil des Regionalparks RheinMain darstellen.“

Begehbares Kunstwerk

Für Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt ist der Blaue Kran „eine zum begehbaren Kunstwerk transformierte Industriemaschine, ein archaisches Symbol für Arbeit, für den Austausch und den Umschlag von Gütern.“ Der Kran stehe als ein „Sinnbild für die Vernetzung Offenbachs mit der Welt“.

Die beiden Künstler hatten den Kran mit bildhauerischem Auge erfasst und seine skulpturalen Qualitäten herausgearbeitet. Indem sie das eine oder andere Bauteil der Maschine „entrümpelten“, das Volumen des Sockels vergrößerten und für eine klar strukturierte Unterteilung in Sockel (Kranhalle), mittleren Aufbau (Kranfuß) und Krankopf sorgten, lenkten sie den Blick auf das „Wesentliche und Schöne“ der Konstruktion. Dazu zählen auch die filigran anmutenden Stahlseile und fachwerkartigen diagonalen Verstrebungen, die Wartungstreppen und ebenso die Krankanzel.

Entstanden ist ein auf den ersten Blick gar nicht als solches erkennbares Kunstwerk, ein fast schon kontemplativer Rückzugsort, der zum Innehalten  einlädt und selbst zurückhaltende Ruhe ausstrahlt.

29.04.2017