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Das Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm ist wieder mit einem Projekt im Offenbacher Hafen und auf der Hafeninsel zu Gast.

In nonchalanter Aneignung des historischen Begriffs „Gebrauchsmusik“ ergründet das „Tonfunktion – Festival für Gebrauchsmusik“ vom 4. bis 14. Juni die mögliche Wirksamkeit von Klang in außermusikalischen Zusammenhängen und erschließt für Musiker*innen aus (Post)Pop und experimenteller Elektronik alternative Aktionsräume in Anbetracht weiterhin geschlossener Clubs und Konzerthäuser. 

Fünf Künstler*innen erarbeiten auf Einladung des Künstlerhauses Mousonturm neue Kompositionen im oder für den öffentlichen Raum in Offenbach und Frankfurt. 

Áine O’Dwyer - auf der Suche nach der Stofflichkeit des Mains

Eine dieser Künstler*innen ist die irische Komponistin und Performancekünstlerin Áine O’Dwyer. Mit ihrer Arbeit „Concrete Cruise“ begibt sie sich auf die Suche nach der Stofflichkeit der Klänge des Mains und des Offenbacher Hafens.  Bis zum 5. Juni entwickelt sie „Concrete Cruise“, das für das Radio aufgenommen wird und am Sonntag, 13. Juni, um 10 Uhr auf EOS Radio zu hören ist.

Zwischen Industrie und Neubauten, Promenadenflaneuren und vorbeifahrenden Booten, Mikrofonen und Verstärkern verwebt die Künstlerin mittels eines  alten Stringsynthesizers die Klanglandschaft, die sie umgibt, mit ihrer eigenen Komposition. So entsteht eine musikalische Interaktion nach dem Call-and-Response-Prinzip, welche keinen Unterschied macht zwischen funktionalen Lauten, Geräuschen und musikalischer Partitur.

TinTin Patrone präsentiert Science-Fiction-Oper

Außerdem wird die Hamburger Künstlerin TinTin Patrone im Hafen zu Gast sein. Vom 4. Bis 6. Juni präsentiert sie zur Abendstunde 20 Minuten der Komposition „gorlepin oam ratt“ (Geschrei am Abend), eine Science-Fiction-Oper in der Tradition des Appenzeller Alpsegens. 

Der Alpsegen bedient sich unterschiedlicher Jodeltechniken, wird von erhöhtem Standpunkt aus verkündet und schützt Lebewesen sowie Hab und Gut im akustisch erreichbaren Umfeld. Mit ihrer Performance werden Patrone und ihr Chor vier Stadtteile in Offenbach, so auch den Hafen in Klang hüllen. 

Die Komposition nutzt den Soziolekt Manisch, der in Mittelhessen, in Nordrhein-Westfalen und im Salzkammergut noch teilweise gesprochen wird. Die widerhallenden Lautsilben dieser Geheimsprache in den Häuserschluchten von Offenbach erzeugen Klang-Bilder eines dystopischen Sonnenuntergangsszenarios und transformieren Passant*innen und Anwohner*innen zur Zuhörerschaft.

Eine Radiofassung von „gorlepin oam ratt“ wird am 13. Juni um 11 Uhr auf EOS Radio gesendet.