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Künstlerin beim Besprühen einer Fassade
Thekra Jaziri bei der künstlerischen Gestaltung des grauen Blocks. © Künstlerin beim Besprühen einer Fassade
Der graue Beton-Untergrund ist verschwunden. Schon von weitem strahlt der würfelförmige Bau jetzt in wechselnden Blautönen. Je nachdem, von welcher Seite sich der Betrachter nähert, variiert der Grundton. Ein kräftiger Strudel bunt-wabernder Mikroorganismen umschließt den Kubus von allen Seiten. Im Auftrag der Stadtwerke-Gesellschaft OPG hat Thekra Jaziri den zuvor wenig ansehnlichen Block der Grundwassersanierungsanlage nahe der Walter-Spiller-Brücke in ein lebendiges, pulsierendes Kunstwerk verwandelt. Wasser bestimmt damit jetzt nicht nur das Innere, sondern auch das Äußere der 2008 in Betrieb genommenen technischen Anlage auf der Hafeninsel.

Urbanes Kunstwerk zwischen Fluss und Großstadt

Dabei hat die freischaffende Offenbacher Künstlerin passend zum Standort zwischen Hafenbecken und Mainufer das Element Wasser als Thema  aufgegriffen und gestalterisch frei interpretiert. Wasser ist Leben, und Leben ist auch im Wasser, hier in Form fröhlich sprudelnder Mikroben zu sehen.
Die künstlerische Gestaltung des grauen Blocks ist die zweite Arbeit im Auftrag der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH. Das Immobilienunternehmen aus der Stadtwerke-Gruppe  erschließt, entwickelt und vermarktet das Offenbacher Hafenviertel. 2017 hatte Thekra Jaziri für die OPG bereits eine neue Betonstützwand des EVO-Kohlelagers am Hafenbecken in ein großflächiges Kunstwerk mit rhythmisch wiederkehrenden Mustern in satten Farben verwandelt.

Die Künstlerin Thekra Jaziri vor der neu gestalteten Wand.
Die Künstlerin Thekra Jaziri vor der neu gestalteten Wand. © OPG

Anwohner freuen sich über Farbe im Viertel

Thekra Jaziris künstlerischer Schwerpunkt ist die soziale und urbane Kunst. Die 32-Jährige hat sich dabei auf monumentale, großflächige Wandgemälde spezialisiert und nicht nur in Deutschland, sondern auch schon in Spanien und der Schweiz gearbeitet. Dabei kommt sie in der Regel ohne größere technische Hilfsmittel aus. Nach dem Entwurf trägt sie Farben und Konturen freihändig auf die Flächen auf.

Auf der Hafeninsel nutzte sie lediglich eine Hebebühne, um die mehrere Meter hohen Wände der Grundwassersanierungsanlage besprühen zu können. Erstmals, freut sich die junge Künstlerin, habe sie jetzt ein komplettes Gebäude von allen vier Seiten bemalen können. Passanten, darunter viele Anwohner, hätten ihr dabei aufmunternd zugerufen, sie freuten sich, dass der graue Beton verschwinde.

Das Gebäude selbst wird wohl noch eine ganze Weile stehen bleiben und die Sanierungsanlage der Offenbacher Stadtwerke noch mehrere Jahre laufen müssen. Die Anlage funktioniert nach dem klassischen Prinzip „pump- and-treat“. Das bedeutet: Aus Förderbrunnen wird belastetes Grundwasser entnommen und in der Anlage über mehrere Filterstufen mechanisch und chemisch gereinigt. Nach diesem Prozess wird das Wasser ins Hafenbecken eingeleitet.

Insgesamt sechs solcher Förderbrunnen sind über die gesamte Hafeninsel verteilt. Das geförderte Grundwasser wird unterirdisch zu der Sanierungsanlage geleitet. Die Reinigungsleistung wird regelmäßig überprüft und in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt kontinuierlich gutachterlich begleitet. 

31.10.2019

Die Künstlerin Thekra Jaziri vor der neu gestalteten Wand. OPG
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