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Visualisierung des neuen Rockywood-Komplexes am Hafen
Das Büro-Ensemble ROCKYWOOD schont Ressourcen und integriert den Boxclub Nordend. © PRIMUS developments GmbH
Mit der Errichtung des innovativen in Holzhybrid-Bauweise geplanten Mikroquartiers ROCKYWOOD engagiert sich der Hamburger Projektentwickler PRIMUS developments GmbH ein weiteres Mal bei der Revitalisierung des Hafens Offenbach.

Damit kann noch kurz vor dem Jahreswechsel das Stadtwerke-Unternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH einen großen Vermarktungserfolg melden. Geschäftsführerin Daniela Matha: „Das letzte noch freie Grundstück im Hafen ist verkauft. Damit nimmt die gewerbliche Nutzung des Mischgebiets weiter Fahrt auf.“ Nur einen Steinwurf entfernt von seinem 2019 fertiggestellten Wohnbauprojekt MARINA GARDENS will das von Achim Nagel geführte Unternehmen bis 2023 am Hafenbecken zwischen dem EVO-Kohlelager und dem Neubaugrundstück der Hochschule für Gestaltung (HfG) ein fünfgeschossiges Büroensemble aus zwei Gebäuden errichten und setzt dabei auf den nachwachsenden Baustoff Holz.

„Mit dem Verkauf der letzten Baufläche im Westen des neuen Stadtviertels ist die erste Etappe der Entwicklung des ehemaligen Industriehafens nicht nur als Wohn-, sondern auch als Gewerbestandort geschafft“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke über diesen wichtigen Zwischenschritt. „Entscheidend wird nun sein, für dieses und weitere Projekte auch Unternehmen zu finden, die dort einziehen“, macht Schwenke klar, dass auch noch wichtige Arbeit zu erledigen ist. „Wir stehen dazu mit dem Entwickler in engem, auch persönlichem Austausch und unterstützen dort, wo es gewünscht ist.“

Visualisierung des neuen Rockywood-Komplexes am Hafen, Ansicht Eingang
Eine Visualisierung des neuen Rockywood-Komplexes aus Eingangs-Ansicht. © PRIMUS developments GmbH

Das Projekt enthält neben seiner Holzhybrid-Bauweise eine weitere Besonderheit. Der Stadt, den Stadtwerken und dem Investor sei es in gemeinsamer Anstrengung gelungen, den Boxclub Nordend an dessen Standort im Hafen zu erhalten, so OB Schwenke, der nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Sportdezernent der Stadt Offenbach ist. Der bundesweit bekannte und für seine Präventions- und Integrationsarbeit vielfach ausgezeichnete Boxclub ist zurzeit in einer alten Lagerhalle auf dem Hafen-Grundstück ansässig und erhält im Neubau neue Räumlichkeiten. OB Schwenke: „Das Projekt ROCKYWOOD sieht sich  damit nicht nur der Nachhaltigkeit, sondern auch einem ausgewogenen und sozial verantwortungsvollen Nutzungsmix verpflichtet.“

Der von den Stadtwerken gesponserte Sportverein wird für die Dauer der Bauarbeiten vor Ort in einem Übergangsquartier untergebracht und erhält künftig im Erdgeschoss an der Hafenallee eine 550 Quadratmeter große Sportstätte mit getrennten Sport- und Sozialbereichen mit Zugang direkt von der Hafenallee. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Offenbach und PRIMUS kann der Club sein neues Vereinsdomizil 20 Jahre lang kostenfrei nutzen. Mit dem Projekt ROCKYWOOD, so Schwenke, werde zudem wie schon durch die Hafenschule oder das Hafencenter ein weiteres Stück Verbindung von Nordend und Hafen geschaffen. Dies sei wichtig, damit das neue Stadtviertel keine vom Rest der Stadt isolierte Entwicklung nehme.   

Im Zentrum ein begrünter Platz

Zu dem nicht unterkellerten Gebäudeensemble von ROCKYWOOD zählen zwei aufgrund ihrer unterschiedlichen Form, Gestaltung und Materialwahl in einem spannungsreichen Dialog stehende Bauwerke, ROCKY und WOOD. Die beiden Gebäude mit ihren begrünten Dächern umschließen einen erhöhten Platz, Playground genannt, der mit Bäumen und bunter Möblierung ausgestattetet ist. Hier, erhöht auf dem Dach der ebenerdigen Garage mit rund 60 Stellplätzen, ergibt sich ein attraktiver öffentlicher Platz mit Blick auf die Skyline von Frankfurt und den Main.

Visualisierung des neuen Rockywood-Komplexes am Hafen
© PRIMUS developments GmbH

Das Plateau ist über großzügige, ebenfalls begrünte Treppenanlagen mit den Freiflächen im Norden und im Westen verbunden. Dazu zählen eine kleine Piazzetta mit Außengastronomie vor der Uferpromenade und im Westen in Verbindung mit dem ROCKY ein kontemplativer Freibereich zum Verweilen und mit Mobilitätsangeboten. Auf der östlichen Grundstücksseite entsteht entlang einer neuen Straße zur Walter-Spiller-Brücke ein sechs Meter breiter Gehweg mit weiteren Fahrradstellplätzen. Die Stadtwerke-Gesellschaft OPG als Erschließungsträgerin des Hafens wird die bislang nur provisorische Straßenverbindung zur Hafeninsel neu anlegen.

Im Nordwesten des Areals, an der Uferpromenade des Hafenbeckens, entsteht der freigestellte Solitär ROCKY in Massivbauweise. ROCKY bietet mit seinen stützenfreien Loftbüros auf 4 Etagen jeweils 400 qm groß Flexbüros. Die bodentiefen Fenster bieten Aussicht auf den Offenbacher Hafen und die Frankfurter Skyline. Als Gegenstück entsteht im Südwesten das winkelförmige Hybridgebäude WOOD mit ca. 8.000 qm flexibler Bürofläche. Seine vier auf einem Betonsockel ruhenden Obergeschosse werden in Holzmodulbauweise errichtet. Die Holzoberflächen der Konstruktion werden auch im Inneren sichtbar sein und eine besonders „warme“ Arbeitsatmosphäre schaffen. WOOD erhält im Erdgeschoss eine Glasfassade mit Aluminium-Pfosten und in den Obergeschossen eine vorgehängte Holzlamellen-Fassade. Rund drei Meter breite, sich zum Playground öffnende Laubengänge mit Edelstahlseilnetzen als Absturzsicherung erschließen die Obergeschosse und bieten Raum für sozialen und interdisziplinären Austausch.

Visualisierung des neuen Rockywood-Komplexes am Hafen
Ansicht des Playgrounds im neuen Rockywood-Komplex. © PRIMUS developments GmbH

Nachhaltiges Bauprojekt

„ROCKYWOOD ist ein ökologisches, nachhaltiges Projekt und setzt Maßstäbe im ressourcenschonenden Bauen“, erklärt Bauherr Achim Nagel. Sein Unternehmen PRIMUS developments hatte sich bei der Verwendung vorgefertigter Holzbaumodule bereits mit der Errichtung des siebengeschossigen Studentenwohnheims WOODIE mit rund 370 Wohneinheiten in Hamburg-Wilhelmsburg einen Namen gemacht. Die Apartments wurden als Raummodule vorgefertigt und übereinandergestapelt. Dank der seriellen Vorproduktion ließen sich Bauzeit sowie Produktions- und Transportkosten drastisch reduzieren.

„Zudem erzielen wir mit dem natürlichen Baustoff Holz eine hervorragende Umweltbilanz“, erklärt Achim Nagel, „Holz bindet CO2, ist leicht und stabil, gut zu verarbeiten, isoliert gut und reguliert das Raumklima.“ Inzwischen hat PRIMUS sein auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes ausgezeichnetes WOODIE-Konzept weiterentwickelt und auch auf den Büro- und Hotelbaubau übertragen. Im Berliner Regierungsviertel errichteten die Hamburger in Holzmodulbauweise das Abgeordnetenhaus LUISE mit 450 Arbeitsplätzen für den Deutschen Bundestag und auf der Lübecker Wallhalbinsel soll ein dreigeschossiges Hotel mit 160 Zimmern.in Holzmodulbauweise entstehen.

Kreislaufkonzept WOODCYCLE

Für die Holz-Module des Bauwerks WOOD im Hafen Offenbach werden ca. 2.600 Kubikmeter Holz verarbeitet, die über 2.600 Tonnen CO2 binden. Bauherr PRIMUS geht jedoch noch einen Schritt weiter. Nach dem von ihm entwickelten Kreislaufkonzept WOODCYCLE soll das verbaute Holz auf einer etwa fünf Hektar großen Waldfläche nachgepflanzt werden. In einem Zeitraum von 40 Jahren soll auf dieser Fläche das Holz nachwachsen, das bei ROCKYWOOD verbaut wurde.

Baubeginn für ROCKYWOOD soll noch in der ersten Hälfte 2022 sein. Der Investor rechnet mit einer Bauzeit von nur einem Jahr.

23. Dezember 2021