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Im Hafen Offenbach wecken seit Jahren nicht nur die Entwicklung eines Industriestandortes zu einem attraktiven Stadtviertel großes Interesse, sondern auch spannende Zwischennutzungsprojekte. Kunst und Kultur haben hier umgeben von moderner Architektur ebenso ihren Platz gefunden wie das Urban Gardening Projekt Hafengarten. Auf einem der letzten freien Areale verzaubert nun Fabio Kempf im Auftrag der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft das Quartier.
Trotz Absage der Luminale wird die Installation zu sehen sein!
HfG-Student Fabio Kempf mit seinem Lichtobjekt
HfG-Student Fabio Kempf mit einem Teil seiner Lichtinstallation "Nebula Meta". © SOH

Begegnungsreise mit dem Licht

Bereits zum zweiten Mal hat die Tochtergesellschaft aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe den Studierenden der Hochschule für Gestaltung beauftragt, eine Lichtinstallation zu gestalten.

Vom 12.03. bis zum 15.03.2020 sollten Besucherinnen und Besucher in Offenbach und Frankfurt wieder auf Begegnungsreise mit dem Licht gehen. 22 Installationen galt es im Stadtgebiet zu entdecken. Nach der Absage der Luminale 2020 blieb es an vielen Orten dunkel. Für die Installation im Hafen war Fabio Kempf verantwortlich. Sie war trotz Absage zu sehen.
Auf einer der letzten unbebauten Flächen trafen Interessierte  auf 15 illuminierte große Kugeln. „Nebula Meta“ lädt ein, das Organische und Natürliche zwischen den eckigen und kantigen Formen der Architektur und des Städtebaus zu entdecken.

Nebula Meta
Lichtinstallation Nebula Meta im Hafen. © Ulrike Hölzinger-Deuscher

Organische Körper treffen auf modernen Städtebau

Zwei Meter Durchmesser haben die transparenten Kugeln aus PVC-Plane, die von innen beleuchtet und mit Nebel befüllt werden. Der 27-Jährige hat lange konzipiert und vieles ausprobiert bis er mit dem Ergebnis zufrieden war. Weiße LEDs im Innern sorgen für kaltes Licht, das sich harmonisch in den urbanen Kontext der noch jungen Umgebungsbebauung rund um den Hafenplatz fügt.

„Die größte Herausforderung ist diesmal die Technik“, sagt er und schmunzelt. Nachdem er ein Konzept zum Beleuchten der Bälle entwickelt hatte, suchte er nach einem Weg, die unschöne Technik zu verbergen. So kam der Nebel ins Spiel und sorgt für eine fast mystische Anmutung und Atmosphäre.

Nebula Meta
Die Kugeln leuchten abends ab 19 Uhr. © Ulrike Hölzinger-Deuscher

Die einzelnen Kugeln waren am Ausstellungsort an der Jean-Weipert-Straße so angeordnet, dass die Betrachterinnen und Betrachter zwischen ihnen hindurch und um sie herumgehen konnten. „Ich möchte, dass organische Körper im Städtebau erlebbar werden“, sagt Kempf. Daher war Anfassen auch unbedingt erlaubt. Die großen Bälle luden auch förmlich dazu ein vorsichtig berührt zu werden.

Nicht zum ersten Mal hat sich Fabio Kempf mit organischen Formen beschäftigt. Das Natürliche und Runde machte er bereits während seines Vordiploms zum Thema. Auch 2018 spielte es während seiner Luminale-Installation im Hafen Offenbach eine Rolle. Der Student der Visuellen Kommunikation vermisst weiche Formen und natürliche Rundungen in der modernen Architektur und der Stadtplanung. Den harten Kanten, spitzen Ecken und geraden Linien möchte er einen Kontrast entgegen setzen. Inspirieren lässt er sich von organischen Strukturen wie Holz, den Aktzeichenkursen an der Hochschule und von aufmerksamen Rundgängen durch seine Wahlheimat Offenbach.

06. März 2020

Nebula Meta Ulrike Hölzinger-Deuscher
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