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Alter Fischereihafen der polnischen Stadt Gydnia
Der alte Fischereihafen der polnischen Stadt Gydnia soll revitalisiert werden. © OPG
Daniele Martha, Geschäftsführerin der Stadtwerke-Tochter OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH, hat die polnische Hafenstadt Gdynia bei der Planung eines neuen Stadtviertels.
Daniela Martha, Geschäftsführerin der OPG
Daniela Martha, Geschäftsführerin der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft berät die polnische Hafenstadt Gydnia. © Ulrike Hölzinger-Deuscher

Wie sich aus einer Industriebrache erfolgreich ein neues Stadtviertel entwickeln lässt, davon haben sich im Hafen Offenbach schon viele Politiker, Stadtplaner und Immobilienexperten ein Bild gemacht. Offenbacher Expertise in Sachen Hafenviertel ist aber auch international gefragt. Jüngstes Beispiel: Die polnische Hafenstadt Gdynia holte sich Rat bei einer Expertenrunde zur Revitalisierung ihres alten Fischereihafens in der Danziger Bucht.

Organisiert hatte den Workshop auf Einladung der nahe Gdansk gelegenen Ostseestadt das Urban Land Institute. Das ULI ist eine weltweit in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung tätige Forschungs- und Bildungsorganisation, die 2016 auch schon zusammen mit der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH das erste „FrankfurtOffenbach Lab“ veranstaltet hatte.

In einem „Advisory Workshop“ in Gdynia, Hauptquartier der polnischen Kriegsmarine und Sitz gleich zweier nautischer Hochschulen, stellten jetzt ULI-Mitglieder ihr Wissen für die Stadtentwicklung zur Verfügung. Mit im Expertenteam aus Städten wie Pittsburgh, Belfast und Liverpool: OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha, deren Immobilienunternehmen aus der Stadtwerke-Gruppe den Hafen Offenbach entwickelt und vermarktet.

"Sea City" soll touristisches Aushängeschild werden

Gdynia (früherer Name: Gdingen) verfügt über einen großen Industriehafen mit Containerterminal. Hafen und Kommune gehen allerdings verwaltungstechnisch getrennte Wege. Die im Zweiten Weltkrieg Gotenhafen genannte Stadt war einst bedeutender Stützpunkt der deutschen Kriegsmarine und wurde durch Luftangriffe stark zerstört. Entsprechend ist die kreisfreie Stadt durch moderne Architektur geprägt.

„Sea City“ heißt ein 71 Hektar großer, überwiegend in staatlicher oder privater Hand befindlicher Komplex, den die rund 250.000 Einwohner zählende Großstadt zu einem neuen Stadtviertel und touristischen Aushängeschild entwickeln möchte. Dabei handelt es sich um den historischen Fischereihafen mit seinem brachliegenden Fischersteg. Nur dieser ein Hektar große Pier befindet sich in städtischem Besitz.   

Gdynia, von dessen Werft sich 1970 der polnische Arbeiteraufstand entwickelte, wollte sich ursprünglich bei der eigenen Planung nur auf diesen  Fischersteg konzentrieren, dort Wohnraum  und an der Spitze der Mole eine touristische Attraktion schaffen.

Masterplan für das gesamte Gebiet empfohlen

Von einer solchen isolierten Vorgehensweise rieten die ULI-Fachleute jedoch im Workshop ab. Sie empfahlen ihren polnischen Kolleginnen und Kollegen, für das gesamte Gebiet, zu dem auch die attraktive, durch eine breite Allee mit der Stadt verbundene Südmole mit mehreren Sehenswürdigkeiten gehört, einen Masterplan zu erstellen und dabei nicht nur die Freiflächen auf diesem südlichen Seesteg, sondern auch den Küstenabschnitt einzubeziehen.

Daniela Matha: „Beide Piere können nicht isoliert betrachtet werden. Man darf ein solches Areal auch nicht einfach den Investoren überlassen. Die Stadt braucht vorher eine Idee, eine Vision, was sie dort entwickeln möchte.“ Dann könne sie auch mit klaren planerischen Vorgaben versuchen, Investoren für diese Idee zu gewinnen.

Aufschlussreich für alle Workshop-Teilnehmer*innen: Um das öffentliche Interesse für die „Sea City“ zu wecken und die Menschen frühzeitig für diese reizvollen Flächen zu begeistern, eignen sich spannende Zwischennutzungen, wie Daniela Matha am Beispiel des Offenbacher Hafens veranschaulichen konnte.  

28.02.2018