Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Nachhaltigkeitskonzepte

Der Innovationscampus entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem modernen Industrie- und Gewerbestandort. Nachhaltigkeitsaspekte werden dabei von Beginn an berücksichtigt – von der Gestaltung der Freiräume über den Umgang mit Regenwasser bis hin zum Hochwasserschutz.

Grünes Industrie- und Gewerbegebiet

Der Innovationscampus Offenbach setzt bei seiner Entwicklung gezielt auf eine nachhaltige und klimaangepasste Gestaltung der Freiräume. Ein prägendes Element ist das sogenannte Innovationsband – die durchgehende, baumbestandene Haupterschließungsachse, die sich als grüne Struktur über das Gelände zieht. Entlang dieser Allee, an den zukünftigen Radwegen sowie an den öffentlichen Plätzen, wird der Baumbestand gezielt weiterentwickelt. Dafür werden mehr als 200 Bäume neu gepflanzt. Ein Teil dieser Pflanzungen ersetzt Bäume, die im Zuge der Erschließungsmaßnahmen gefällt werden mussten. Insgesamt wächst der Baumbestand auf dem Gelände: Während 2014 noch rund 710 Bäume auf dem Areal standen, werden es nach Abschluss der Erschließungsmaßnahmen mehr als 800 sein.

Die Neupflanzungen erfolgen überwiegend in sogenannten Baumrigolen. Diese funktionieren wie unterirdische Wasserspeicher: Regenwasser von Straßen, Wegen und Platzflächen wird gesammelt und in einem speziellen Substrat im Wurzelbereich der Bäume gespeichert. Von dort steht es den Bäumen auch in Trockenperioden zur Verfügung. Gleichzeitig stellen die Baumrigolen sicher, dass keine Verunreinigungen aus der früheren industriellen Nutzung ins Grundwasser gelangen können.

Damit lösen sie eine besondere Herausforderung des Standorts: Aufgrund der Altlastensituation müssen große Teile der Oberflächen abgedichtet werden. Die Baumrigolen ermöglichen es dennoch, zahlreiche neue Baumstandorte zu schaffen und attraktive Grünflächen zu entwickeln. So werden die Anforderungen an Umwelt- und Grundwasserschutz mit dem Wunsch nach mehr Begrünung erfolgreich miteinander verbunden.

Schwammstadt statt Hitzeinsel

Die Baumrigolen sind Teil eines innovativen Regenwassermanagements nach dem Prinzip „Schwammstadt statt Hitzeinsel“. Ziel ist es, Niederschlagswasser möglichst lange auf dem Gelände zu halten, anstatt es direkt abzuleiten. Das gespeicherte Wasser versorgt nicht nur die Bäume, sondern trägt auch dazu bei, die Umgebung an heißen Tagen natürlich zu kühlen.

So entsteht ein robustes und ressourcenschonendes Grünsystem, das Begrünung, Regenwassermanagement und Klimaanpassung miteinander verbindet und einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Innovationscampus leistet.

Baumtröge als Bestandteil des Innovationsbandes

Wenn der Main steigt: Schutz bei steigendem Mainpegel

Ein wesentliches Element der nachhaltigen Infrastruktur ist zudem der integrierte Hochwasserschutz durch das Kaskadenwehr. Die technische Anlage schützt das Areal zuverlässig vor Hochwasser des Mains, indem sie das Eindringen von Flusswasser verhindert und gleichzeitig die Entwässerung des Gebiets sicherstellt. Durch diese Kombination aus Schutz und Steuerung wird das Gelände auch bei steigenden Wasserständen funktionsfähig gehalten.

Im Inneren des Kaskadenwehrs befindet sich ein sogenanntes Schott. Das rund 4 Meter hohe und 1,30 Meter breite Bauteil wiegt rund 6,5 Tonnen und fungiert als verschließbares Absperrelement – vergleichbar mit einer überdimensionierten Rückstauklappe. Es kann auf- und abgesenkt werden und reguliert so, wie viel Wasser durchgelassen wird.

Einbau des Schotts am Kaskadenwehr

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise