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Bilanzveranstaltung Elektromobilität im Capitol.
Die Verantwortlichen feierten ihre gemeinsamen Erfolge im Offenbacher Capitol-Theater. © Jessica Schäfer
Vor vier Jahren haben sich sieben Partner mit ihren Projektideen unter dem Dach der Regionalen Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main zusammengeschlossen und eine Allianz gegründet – die Allianz Elektromobilität. Zielsetzung der Allianz war und ist es, die Projektvorhaben der einzelnen Partner inhaltlich zu vernetzen, Elektromobilität in Mobilitätsketten zu integrieren sowie das gewonnene Wissen und Erkenntnisse zu bündeln und gemeinschaftlich weiterzugeben. Nach vier Jahren Projektlaufzeit war es nun an der Zeit, Bilanz zu ziehen und gemeinsame Erfolge zu feiern.
Anja Georgi und Janine Mielzarek bei der Bilanzveranstaltung E-Mobilität.
Anja Georgi, Leiterin der Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main, und ihre Stellvertreterin Janine Mielzarek bei der Übergabe der Awards. © Jessica Schäfer
Bilanzveranstaltung Elektromobilität im Capitol.
Get together im Capitol. © Jessica Schäfer

In den Projekten der Allianz Elektromobilität werden vorrangig Elektrofahrzeuge für verschiedene Anwender zur Verfügung gestellt. Dabei reicht die Nutzung der Fahrzeuge vom innerbetrieblichen Einsatz bis hin zur Integration in öffentliche Mobilitätslösungen. Der Allianz gehören die Projekte E-Fleet operated bei Fraport, eMiO-Elektromobilität in Offenbach, Free – Freizeit- und Eventverkehre mit intermodal buchbaren Elektrofahrzeugen, Leben im Westen – Implementierung nachhaltiger Elektromobilität in randstädtischen Wohngebieten, eMOMA – Elektro-Mobilitätsmanagement, die Sozialwissenschaftliche und ökologische Begleitforschung „Allianz Elektromobilität“ sowie TeBALE – Technische Begleitforschung „Allianz Elektromobilität“ an.

Zu der Bilanzveranstaltung hatte die Projektleitstelle nun Vertreter der sieben Partner, Förderer und Unterstützer aus Politik und Wirtschaftstaltung ins Capitol-Theater nach Offenbach eingeladen. Diese fand ganz im Stil einer Filmpreisverleihung à la Hollywood statt. Mehr als 80 Gäste waren gekommen. Unter ihnen befanden sich auch Rainer Bomba, Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Oberbürgermeister Horst Schneider und Mobilitätsdezernent Peter Freier.

Die sieben Demonstrationsvorhaben der Allianz wurden im Rahmen der Veranstaltung mit kurzen Imagefilmen, die einen Einblick in die jeweiligen Projekte vermittelte, vorgestellt und im Anschluss daran mit einem Award gewürdigt. Im Rahmen des Abendprogramms erläuterte der Trendbeobachter Mathias Haas die Megatrends der Zukunft, in der auch die Elektromobilität einen wichtigen Platz einnimmt. Bei anschließenden Get together bot sich den Vertretern aus Forschung, Politik und Wirtschaft die Gelegenheit zum Informationsaustausch.

Januar 2017

Zitate der Beteiligten

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): „Die „Allianz Elektromobilität“ ist ein erfolgreiches Vorhaben, das zum Umstieg auf alternative, emissionsarme Antriebe beiträgt. Die Demonstrationsvorhaben der Allianz liefern wertvolle Erfahrungen für die Mobilität 4.0. Denn heute denken wir in effizienten Mobilitätsketten, nicht mehr in einzelnen Verkehrsträgern. Gemeinsam bringen wir die Elektromobilität voran. Bund, Länder, Kommunen und die private Wirtschaft – alle Akteure arbeiten zusammen.“
Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir betonte, dass die Elektromobilität vor allem in Verbindung mit der Energiewende eine Lösung sei, um den Verkehr klimafreundlicher zu machen. „Mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist diese Mobilitätsform nahezu 100 Prozent klimaneutral“, sagte Al-Wazir. Die Veranstaltung zeige deutlich, dass Hessen im Bereich der Elektromobilität bereits eine der aktivsten und dynamischsten Regionen in Deutschland sei. „Auf das entstandene Netzwerk aus Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung und den enormen Wissens- und Erfahrungsschatz können wir aufbauen, um die Elektromobilität weiter voranzubringen und damit unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen“, so der Minister. Er verwies außerdem auf bestehende und neue Fördermöglichkeiten des Landes, etwa aktuell eine Unterstützung bei der Anschaffung von E-Bussen.

Die sieben Demonstrationsvorhaben im Überblick

Die Ziellsetzung des Projekts FREE war die Bereitstellung eines nachhaltigen Verkehrsangebotes aus einer Hand. Im Projekt wurden integrierte, auf Elektrofahrzeugen basierende Mobilitätsangebote für Besucher von Freizeitzielen und Veranstaltungen in der Region Nordhessen entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Die Integration bezog sich einerseits auf die Verkehrsmittel E‑Pkw, E-Bus, Pedelec, Leihfahrräder, Tram und Bus, inklusive der zur Nutzung erforderlichen Ladeinfrastruktur, und andererseits auf die Unterstützung des gesamten Mobilitätsprozesses, von der Information und Buchung bis zur realisierten Ortsveränderung.

Im Projekt „E-Fleet operated by Fraport“ wurde die Eignung von neuen Elektrofahrzeuggattungen in diversen Servicebereichen und bei der Flugzeugabfertigung im Hinblick auf flughafenspezifische Anforderungen untersucht. Außerdem wurden flughafenspezifische, intelligente Ladesysteme eingeführt. Darüber hinaus wurden Optimierungsmöglichkeiten an den eingesetzten Batteriesystemen bei den Sonderfahrzeugen zur Flugzeugabfertigung betrachtet und die Auswirkungen des großflächigen Einsatzes von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz des Flughafens untersucht.

Mit dem Projekt „eMiO – Elektromobilität in Offenbach“ ist es gelungen, Offenbacher Unternehmen für die elektromobile Fahrzeugtechnik zu begeistern und 40 Elektroautos auf Offenbachs Straßen zu bringen. Auf diese Weise konnten mehr Menschen für das Thema Elektromobilität gewonnen und es darüber hinaus auf den Straßen sichtbar gemacht werden.

Im Rahmen des Projekts „eMOMA – Elektro-Mobilitätsmanagement“ wurde ein nachhaltiges, kostenorientiertes und multimodales Mobilitätsmanagementkonzept zur Umstellung von Poolfahrzeugen und personenbezogenen Dienstwagen mit Privatnutzung auf Elektromobilität am juwi Standort Wörrstadt entwickelt.

Das Projekt „Leben im Westen“ konzentrierte sich auf die Entwicklung von übertragbaren Planungsinstrumentarien zur nachhaltigen Integration von Elektromobilität in die Stadtplanung. In diesem Zusammenhang wurden 15 betreute Mobilitätsstationen sowie eine tragfähigen Betreibermodells für die Fahrzeugflotte aufgebaut.

Im Rahmen der sozialwissenschaftlichen und ökologischen Begleitforschung „Allianz Elektromobilität“ wurden individuelle und kollektive Chancen und Barrieren des Wandels der Mobilität in Richtung Elektromobilität untersucht. TeBALE – Technische Begleitforschung „Allianz Elektromobilität“ betrachtete technische Fragestellungen zu den für die „Allianz Elektromobilität“ relevanten Projektthemen, erfasste die für die technische Bewertung des Systems Ladeinfrastruktur-Elektrofahrzeug notwendigen Daten und wertete sie aus.

Regionale Projektleitstelle Elektromobilität Modellregion Rhein-Main

Die Regionale Projektleitstelle Elektromobilität Modellregion Rhein-Main hat ihren Sitz bei der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Sie koordiniert auf regionaler Ebene eine Vielzahl von Projekten, die die Mobilität der Zukunft auf ihre Alltagstauglichkeit erproben und marktfähig machen – etwa den Aufbau elektromobiler Fahrzeugflotten im kommunalen wie gewerblichen Bereich oder die Reduktion von Emissionen bei der Flugzeugabfertigung. Das Gesamtvolumen der laufenden Projekte im Rhein-Main-Gebiet beträgt mehr als 31 Millionen Euro; davon werden 17 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die überregionale Koordination für das Programm liegt bei der NOW (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH).
Imagefilm über das Projekt eMiO - Elektromobilität in Offenbach © SOH