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Das Stadion am Bieberer Berg feiert Jubiläum
(vorne, von links nach rechts) Oberbürgermeister Felix Schwenke, SBB-Geschäftsführer Andreas Herzog, Daniel Puci, Leiter des Veranstaltungsbereichs der SBB, (hinten) GBO-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp, Jörg Briel und Peter Roth, beide Vizepräsidenten des OFC Kickers, vor der neuen Foto-Bande im Stadion. © Monika Müller
Es ist soweit! Am 21. Mai feiert das Stadion am Bieberer Berg Jubiläum. Seit 100 Jahren ist die Erhebung zwischen Bieber und dem Osten Offenbachs Ort sportlicher Erfolge, großartiger Konzerte und Veranstaltungen, spannender Begegnungen und zwischenmenschlicher Gemeinschaft sowie ein Ort der Sportgeschichte und der Emotionen. Hier spielt der OFC für und vor seinen Fans.

Weil sie wegen der Corona-Pandemie auf Feierlichkeiten verzichten muss, begeht die mit dem Betrieb des Stadions betraute Stadiongesellschaft den Geburtstag mit einer besonderen Foto- Fanaktion. Dabei wirft sie einen Blick zurück auf die bewegende Stadiongeschichte.

Vor 100 Jahren: Startschuss für einen besonderen Ort

1919 bis 1920 wird aus Holzresten einer alten Kaserne auf dem ehemaligen Exerzierplatz eine erste Tribüne für 1.200 Besucher gebaut. 1952 folgt die erste überdachte Stehtribüne für 11.000 Menschen. Dies war damals eine Besonderheit, die bis heute in moderner Form erhalten wurde und nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Stadionszene darstellt. Acht Jahre später ergänzt eine Haupttribüne aus Stahlbeton mit 3.700 Sitzplätzen die Spielstätte. 1968 wird die 2-Mast-Flutlichtanlage mit einem Spiel gegen 1860 München eingeweiht. Zeugen sind 32.500 Besucher. Bis heute ist dies Besucherrekord und bei Fans der älteren Generation eine unvergleichliche Erinnerung.

1973 erhält das Stadion dann eine Osttribüne. 2006 wird diese dann um ein Multifunktionsgebäude im Untergeschoss ergänzt. Ab 2010 beginnt die bisher größte Veränderung der Stadiongeschichte: Die Firma Bremer wird mit dem Bau eines neuen Stadions beauftragt. 2011 erfolgten ein spektakulärer Abriss und der Abbau der legendären Flutlichtmasten. Bei der Gestaltung des neu zu errichtenden Stadions werden die Fans miteingebunden. Und so entsteht keine Arena, sondern ein Vier-Tribünen-Stadion im englischen Stil, indem die Besucher möglichst nah ans Spielfeld rücken. Ein Grund für die intensive Atmosphäre bei Heimspielen ist auch die große Anzahl an Stehplätzen. Der Wunsch der Fans war es,  die Stehtribüne auf der Längsseite des Spielfeldes vom Stil her beizubehalten. Die Stehtribüne ist bis heute das charakteristische Element des Stadions. Im Sommer 2012 wird das neue Stadion schließlich eröffnet. Seitdem finden etwa 20.500 Besucher Platz. An Spielfreien Tagen wird die Spielstätte als moderne und vielseitige Eventlocation vermarktet.

In der Zukunft angekommen: Das Stadion heute

Seit 2010 ist die Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH aus dem Geschäftsfeld Veranstaltungen der Stadtwerke Offenbach Betreiberin der Spielstätte. Die sieben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen organisieren nicht nur den Spielbetrieb und die Vermietung der Flächen, sondern kümmern sich auch um Sponsoren und die Vermarktung als Eventlocation.

Das Stadion ist längst nicht mehr nur ein Ort der Fußballgeschichte“, sagt SBB-Geschäftsführer Andreas Herzog. „Wir haben eine moderne Eventlocation, die unzählige Möglichkeiten bietet. Aber natürlich prägen die Vergangenheit dieses Ortes und die Leidenschaft der Fans den Bieberer Berg und machen ihn zudem was er ist: Heimat.“

Große Festivals wie das Holi-Festival haben hier seitdem ebenso stattgefunden wie spannende Führungen, internationale Messen, Rugbyländerspiele, Begegnungen von Fußballnationalmannschaften und private Veranstaltungen. Zu den Highlights der jüngeren Stadiongeschichte zählen neben dem Weihnachtskonzert von HR3 und Offenbach-Post auch das Eishockey-Winterderby zwischen dem EC Bad Nauheim und den Löwen Frankfurt im Jahr 2019.

Eng verbunden: Das Stadion und die Fankultur

Der Bieberer Berg wurde über 100 Jahre geprägt von den fußballerischen Erfolgen und Niederlagen der Offenbacher Kickers. Nicht nur die Mannschaften und ihre Leistungen haben die Seele des Ortes geformt, sondern auch die Fans. Nur wenigen Offenbachern fällt keine Anekdote ein, die sie mit dem akkuraten Grün zwischen den Tribünen verbinden und bei vielen erhöht sich dezent der Puls wenn sie am Waldemar-Klein-Platz vorbeifahren um nach Bieber oder in die Innenstadt zu gelangen.

„Das Stadion am Bieberer Berg ist Teil dieser Stadt. Die Geschichten die hier spielten, haben Offenbachs Identität geprägt. Für viele Menschen ist dieses Jubiläum auch gelebte Historie. Ich freue mich, dass ich als Fan und Vereinsmitglied aber auch als Oberbürgermeister vieles hautnah miterleben und begleiten durfte“, sagt Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der SBB, Dr. Felix Schwenke.

Wegen Pandemie: Foto-Aktion und Block-Umbenennung statt Fan-Fest

Tribüne im Stadion mit Jubiläums-Bande
Zum Jubiläum gibt es einen 100-Jahre-Block. © Monika MÜller

Den 100. Geburtstag hätte die SBB gerne angemessen gefeiert. Mit einem Fan-Fest, Musik und Begegnungen der Generationen. Doch die Corona-Pandemie macht gerade dies unmöglich.
„Wir bedauern es, dass wir ein solches Jubiläum nicht angemessen feiern können. Aber die Sicherheit geht vor“, so Daniel Puci, Leiter des Veranstaltungsbereichs bei der Stadiongesellschaft.

Auch OFC-Präsident Joachim Wagner hätte sich ein Fest mit aktiver Beteiligung der Fans gewünscht. „Der OFC ist eng verbunden mit diesem Ort. Das Stadion am Bieberer Berg ist nicht nur Heimat der Fans, sondern auch unserer Mannschaften und unserer Vereinsgeschichte. Zwischen den Tribünen haben wir Erfolge gefeiert, sportliche Helden bejubelt, Niederlagen ertragen und Geschichte geschrieben. Bis heute sind wir stolz, das Stadion unser Zuhause nennen zu dürfen.“

Aktionen im Geburtstagsjahr

Zum Auftakt in das Jubiläumsjahr hatte die SBB mit der Unterstützung der Stadtwerke Offenbach, der Sparkasse Offenbach, der EVO und der GBO am 1. März das Stadion umbenannt. Dank dieser kommunalen Partnerinnen konnte der Spielstätte ihr originärer Name, Stadion am Bieberer Berg, im Jubiläumsjahr zurückgegeben werden.
Tribüne im Stadion mit Jubiläums-Bande
Die Bande wurde mit Fan-Fotos gestaltet und zeigt die schönsten Fußballmomente der letzten 100 Jahre. © Monika Müller
Tribüne im Stadion mit Jubiläums-Bande
Die Bande dokumentiert die lebendige Fankultur im Laufe der Zeit. © Monika Müller
Tribüne im Stadion mit Jubiläums-Bande
Mit der neuen Foto-Bande erhalten die Fans auch in Zeiten von Zuschauerbeschränkungen einen Platz im Stadion. © Monika Müller

Nun folgen Aktion Zwei und Drei: Die Fanaktion sowie Block-Umbenennung: Vor Wochen hatte die SBB die Fangemeinde aufgerufen Schnappschüsse und Erinnerungsfotos aus 100 Jahre Stadiongeschichte auf der Stadion-Website hochzuladen und so ihre schönsten Fußballmomente zu teilen. Hunderte von Fotos haben die Fans bereitgestellt. Diese wurden nun auf eine 50 Meter lange Bande gedruckt und dokumentieren als visueller Zeitstrahl die lebendige und unvergleichliche Fankultur auf dem Berg. Pünktlich zum Jubiläum hat diese ihren Platz auf der Westtribüne gefunden. Hinter Block 14 und 15 ziert sie nun als etwa 50 Meter lange Fotowand die Tribüne.

„Um  die Fans zumindest symbolisch einzubinden und die Bedeutung des Jubiläums sichtbar zu machen haben wir uns diese Aktion ausgedacht. Dazu möchten wir nicht nur den Fans fürs Mitmachen danken. Unser Dank gilt auch dem Fanmuseum, dem OFC-Medienteam als auch dem Fanprojekt, die uns bei der Aktion kräftig unterstützt haben“, so Daniel Puci. Die Umbenennung der beiden Blöcke in „100-Jahre-Block“ komplettiert dieses Geburtstags-Projekt.

Mit der neuen Foto-Bande erhalten die Fans auch in Zeiten von Zuschauerbeschränkungen einen Platz im Stadion und die vielen Gänsehautmomente, die berührt, verzaubert oder Fußball-Geschichte geschrieben haben, finden einen Weg zurück an den Ort ihrer Entstehung. Unterstützt wurde die Aktion von dem zweiten Jubilar der Stadtwerkefamilie, der GBO. Auch diese Tochtergesellschaft feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag und beteiligte sich an der Umsetzung der Banden-Idee. „Wir unterstützen diese Aktion gerne“, sagt GBO-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp. „Wie bereits bei der Umbenennung des Stadions im März, sehen wir uns auch diesmal als Partnerin in einer Zeit, die man sich anders vorgestellt hat.“

21. Mai 2021