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Stadt Offenbach

Laut, lokal, legendär: Die Stadthalle Offenbach steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag

31.03.2026 – Wo einst Jimi Hendrix seine Gitarre aufheulen ließ und heute Rap- und K-Pop-Fans Schlange stehen, schlägt seit fast 60 Jahren das Veranstaltungsherz Offenbachs. Die Stadthalle prägte seit ihrer Eröffnung 1966 Generationen von Besucherinnen und Besuchern – als Konzertarena, Treffpunkt und Bühne für große und kleine Geschichten. Kurz vor dem runden Geburtstag am 21. Mai rückt nun auch ihre Zukunft mit einer geplanten Sanierung näher.

Pure Energie gibt es auch heute noch im „Home of Rock’n’Roll”: Biffy Clyro brachte die ausverkaufte Stadthalle im Februar 2026 zum Beben.

„Durch ein neues Förderprogramm des Bundes haben wir Aussicht auf eine hohe finanzielle Förderung“, berichtet Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender Martin Wilhelm. „Dabei setzen wir bewusst auf das Alleinstellungsmerkmal der unbestuhlten Konzerte bis zu 5.000 Besuchern, die es im Rhein-Main-Gebiet sonst nur in der Jahrhunderthalle gibt.“ Genau diese offene Hallenstruktur machte das städtische Veranstaltungshaus an der Waldstraße zu einer der ersten Locations in der Region für Massenevents – und lockt seither bis heute viele internationale Stars an.

Große Namen, nach Jahrzehnten sortiert, präsentiert die Wall of Fame im Back-stage-Bereich der Stadthalle.

Von Rock-Größen zu Rap-Idolen

Legendäre Rockmusiker live in Offenbach erleben: Das gehörte früher fast zum Alltag. Deep Purple, Dire Straits und The Who, Genesis und Pink Floyd, U2, Lou Reed und viele mehr fegten in den 1960er- bis 80er-Jahren über die Bühne. Bemerkenswert bei all der geballten Energie: Die Bretter, die den Musikgrößen und ihren Fans in Offenbach die Welt bedeuten, sind nach fast 60 Jahren noch immer dieselben.

„Angesichts dieser Weltstars fragen mich manche Besucher von damals, warum bei uns heute angeblich so wenig passiere“, sagt Stadthallen-Geschäftsführerin Birgit von Hellborn. „Dabei hat sich nur die Zielgruppe verändert.“ So belagerten vor einem Jahr junge K-Pop-Fans schon zehn Stunden vor Konzertbeginn den Eingang der Stadthalle, um ihr Idol TAEMIN aus Südkorea live zu erleben: Er absolvierte sein einziges Deutschland-Konzert in Offenbach. Auch angesagte Rapper wie Cro (2022), Ski Aggu (2024) oder Lokalmatador CAPO im April 2026 sind schon Monate im Voraus ausverkauft. Wegen der großen Nachfrage gibt CAPO eine Zusatzshow am 19. April (dafür gibt es noch Karten), und nur vier Tage später kommt Lacazette, laut Veranstalter aktuell der „meistgehypte Rapper Deutschlands“, nach Offenbach. Manche neuen Formate wie die stets vollbesetzten Live-Hörspiele der „Drei ???“ funktionieren auch über Generationen hinweg.

Wirtschaftsfaktor für die Stadt

Hinzu kommen internationale Größen wie der neapolitanische Liedermacher Nino D´Angelo am 24. April, die bundesweit ihre Fans in Richtung Offenbach in Bewegung setzen. Damit trägt das Veranstaltungshaus der Stadtwerke Offenbach erheblich zur lokalen Wertschöpfung bei. „Allein 2025 zählte die Stadthalle 104.500 Besucherinnen und Besucher“, berichtet Birgit von Hellborn. „Viele Gäste essen oder übernachten sogar in Offenbach, sie nutzen lokale öffentliche Verkehrsmittel und andere Beförderungsmöglichkeiten.“ Dabei war die Stadthalle immer mehr als eine Konzertbühne. Sie diente als Treffpunkt, Fernsehstudio, Sportarena, Ballsaal, Messehalle und Begegnungsort – für internationale Stars ebenso wie für lokale Vereine, Schulklassen, Tanzgruppen oder Abschlussjahrgänge. Hier feiern Menschen bis heute ihre Idole, ihre Abschiede, ihre Erfolge – und manchmal einfach das Zusammensein.

Von rauchgeschwängerter Rock-Atmosphäre über legendäre Fernsehaufzeichnungen wie „beat, beat beat“ bis hin zu modernen Eventformaten – etwa Reinhold Messners Präsentation der „Weltberge“ als dreidimensionale Satellitenbilder im März - spiegelt die Geschichte der Stadthalle Offenbach auch den gesellschaftlichen Wandel. In der Coronazeit diente die Multifunktionshalle als Impfzentrum, auch die Stadtverordneten kamen hier bis 2025 während der Sanierung ihres Sitzungssaales im Rathaus zusammen.

Bühne auch für große Unternehmen

Wegen ihrer Größe eignet sich die Stadthalle zudem für Betriebsversammlungen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden. Zu den Stammkunden bei großen Unternehmen zählen etwa die Telekom, die Deutsche Post und GKN Automotive. Neu dazu kam Anfang März die Betriebsversammlung der SAMSON AG: Das Unternehmen verlegt seinen Stammsitz von Frankfurt nach Offenbach und errichtet derzeit seine „Fabrik der Zukunft“ auf dem Innovationscampus. Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Widl erhielt auch Einblicke in den Backstage-Bereich und die dortige Wall of Fame. „Er war begeistert von all den großen Namen, die schon bei uns aufgetreten sind“, erzählt Birgit von Hellborn. 

Um Mittel für die anstehende Sanierung zu sparen, ist zum 60. Geburtstag keine große Feier geplant. Eine kleine Gruppe wird aber die Gelegenheit erhalten, einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des „Home of Rock’n’Roll“ zu werfen. Weitere Informationen dazu gibt es rund um den 21. Mai.   

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