Studentischer Blick auf Sanierungsobjekt Stadthalle
16.09.2025 – Wie könnte die Offenbacher Stadthalle nach einer Sanierung aussehen? Mit baumartigen Säulen versehen, die die Anmutung eines Waldes vor dem Eingang erzeugen? Umgeben von Cubes mit Bars, Cafés und Restaurants, in denen Gäste vor den Veranstaltungen oder im Vorbeigehen einkehren können?
Die Aufgabe, einen Entwurf mit Modell für eine sanierte, in ihrer Kapazität erweiterte und nach heutigen Anforderungen funktionale Stadthalle zu entwerfen, die positiv auf ihre Umgebung abstrahlt, haben 22 Studierende der SRH Hochschule Heidelberg für ihre Master-Thesis erfüllt. Entstanden sind die Arbeiten aus einer Kooperation der Hochschule mit den Stadtwerke-Geschäftsfeldern Veranstaltungen und Immobilien. Die aus deren Sicht gelungensten und interessantesten Modelle werden nun in Offenbach gezeigt und prämiert. Alle Interessierten sind zur öffentlichen Preisverleihung am kommenden Dienstag, 23. September, um 17 Uhr im 1. Stock des Rathaus-Foyers eingeladen, die Arbeiten sind bereits ab 16 Uhr zu sehen. Im Anschluss werden die Modelle noch mindestens bis Dienstag, 30. September, gezeigt.
„Es ist eine großartige Chance, dass sich hier junge, gut ausgebildete und kreative Menschen Gedanken über das mögliche Aussehen unserer Stadthalle gemacht haben“, sagt Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm. „Ich bin sehr beeindruckt, welche Lösungen hier für das Äußere und den Veranstaltungsbereich entwickelt wurden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es hier um keine professionelle Ausschreibung geht, sondern um einen studentischen Ideenwettbewerb, wie die Stadthalle saniert werden könnte. Wenn wir die ausgewählten Modelle also ausstellen, zeigen wir keine Umsetzungsvorschläge, sondern die Gedanken von Studierenden zu einer Sanierung. Denn ohne eine öffentliche Förderung ist die Sanierung der Stadthalle in absehbarer Zeit nicht möglich“.
Kooperation zwischen GBO und SRH Hochschule Heidelberg
Die Idee, die Stadthalle als Aufgabe für die Master-Arbeit zu verwenden, war zwischen Boris Kupke und Andreas Bartels entstanden. Boris Kupke ist einer der Geschäftsführer der GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach, eine Tochter der Stadtwerke Offenbach, und Eigentümerin des Stadthallen-Gebäudes. Andreas Bartels ist Architekturprofessor an der SRH Hochschule Heidelberg. Der Stadt Offenbach sind durch die Kooperation keine Kosten entstanden.
Einen Tag lang schauten sich im Frühjahr die 22 Studierenden die Stadthalle an und sprachen mit dem Team um Birgit von Hellborn, Geschäftsführerin von Capitol Theater und Stadthalle im Geschäftsfeld Veranstaltungen der Stadtwerke Offenbach. Das Gebäude aus den 1960er Jahren hat Sanierungsbedarf, die Arbeiten sind aber wegen der angespannten Haushaltssituation der Stadt bis auf Weiteres verschoben. Doch von den Studierenden wurde kein Ersatzneubauentwurf erwartet. Sie sollten ein Konzept entwerfen, wie das Gebäude saniert, erweitert und im Kontext mit der Umgebung gestaltet werden könnte. Berücksichtigt werden sollten dabei sowohl die Funktion des vielbesuchten Veranstaltungsortes mit einer großen Bandbreite an Angeboten, als auch die Architektur der an markanter Stelle an der Waldstraße gelegenen Stadthalle.
Ideenreiche Lösungsansätze
Im August waren Boris Kupke und Birgit von Hellborn, die von Silke Simon und Philip Gartmann aus ihrem Team begleitet wurde, in Heidelberg, wo die Studierenden ihre Arbeiten präsentierten.
„Der Aufgabenstellung nach sollten die Studierenden auf dem bestehenden und unverändert kleinen Grundstück für die bestehende Stadthalle ein Sanierungs- und Erweiterungskonzept entwickeln, welches im Inneren des Gebäudes einen größeren Zuschauerraum ermöglichen sollte“, sagte Boris Kupke im Anschluss. „Gleichzeitig sollten sie sich darum bemühen, so viel wie möglich vom bestehenden Gebäude zu erhalten. Die Aufgabe war so anspruchsvoll, dass wir fest damit gerechnet hatten, dass viele Studierende den überwiegenden Teil des Bestandgebäudes zum Abriss vorsehen würden. Umso überraschender war es für uns, wie ideenreich und sensibel die Lösungsansätze dann am Ende alle waren.“ Dennoch präsentierte sich dem Team eine große Bandbreite vielfältiger Konzepte, entwickelt aus völlig unterschiedlichen Ansätzen.
„Die Studierenden haben sensationelle Modelle gezeigt“, ergänzte von Hellborn. „Wir beurteilen nicht, wie und zu welchem Preis die Entwürfe umsetzbar wären. Einige davon waren eher im Elbphilharmonie-Format und entsprechend sicher unbezahlbar, andere sehr pragmatisch und mit hervorragenden Ideen, aber alle waren sehr spannend. Wir beurteilen vielmehr, ob wir in diesen Modellen unseren Besucherinnen und Besuchern weiterhin Events bieten können, bei denen alle gut die Bühne sehen und alles hören können, in denen der Ein- und Auslass gut, sicher und schnell gewährleistet ist und ob die umgebende Verkehrssituation so berücksichtigt wurde, dass eine problemlose An- und Abreise möglich ist.“
