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Startschuss für noch mehr urbane Elektromobilität im Stadtgebiet: Am 17. Mai stellten die OVB Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH und die Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH das Konzept eMobil 2.0 vor. Das über das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) geförderte Vorhaben beinhaltet die Ausweitung des elektromobilen Angebots in Offenbach durch die Errichtung von fünf weiteren eMobil-Stationen.
Vorstellung des Projekts: eMobil 2.0
Von links: Thomas Kern (RMV), Tarek Al-Wazir, Anja Georgi und Bürgermeister Peter Schneider. © Georg

Diese sollen 2016/2017 über das gesamte Stadtgebiet Offenbachs verteilt aufgebaut werden. Der singuläre Ansatz einer eMobil-Station soll auf diese Weise in ein Netz von Servicestationen überführt werden. Kunden erhalten damit die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge für eine One-Way-Wegstrecke zu nutzen. Ziel ist es, das bereits bestehende elektromobile Sharing-Angebot nutzerfreundlicher zu gestalten, das Angebot eng an das öffentliche Nahverkehrssystem in Offenbach anzubinden und eine weitere Mobilitätsoption zu schaffen. eMobil 2.0 wird somit künftig integraler Bestandteil eines intermodalen Mobilitäts-Portfolios und damit zur Blaupause für das RMV-Verbundgebiet.

Projektvorhaben eMobil 2.0

Das bereits seit 2011 bestehende Angebot zur Vermietung von Elektroautos und Pedelecs an einer eMobil-Station soll in den kommenden zwei Jahren in Offenbach um fünf eMobil-Stationen erweitert werden. Für zukünftige Standorte werden derzeit Optionen am Nordring (Nähe Hafen), in Bieber (Nähe Ostendplatz), Tempelsee (Nähe Stadthalle), im Neubaugebiet „An den Eichen“ sowie in Bürgel und Rumpenheim geprüft. Hier und am Marktplatz sollen Kunden die Möglichkeit erhalten Pedelecs und Elektroautos zu mieten und für ihre Mobilitätsbelange zu nutzen. Durch ein Netz von eMobil-Stationen im Stadtgebiet können Kunden auf die elektromobilen Angebote auch als One-Way-Option zurückgreifen.

Ausleihe und Rückgabe ohne Standortbindung

Um hierfür die volle Flexibilität zu sichern, wird im Rahmen von eMobil 2.0 ein stationsflexibles Vermietsystem entwickelt. Die Elektrofahrzeuge können dann an einer beliebigen Station im Offenbacher Stadtgebiet entnommen und an einer andern zurückgegeben werden. Dementsprechend werden neben den mit Pedelecs besetzten Boxen auch Leerboxen bereitstehen, so dass neben dem Verleih auch die Abgabe von Fahrzeugen möglich sein wird. Auf diese Weise soll das bereits bestehende Sharing-Angebot nutzerfreundlicher gestaltet werden. Die neuen Servicestationen werden jeweils mit zwei Abstellflächen für Car-Sharing-Elektrofahrzeuge einschließlich der notwendigen Ladeinfrastruktur ausgerüstet. Als Car-Sharing-Fahrzeuge sind VW e-up! vorgesehen.

Je ein Ladepunkt soll außerdem privaten Nutzern von Elektroautos zur Verfügung stehen. Damit wird gleichzeitig das Netz an öffentlichen Ladesäulen erweitert. Die Stationen werden mit je fünf Abstell- und Ladeboxen für Pedelecs sowie je einem Informations- und Buchungsterminal ausgestattet. Zur Anmietung sollen Pedelecs bereitstehen, die den spezifischen Anforderungen eines Sharing-Betriebs entsprechen. Ziel ist es, den Stationen ein innovatives und gut sichtbares Erscheinungsbild zu geben, um damit das Thema Elektromobilität im Stadtbild in Offenbach am Main deutlich sichtbar und das Angebot attraktiv für mögliche Nutzer zu machen.

Mobiler Service: e-Ticket und App

Um die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu stärken, werden die eMobil-Fahrzeuge in das Auskunftssystem des RMV integriert. Angemeldete Nutzer können bei Bedarf die gewünschten Fahrzeuge direkt aus der Verbindungsauskunft heraus reservieren. Die Ausleihe der Elektrofahrzeuge erfolgt dann mit Hilfe des Smartphones über eine eMobil-App oder mit dem eTicket RheinMain. Mit dem eMobil-Angebot erweitert der RMV das Portfolio der RMV-Mobilitätskarte eTicket RheinMain. Die Chipkarte ist nicht nur Trägermedium für Zeitkarten wie Jahres-, Wochen- und Monatskarten, sondern auch Schlüssel zu vielfältigen Angeboten aus dem Bereich Car-Sharing und Fahrradvermietung.

Finanzierung

Das Projekt wird zu 50 Prozent und mit einem Betrag von rd. 500.000 Euro vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung gefördert. Die Kofinazierung läuft über die OVB GmbH und den Rhein-Main-Verkehrsverbund. Das Projekt startet im Sommer 2016 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Stimmen der Beteiligten

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung:

"Ob gern oder gezwungen - jeder ist im Alltag viel unterwegs. Aber der eigene Pkw wird für immer mehr Menschen zweitrangig; wichtig ist lediglich, dass sich auch spontane Mobilitätswünsche unkompliziert erfüllen lassen. Für die Verkehrspolitik ist das eine große Chance. Neue Verkehrsdienstleistungen wie Carsharing und neue Verkehrsmittel wie Pedelecs bieten in Kombination mit einem leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr die Möglichkeit, Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umstieg zu bewegen - und damit den Straßenverkehr in den Ballungsräumen flüssig zu halten, die Umwelt zu schonen und die Lebensqualität unserer Städte zu verbessern. Mit ihrem attraktiven, bundesweit beispielhaften Angebot tun die Offenbacher Verkehrs-Betriebe und der RMV deshalb genau das Richtige."

Bürgermeister und Mobilitätsdezernent Peter Schneider:

„Wir begreifen die innovative, umweltfreundliche Fahrzeugtechnik als Bestandteil einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt- und Verkehrsentwicklung. Elektromobilität ist deshalb fester Bestandteil unseres Luftreinhalteplans und Klimaschutzkonzeptes und ist in unseren Nahverkehrsplan integriert. Außerdem befinden wir uns gerade in einem Paradigmenwechsel hin zu einer multimodalen Epoche, in der die Devise ‚Nutzen statt Besitzen‘ gilt. Mit dem in eMobil 2.0 angebotenen Sharing-System wird der Idee einer urbanen Mobilität beispielhaft Rechnung getragen. Für die Stadt Offenbach ist das Projekt eMobil 2.0 also in doppelter Hinsicht ein wichtiger Baustein in der Stadt- und Mobilitätsentwicklung.“

Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds:

„Der Rhein-Main-Verkehrsverbund steht für innovative Mobilitätsdienstleistungen in der Region Frankfurt RheinMain, deshalb engagieren wir uns nicht nur für ein gutes Leistungsangebot und einen guten Service für unsere Kunden, sondern auch bei innovativen Ticketing-Systemen wie dem eTicket. Mit diesen maßgeschneiderten Angeboten tragen wir dazu bei, unsere Kunden nachhaltig mobil zu halten. Mit eMobil 2.0 greifen wir den Gesellschaftstrend „Shared Mobility“ auf und schaffen so eine neue, urbane Mobilität. eMobil 2.0 ist ein weiterer wichtiger Baustein für unsere Mobilitätskarte, die bereits heute weit mehr ist als eine Fahrkarte. So können unsere Kunden damit nicht nur Busse und Bahnen nutzen, sondern auch Fahrräder oder Car-Sharing-Fahrzeuge ausleihen. Damit ist eine „Tür-zu-Tür-Mobilität möglich.“

Anja Georgi, Leiterin der Projektleitstelle Modellregion Elektromobilität Rhein-Main und Geschäftsführerin der Gesellschaften im Geschäftsfeld Mobilität:

„Mit der Errichtung der fünf neuen eMobil-Stationen im Offenbacher Stadtgebiet, wird das Angebot im Öffentlichen Nahverkehr weiter ausgebaut. Es bietet Nutzern die Möglichkeit, an eMobil-Stationen problemlos von Bus und Bahn umzusteigen und auf diese Weise Elektromobilität in ihre Alltagsmobilität zu integrieren. Damit werden wesentliche Grundlagen geschaffen, um in Offenbach einen intelligenten und vor allem nachhaltigen Mobilitätsmix mit ÖPNV, Radverkehr, Pedelec, Car-Sharing und Zufußgehen anzubieten.“