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Die Nahverkehrsgesellschaft NiO aus dem Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke Offenbach, stellt Mobilitätsbericht 2015 und Fahrplanwechsel vor.
Linienbus hält an einer Haltestelle an der Berliner Straße
© Alexander Habermehl

Die Auftragsvergabe des Stadtbusbetriebs für weitere zehn Jahre an die OVB, die Einführung der elektronischen Fahrscheinkontrolle in allen OVB-Bussen und der erfolgreiche Vermarktungsabschluss des Projektes eMiO, dazu ein leichter Anstieg der Fahrgastzahlen wie auch der Nutzer der eMobil-Station kennzeichnen die Offenbacher ÖPNV-Bilanz des Jahres 2015.
Anja Georgi, Geschäftsführerin der NiO – Nahverkehr in Offenbach GmbH, und Mobilitätsdezernent Peter Freier haben jetzt den sechsten Mobilitätsbericht aus dem Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke-Gruppe (SOH) sowie die in diesem Jahr nur geringfügigen Änderungen zum bevorstehenden Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 vorgestellt.

Mobilitätsbericht 2015

Als kommunale Aufgabenträgerorganisation ist NiO gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Gesamtbericht über die von ihr verantworteten und bestellten Leistungen vorzulegen. Hauptsächlich sind das die Leistungen der OVB – Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH. Auch der sechste Mobilitätsbericht der SOH-Tochtergesellschaft geht über diese Anforderungen weit hinaus. NiO gibt in dem 18-seitigen Papier eine umfassende Übersicht über alle in Offenbach erbrachten Leistungen im Öffentlichen Nahverkehr. Der Bericht schafft damit Transparenz in einem komplexen Räderwerk aus lokalen und regionalen Bus- und Bahnlinien sowie einem breiten Angebot an Leihfahrrädern, Car-Sharing und elektromobilen Leihfahrzeugen. Darüber hinaus verweist der Bericht perspektivisch auf die Arbeitsschwerpunkte im Bereich öffentlicher Mobilität in den kommenden Jahren.

Stadtbusverkehr weiter mit der OVB

Ende 2015 sind die Konzessionen für die neun Offenbacher Buslinien ausgelaufen. Bereits ein Jahr zuvor beauftragten die Stadtverordneten die Aufgabenträger-Organisation des lokalen ÖPNV, die NiO – Nahverkehr in Offenbach GmbH, mit der Durchführung des Vergabeverfahrens. Gleichzeitig stellten sie die Weichen für eine Direktvergabe im Rahmen eines öffentlichen Dienstleistungsauftrages. Im Frühjahr 2015 stand fest: Die OVB – Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH wird auch im nächsten Jahrzehnt den Stadtbusverkehr betreiben. Die gesamte Verkehrsdienstleistung bleibt damit in der Hand der Stadtwerke-Gruppe.
Für die Direktvergabe war es rechtlich notwendig, das SOH-Geschäftsfeld Mobilität neu zu ordnen. Die OVB wurde Anfang 2015 eine Tochtergesellschaft der NiO und nicht mehr der SOH. Die MMO - Main Mobil Offenbach GmbH wurde von der Schwester- zur Tochtergesellschaft der OVB.

Leichter Anstieg der Fahrgastzahlen

Die Unternehmen im SOH-Geschäftsfeld Mobilität halten Offenbach in Bewegung. Die Zahl der jährlichen OVB-Fahrgäste ist dabei 2015 leicht von 10,7 auf 10,8 Millionen gestiegen. 61 Linienbusse der OVB sowie acht Busse des Subunternehmens Bonifer haben 276 Haltestellen angefahren und in dem 215 Kilometer langen Liniennetz 3,5 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Immer mehr Fahrgäste sind mit dem „Fahrschein der Zukunft“, dem digitalen eTicket Rhein-Main, unterwegs. 3075 von der OVB betreute Offenbacher Jahreskarten-Abonnenten nutzen inzwischen die elektronisch auslesbare Chip-Karte. Seit 2015 sind ebenfalls Wochen- und Monatskarten in diesem Format erhältlich.

Elektronische Fahrscheinkontrolle

Seit August 2015 ist der Buseinstieg für OVB-Kunden mit eTicket deutlich komfortabler geworden. Sie brauchen sich nicht mehr beim Fahrer in die Warteschlange einzureihen, sondern halten ihr eTicket einfach an den markierten Sensor eines elektronischen Lesegerätes, das an einer Haltestange im linken Einstiegsbereich jedes Offenbacher Linienbusses installiert ist. Eine Markierung auf dem Trittbrett lotst die Fahrgäste mit digitalem Fahrschein gleich auf die linke Seite zum Kartenlesegerät. Gewünschter Nebeneffekt: Mit der verbesserten Fahrscheinkontrolle soll die Zahl der „Schwarzfahrer“ noch weiter gesenkt werden.

Grüne Flotte wächst

Im öffentlichen Straßenraum ist das Mobilitätsgrün bereits zum vertrauten Anblick geworden. Dazu tragen nicht nur die Elektroautos bei, die die Stadtwerke-Gruppe (SOH) seit 2013 an Unternehmen vermietet. Auch die Busflotte der Offenbacher Verkehrs-Betriebe färbt sich zunehmend in ein frisches grünes Design.  

Seit dem Jahreswechsel 2014/2015 präsentieren sich die Unternehmen im Geschäftsfeld Mobilität der SOH mit einem einheitlichen Außenauftritt. Das betrifft auch die Linienbusse. Bei jedem Neuerwerb wechselt die OVB auf die grüne Optik. In der erstrahlten Ende 2015 bereits 16 Busse. Neun Fahrzeuge davon brachte das neue Subunternehmen Main-Bus mit dem Fahrplanwechsel 2015 ein.  

Elektromobilität gewinnt an Bedeutung

Nach nur zweijähriger Laufzeit war das Ziel erreicht: 2015 gelang es der Stadtwerke-Gruppe, im Rahmen ihres Projektes eMiO - Elektromobilität in Offenbach, 40 Elektroautos an Offenbacher Unternehmen und andere gewerbliche Kunden zu vermieten. Mit dem erfolgreichen Vermarktungsabschluss stellte die SOH unter Beweis, dass Elektromobilität auch im betrieblichen Alltag funktioniert.

eMiO ist ein vom Bundesverkehrsministerium gefördertes Projekt im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main. Die für die Koordination der Modellregion-Projekte zuständige Projektleitstelle ist im Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke-Gruppe angesiedelt und war 2015 im Sparda-Bank-Hessen-Stadion auch Gastgeberin einer bundesweiten Fachkonferenz des Bundesministeriums zum Einsatz von E-Mobilität in kommunalen und gewerblichen Flotten. An der Konferenz, die die NOW GmbH – Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordinierte, nahmen Staatssekretär Rainer Bomba und der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir teil. Immer mehr Bedeutung im öffentlichen Verkehrsmix gewinnt die Elektromobilität in Form von Leihfahrrädern und -autos für die Anschlussmobilität an den ÖPNV-Knotenpunkten. An der eMobil-Station am Marktplatz stieg die Zahl der Nutzer von 400 (2013) und 476 (2014) auf 521 (2015). Ziel ist es, mit Hilfe weiterer eMobil-Stationen das Mobilitätsnetzwerk in Offenbach zukunftsorientiert zu erweitern. Dafür wurden 2015 bereits entsprechende Förderanträge gestellt.

Fahrgäste steigen in einern wartenden Bus.
© Alexander Habermehl

Sparauflagen umgesetzt

Aufgrund der schwierigen Haushaltslage Offenbachs hatte die Stadtverordnetenversammlung den Mobilitätsunternehmen in dem bis 2017 gültigen Nahverkehrsplans auferlegt, Mehrkosten neuer Mobilitätsanforderungen wie der Erschließung neuer Wohngebiete durch Einsparungen im bestehenden System zu kompensieren. 2013 und 2014 kam es deshalb zu umfangreichen Änderungen im Leistungsangebot.

2013 wurde das Liniennetz vielfältig optimiert, 2014 das Bedienungsangebot in den Tagesrandzeiten verringert. 2015 waren alle Sparauflagen des Nahverkehrsplans umgesetzt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember kam es deshalb nur noch zu geringfügigen Veränderungen.

Neuerungen und Änderungen zum Fahrplanwechsel

Am Sonntag, 11. Dezember 2016, ist Fahrplanwechsel im Rhein-Main-Verkehrsverbund. Für den Öffentlichen Nahverkehr in Offenbach ergeben sich in diesem Jahr keine nennenswerten Veränderungen. Weder ändern sich die Linienwege der OVB-Busse noch die Zahl ihrer Fahrten. Lediglich die Fahrtzeiten werden an der einen oder anderen Stelle angepasst.
Die einzige Neuerung bei der Linienführung betrifft den Schülerverkehr. Er wird mit dem neuen Fahrplan auf das Neubaugebiet An den Eichen ausgedehnt. Der Linienweg des Verstärkerfahrzeugs V05 wird damit um zwei Haltestellen erweitert. Die Fahrt beginnt jetzt an der Haltestelle „Eibenweg“ und führt über die Haltestelle „Ulmenstraße“ weiter wie bisher über Waldheim, Rumpenheim und Bürgel in die Innenstadt. Alle Informationen zum Fahrplanwechsel unter http://mobilitaet.soh-of.de      

Ausblick und Perspektiven

2017 bleibt das bisherige Leistungsangebot bei Bus und Bahn in vollem Umfang erhalten und wird durch den Ausbau alternativer Mobilitätslösungen wie Bike- und Carsharing sogar noch erweitert. Eine besondere Rolle spielt dabei das Leihfahrrad und die Elektromobilität mit Pedelecs und E-Autos. Als moderner Mobilitätsanbieter setzt die Offenbacher Stadtwerke-Gruppe (SOH) mit ihrem Geschäftsfeld Mobilität auf einen ausgewogenen und nachhaltigen Mix sich ergänzender Verkehrsdienstleistungen. Mit einer breiten Palette von Bus und Bahn, Mietfahrrad und innovativen Elektro-Leihfahrzeugen wie Pedelec und E-Auto knüpft die Unternehmensgruppe ein eng-maschiges Netz umweltfreundlicher Nahverkehrsmittel mit intelligenten Umsteige-möglichkeiten, komfortabler Anschlussmobilität und individuellen Verkehrsverbindungen von Tür zu Tür. Ein wichtiges Glied in dieser Mobilitätskette ist das Leihfahrrad. Bereits seit 2008 gehört es zum Mobilitätsangebot in Offenbach. Kostengünstig und umweltfreundlich ergänzt es die anderen öffentlichen Verkehrsmittel. Das Mietfahrrad eignet sich besonders gut für innerstädtische Distanzen, so etwa für die erste Meile zum ÖPNV oder für die letzte Meile von der Haltestelle nach Hause. Zusammen mit einem neuen starken Partner, der Bahntochter DB Rent GmbH, hat das Stadtwerke-Unternehmen NiO – Nahverkehr in Offenbach GmbH das Fahrrad-verleihsystem 2016 erheblich ausgebaut.

So genannte Call a Bike-Stationen mit zusammen 78 Mietfahrrädern finden sich nun an insgesamt 13 über das Stadtgebiet verteilten Standorten, vor allem an stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten in unmittelbarer Nähe zu ÖPNV-Haltestellen. Auch die 2011 als Projekt der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main eröffnete eMobil-Station am Offenbacher Marktplatz zählt zum Netzwerk alternativer Mobili-tätsangebote. Hier können zwei Elektroautos und 15 Pedelecs entliehen werden. 2017 wollen die beiden Betreiber, die OVB – Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH und der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV), das Vermietsystem schrittweise um fünf Stationen erweitern. Die ersten neuen eMobil-Stationen werden im Nordring (Nordend/Hafen) und im Stadtteil Bieber (Ostendplatz) entstehen. Wie die Call a Bike-Leihfahrräder können die Elektrofahrzeuge dann an einer belie-bigen Station entnommen und an einer anderen zurückgegeben werden. Die Nutzer können an den Stationen problemlos von Bus und Bahn umsteigen. Die Fahrzeuge sollen in das Auskunftssystem des RMV integriert werden und dann auch von dort aus reserviert werden können. Geplant ist, dass die Ausleihe auch per eMobil-App auf dem Smartphone möglich wird und so die Ausleihe per eTicket RheinMain des RMV ergänzt. Mit insgesamt sechs eMobil-Stationen soll die Elektromobiliät stärker in das öffentli-che Verkehrsnetz integriert und Bestandteil des Mobilitätsalltags werden. Gleichzeitig wächst das Netz öffentlicher Ladesäulen in Offenbach. Denn jeweils ein Ladepunkt pro Station soll auch privaten Nutzern von E-Autos zur Verfügung stehen.

Tarifwechsel erst zum Jahreswechsel

Auch in diesem Jahr ist der Tarifwechsel nicht mit dem Fahrplanwechsel, sondern mit dem Jahreswechsel verbunden. Der RMV hebt die Fahrkartenpreise zum 1. Januar 2017 verbundweit um durchschnittlich 1,9 Prozent an. In Offenbach ist ein durchschnittlicher relativer Preisanstieg von 2,5 Prozent bei den gängigen Fahrkartenarten zu verzeichnen. Betroffen hiervon sind eher die Gelegenheitsnutzer. Die Einzelfahrkarte etwa kostet zehn Cent (4,3 %) mehr. Die Preise der Zeitkarten steigen dagegen nur geringfügig um durchschnittlich 1,3 Prozent. Offenbach liegt damit in diesem Bereich deutlich unter dem RMV-Durchschnitt.

Fahrkartenart

bis 31.12.2016

ab 01.01.2017

Veränderung EUR

Veränderung %

 

 

 

 

 

Einzelfahrkarte Stadtpreisstufe OF (2) Erwach.

2,35 Euro

2,45 Euro

0,10 Euro

4,3

Kurzstrecke Stadtpreisstufe OF (2) Erwach.

1,65 Euro

1,70 Euro

0,05 Euro

3,0

Tageskarte Stadtpreisstufe OF (2) Erwach.

4,60 Euro

4,80 Euro

0,20 Euro

4,4

Wochenkarte Stadtpreisstufe OF (2) Azubi

15,50 Euro

15,80 Euro

0,30 Euro

1,5

Monatskarte Stadtpreisstufe OF (2) Erwach.

67,70 Euro

68,60 Euro

0,90 Euro

1,3

Jahreskarte Stadtpreisstufe OF (2) Erwach.

663,50 Euro

672,30 Euro

8,80 Euro

1,3

9-Uhr Monatskarte PS 4 Erwach. (z.B. OF - FFM)

105,60 Euro

107,00 Euro

1,40 Euro

1,3

Jahreskarte PS 4 Erwach. (z.B. OF - FFM)

1.293,60 Euro

1.311,20 Euro

17,60 Euro

1,4

65-plus Jahreskarte Stadtpreisstufe OF (2)

490,00 Euro

501,80 Euro

11,80 Euro

2,4

Vergleichsrechnungen: Mit einer Jahreskarte der Preisstufe 4 können Fahrgäste für 3,59 Euro pro Tag (vgl. letztes Jahr für 3,54 Euro) beliebig viele Fahrten in den jewei-ligen Tarifgebieten unternehmen. Mit einer Jahreskarte der Stadtpreisstufe 2 können Fahrgäste für 1,84 Euro pro Tag (vgl. letztes Jahr für 1,82 Euro) beliebig viele Fahrten in Offenbach unternehmen.
2.12.2016