Sprungmarken
Suche
Suche

Geschäftsführerin Anja Georgi & Olaf Ortmann in der OVB-Werkstatt.
Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe sollen leistungsfähiger und umweltfreundlicher werden. OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi und Olaf Ortmann, Leiter Betrieb und Technik, managen den Umbau des Mobilitätsunternehmens aus der Stadtwerke-Gruppe. © OVB
Dichtere Taktzeiten, längerer Linienbetrieb und umweltfreundliche Elektrobusse: Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) drehen zurzeit ein riesiges Rad. Gleich zwei große Projekte nimmt das Mobilitätsunternehmen aus der Stadtwerke-Gruppe in Angriff: Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird der der erste Teil des neuen Nahverkehrsplans umgesetzt.

Das Leistungsangebot wächst insgesamt um ein Drittel. Gleichzeitig wird die Elektrifizierung der Busflotte vorbereitet. 2019 soll der erste eBus in den Linienbetrieb gehen, in fünf Jahren bereits nahezu die Hälfte aller Stadtbusse elektrisch fahren.

Das Traditionsunternehmen OVB steht damit vor einer der größten Umbaumaßnahmen seiner 134-jährigen Geschichte. Geschäftsführerin Anja Georgi: „Mit dem dynamischen Wachstum Offenbachs nehmen auch die Mobilitätsanforderungen zu. Gleichzeitig stehen wir vor der Aufgabe, die Menschen möglichst umweltfreundlich zu befördern, um unsere Stadt von Luftschadstoffen zu entlasten. Wir nehmen diese Herausforderung an und stellen uns mit einem massiven Ausbau unseres Nahverkehrsangebotes sowie mit dem Einsatz vollelektrisch angetriebener Linienbusse als moderner Mobilitätsdienstleister neu auf.“
Sowohl die Verdichtung der Taktzeiten auf bis zu 7,5 Minuten und die Ausweitung des Bedienungszeitraums bis 1.45 Uhr als auch die schrittweise Elektrifizierung der gesamten Busflotte erfordern eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur, bei der kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. „Unsere größte Herausforderung dabei: Die Umstellung muss im laufenden Betrieb erfolgen“, erklärt Olaf Ortmann, Leiter Betrieb und Technik. „Wir müssen den Standort in der Hebestraße elektrifizieren und die Bestandsgebäude optimieren.“

Völlig neuer Fahrplan

Beginnend mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird der von der OVB-Muttergesellschaft NiO Nahverkehr in Offenbach unter Mitwirkung von Bürgerschaft, Politik und Verbänden aufgestellte Nahverkehrsplan umgesetzt. Das auf fünf Jahre ausgelegte Konzept sieht in der ersten Phase eine Verdichtung der Taktzeiten und eine zeitliche Ausweitung des Angebotes bis in die Nacht vor. In einer zweiten Phase soll zum Fahrplanwechsel 2019 das Liniennetz erweitert werden.

Aufgrund der Taktverdichtung stehen die Verkehrsplaner der OVB vor der Aufgabe, den Fahrplan völlig neu aufzustellen. Auf die Fahrgäste kommen damit bereits zum  Jahreswechsel 2018/2019 Veränderungen auf nahezu allen Linien zu. Das Mobili-tätsunternehmen,  das sein Leistungsangebot von 3,28 auf 4,47 Millionen Jahreskilometer steigern wird, nimmt für diesen Ausbau im Dezember weitere 15 Busse in Betrieb und stellt bis dahin zusätzlich 50 neue Fahrerinnen und Fahrer ein.
Dafür muss der Betrieb in der Hebestraße 14 umfassend ertüchtigt werden. Im Verwaltungsgebäude werden die Räume umstrukturiert. Der Fahrerraum wird ausgebaut und erhält neue Ablagefächer, der Pausen- und Aufenthaltsraum wird vergrößert, im Gegenzug der Kassenraum verkleinert. Zudem werden neue Geldzählmaschinen aufgestellt und die Sanitäranlagen erneuert.

Die für die Erweiterung des Leistungsangebotes im Dezember erforderlichen 15 Busse werden noch mit Diesel-Motoren betrieben werden. Weil es auf dem Betriebshof nun allmählich eng wird, werden die Fahrzeuge über Nacht auf einem Außengelände abgestellt. Zum Warten, Waschen und Tanken werden die Busse wieder zur OVB gefahren. Dafür ist zusätzliches Personal erforderlich. 

Ziel: 36 Elektrobusse bis 2023

Der „Zeitfahrplan“ für die Umstellung auf Elektromobilität sieht die Inbetriebnahme der ersten sieben eBusse gegen Ende des Jahres 2019 vor. Bis 2023 sollen nicht 27, wie ursprünglich noch im Nahverkehrsplan vorgesehen, sondern bereits 36 Stadtbusse elektrisch betrieben werden. Das entspricht etwa 45 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte. Um mit dem eBus-Betrieb starten zu können, müssen der Betriebshof und die Werkstatthallen im kommenden Jahr entsprechend umgebaut und Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Das Betriebsgelände muss hierfür an die 20 kV- Mittelspannungsversorgung angeschlossen werden, so dass die Fahrzeuge über Nacht im Depot mit ausreichend Energie versorgt werden können.
Um die eBusse zusätzlich auch während ihrer Umläufe zwischenladen zu können, ist geplant, vier Schnellladepunkte an der neuen Wendeanlage am Kaiserlei sowie einen weiteren Schnellladepunkt am Wendehammer im Neubaugebiet An den Eichen zu errichten.

„Unser Stadtbusverkehr“, so Anja Georgi, „soll leistungsfähiger und attraktiver werden. Mit Hilfe der Elektromobilität können wir perspektivisch trotz der steigenden Kilometerleistung die Emission von Kohlendioxid und Stickstoffoxiden verringern und damit einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten.“

19.07.2018