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Frisch gereinigt, vollgetankt und technisch durchgecheckt: Wenn frühmorgens die ersten Linienbusse die Fahrzeughalle in der Hebestraße 14 verlassen, hat das Werkstatt-Team der OVB bis in die Nacht hinein ganze Arbeit geleistet. 26 Mitarbeiter halten Offenbachs öffentlichen Busverkehr am Rollen. Und sie kümmern sich ebenfalls um externe Kunden, warten deren Busse, aber auch Nutzfahrzeuge oder Personenwagen. Flottenbetreiber wie Privatleute erhalten hier den kompletten Fahrzeugservice aus einer Hand.

Der große 16-Tonner muss eine Zwangspause einlegen. Sein Wasserkühler ist de-fekt und der Motor ist heiß gelaufen. Bei den hochsommerlichen Spitzentemperaturen keine Seltenheit. „Da versagen Kühler oder auch Klimaanlagen schon mal ihren Dienst“, sagt Markus Hein, Leiter KFZ-Technik bei den Offenbacher Verkehrs-Betrieben (OVB).

Der Ausbau ist aufwendig. Erst müssen Lüfter und Getriebeöl-Kühler raus. Ein hartes Stück Arbeit, zwei Mann packen gemeinsam an, um die massiven Teile herum zu wuchten. Frauen findet man deshalb in diesem Job selten. Das Hantieren mit den im Vergleich zum PKW ungleich schwereren Fahrzeugteilen, von der Batterie über das Auspuffrohr bis hin zu den riesigen Rädern stellt höchste körperliche Anforderungen an die Monteure.

Nicht nur, wenn der Kühler streikt, ebenfalls, wenn die Air-Condition versagt, bedeutet das für den Omnibus eine Auszeit. Denn in modernen Bussen lassen sich keine Fenster mehr öffnen. Schnell sind da im Fahrgastraum Sauna-Temperaturen erreicht. Umso wichtiger, dass die Klimageräte regelmäßig gewartet werden: Alle drei Monate werden die Klimafilter auf dem Dach und einmal jährlich, bei der großen Klimawartung, wird das Kühlmittel der Klimaanlage gewechselt.

Hochbetrieb in der Werkstatthalle

In der Werkstatt herrscht Hochbetrieb. Bis auf die Karosserie- und Unfallinstandset-zung sind alle sieben Arbeitsstände belegt. Der TÜV Hessen ist da und nimmt an einem 18 Meter langen Gelenkbusse die Hauptuntersuchung vor. Nebenan wech-seln zwei Mechaniker die Zylinderkopfdichtung an einem 300 PS-Dieselmotor aus. Eine arbeitsintensive, anstrengende Reparatur. Der geöffnete mächtige Motor wirkt wie ein großes Labyrinth aus Metall.

Auch wenn sie jährlich im Schnitt „nur“ 50.000 Kilometer zurücklegen: Linienbusse sind in ihrem Arbeitsalltag weitaus höheren Belastungen ausgesetzt als Reisebusse. Ständiges Anfahren und Abbremsen, immer wieder muss eine riesige Masse in Bewegung versetzt und wieder abgebremst werden. Dabei arbeitet der Motor im Liniendienst fast pausenlos und bleibt auch in den kurzen Standzeiten an den Haltestellen in Betrieb.

Trotzdem sind Gesamtlaufleistungen von über 500.000 Kilometern keine Seltenheit. Nach zehn Jahren werden die Fahrzeuge dann meist ausgemustert und verkauft. Oft sind sie anschließend noch bei ausländischen Verkehrsunternehmen in Betrieb.

Einmal jährlich zweitägige Inspektion

Um solche Leistungen zu erreichen, braucht es eine gute, regelmäßige Wartung. Einmal im Jahr, spätestens nach 60.000 Kilometern, muss jeder der 61 OVB-Busse zur Inspektion. Die Wartung erfordert einen etwa zweitägigen Arbeitseinsatz und kann auch schon mal unterbrochen und in Etappen fortgesetzt werden, wenn andere Fahrzeuge außerplanmäßig in die Werkstatt müssen und für den Liniendienst ausfallen.

Für solche unvorhergesehenen Reparaturfälle, aber auch für andere Serviceleistungen und für die TÜV-Abnahme steht ein wechselnder Reserve-Pool von sechs Fahrzeugen bereit. Für Inspektionen, die tägliche technische Kontrolle und kleinere Reparaturen, etwa, wenn das Fahrpersonal nach der Tour Mängel gemeldet hat, oder auch für das Auffüllen von Öl und Kraftstoff sowie für die tägliche Innenreinigung steht die benachbarte Revisionshalle zur Verfügung.

Mindestens einmal die Woche schließt sich eine Fahrt durch die OVB-eigene Waschstraße an – witterungsunabhängig, also auch bei frostigen Temperaturen in einer weiteren Halle. Diesen Service nehmen auch andere Busbetriebe gern in An-spruch. Und ebenfalls die Diesel-Zapfsäule im Hof wird mit Hilfe einer Kundenkarte häufig auch von gewerblichen Fahrzeughaltern oder Verbänden genutzt.

Ein 26-köpfiges Team, darunter KFZ-Schlosser, Elektriker, Karosseriespengler und Elektroniker, aber auch Fachkräfte aus der Materialwirtschaft und Mitarbeiter des Streckendienstes sind sieben Tage die Woche im Schichtdienst von jeweils 4.30 bis 2.15 Uhr im Einsatz, um jährlich rund elf Millionen Fahrgäste in Offenbach und Umgebung mobil zu halten.

Auch Personenwagen werden gewartet

Neben diesem Kerngeschäft, der Bereitstellung, Wartung und Instandsetzung der OVB-Flotte, empfehlen sich die Offenbacher Verkehrs-Betriebe ebenfalls als Werk- stattpartner für Unternehmen jeder Größe. „Wir übernehmen nach Vereinbarung Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten für einzelne Fahrzeuge wie für ganze Flotten“, sagt der Technische Leiter der OVB, Eberhard Werth. „Und zwar so, wie sich das gewerbliche Partner wünschen: schnell, zuverlässig, leistungsstark und günstig.“

Dank ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem fachlichen Know-how sind die OVB-Mitarbeiter Spezialisten für die Wartung ebenso von Nutzfahrzeugen und Omnibus-sen wie auch von Personenkraftwagen. Für sie wird auf dem Betriebsgelände eine separate PKW-Reparaturwerkstatt betrieben, deren Service nicht nur gewerblichen Kunden mit ihren Dienstwagen, sondern auch Privatkunden zur Verfügung steht.

Als Ersatzfahrzeug erhalten die PKW-Werkstattkunden demnächst für einen geringen Aufpreis ein Elektrofahrzeug angeboten.

Und natürlich sind die OVB auch Ausbildungsbetrieb. Derzeit werden hier drei junge Männer zum KFZ-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeuge ausgebildet.

Die OVB und ihr Werkstattservice

  •  Die OVB - Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH in der Hebestraße 14 sind ein Unternehmen im Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe (SOH).
  •  Mit insgesamt 61 Linienbussen legen die OVB und ihre Tochtergesellschaft MMO im Jahr 3,2 Millionen Kilometer zurück und befördern dabei rund elf Millionen Fahrgäste. Auf einem Liniennetz von rund 220 Kilometern werden über 270 Haltestellen angefahren. Rund 70 Prozent davon sind barrierefrei.
  •  Bei der OVB sind 105, bei der MMO 118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, darunter 26 OVB-Mitarbeiter und drei Auszubildende, die in der Werkstatt tätig sind.
  •  Zum Spektrum des OVB-Werkstattangebotes für Nutzfahrzeuge wie für Personen-kraftwagen gehört die ganze Palette eines modernen Servicebetriebes: Neben der Instandsetzung und Wartung mit HU-Vorbereitung und –Abnahme sowie Abgasun-tersuchung zählen dazu auch Achsvermessung, Ölservice und Reifenwechsel sowie Fahrtenschreiberprüfung oder EDV-Fahrzeugüberwachung.
  • Kontakt: Reparaturannahme (montags bis donnerstags 7.30 bis 16.15 Uhr, freitags 7.30 bis 14 Uhr) unter 069 / 84 00 04 - 852