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Eberhart Werth in der Werkstatt der OVB
Eberhart Werth, der Mann mit dem Zwirbelbart, verabschiedet sich nach über 42 Dienstjahren in den Ruhestand. © SOH
Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke-Gruppe und auch die Geschäftspartner und andere Weggefährten können es noch gar nicht so recht fassen: Eberhard Werth, OVB-Urgestein, verlässt die Offenbacher Verkehrs-Betriebe. Nach über 42 Dienstjahren verabschiedet sich der Technische Leiter und Prokurist Ende April im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand.

Das ganze Arbeitsleben im SOH-Geschäftsfeld Mobilität verbracht

Fast sein ganzes Arbeitsleben lang hat der gebürtige Offenbacher dem Mobilitätsunternehmen der Stadtwerke die Treue gehalten. Sein Handwerk hat er von der Pieke auf gelernt. 1975 fing er in der Hebestraße als Kraftfahrzeugschlosser an, 1981 legte er die Meisterprüfung ab. 1987 wechselte er in die Arbeitsvorbereitung und Auftragsplanung. 1997 wurde er Werkstattleiter und 2010 schließlich Technischer Leiter und Prokurist der OVB.

Der Mann mit dem markanten grauen Zwirbelbart („gewachsen ist er schnell, nur mit der Farbe hat es gedauert“) ist kein Mann der lauten Töne, sondern ein ruhiger, freundlicher und offener Typ mit Humor und optimistischer Grundeinstellung. Mit seinen Mitarbeitern hat er stets einen partnerschaftlichen Umgang gepflegt.

Von Kindheit an Kickers-Fan

Beliebt ist der begeisterte Kickers-Fan, der seit seiner Kindheit kaum ein Spiel auf dem Bieberer Berg versäumt hat, nicht nur bei seinem Werkstatt-Team. Der bekennende Offenbacher, der mit Ehefrau Monika ein Häuschen im Grünen bewohnt und sich selbst als anglophil bezeichnet, genießt auch über die OVB hinaus einen großen Bekanntheitsgrad.

13 Betriebsleiter und Geschäftsführer hat er in der Hebestraße kommen und gehen sehen. Erst mit der Konzerngründung der SOH im Jahr 2000 mit Jochen Böger an der Spitze sei mehr Ruhe in die Verkehrs-Betriebe eingekehrt, erinnert sich Werth. Bis zur Ausgliederung als GmbH waren die OVB, die in dem von Anja Georgi verantworteten Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke-Gruppe heute eine Tochter der Nahverkehrsorganisation NiO sind, eine Abteilung der Stadtwerke gewesen.

Technischen Wandel miterlebt

Eberhardt Werth hat nicht nur den Wandel von der reinen OVB-Werkstatt zu einem breit aufgestellten Werkstattbetrieb, der neben den eigenen Bussen auch andere Fahrzeuge wie etwa die Elektroautos der eMiO-Flotte wartet, aktiv begleitet. Er hat auch den großen technischen Wandel miterlebt, den immer stärkeren Einzug der Elektronik und die immer komplexeren Anforderungen an ein sich schnell weiterentwickelndes Arbeitsfeld, für das heute das Berufsbild des Mechatronikers steht.

Früher so Eberhard Werth, habe es mehr mechanische Bauteile gegeben. Die Reparatur sei überwiegend Handarbeit gewesen. Heute erfolge sie rechnergesteuert. „Vom Schraubendreher zum Prüfgerät“, bringt der Technische Leiter das griffig auf den Punkt.

Stolz auf die OVB als Ausbildungsbetrieb

Hinsichtlich Qualität, Ausstattung und Komfort seien die heutigen Linienbusse mit den früheren Fahrzeugen kaum mehr vergleichbar, sagt Eberhard Werth. Das Fahrziel etwa sei früher noch mit Linienbändern angezeigt worden. Heute genügten ein paar Klicks und nicht nur die digitale Anzeige, sondern auch das Kassenterminal sei neu programmiert. Und dort würden schon lange keine Fahrscheine mehr ausgegeben, die wie früher anschließend noch im Bus entwertet werden müssten.

Stolz ist der scheidende Technische Leiter darauf, dass die OVB seit vielen Jahren ein Ausbildungsbetrieb sind. Jährlich erlernt hier ein junger Mann sein Handwerk. Eberhard Werth: „… und viele von ihnen sind gern geblieben.“

Abscheid in der Werkstatt

Für ihn selbst ist am 20. April der letzte Arbeitstag. Verabschiedung, wie könnte es anders sein, ist in seinem ehemaligen „Reich“, der OVB-Werkstatt. Künftig wird er mehr Zeit für Haus und Garten oder auch für weitere England-Reisen, vor allem aber auch für sein großes Hobby, die britischen MG-Roadster, haben, die bereits auf weitere Ausfahrten warten.

„Bei den Stadtwerken habe ich meine berufliche Heimat und auch die Frau fürs Leben gefunden“, sagt Eberhard Werth.“ Mal schauen, was das Leben im Unruhestand nun für uns bereit hält.“

19.04.2018