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Betriebsleiter Mentzel sitzt hinter einer Trennscheibe an Steuer eines Bus
Betriebsleiter Alfred Mentzel nimmt in der OVB-Werkstatt hinter der frisch eingebauten und vom TÜV abgenommenen Schutzscheibe eines Offenbacher Linienbusses Platz. Schrittwei-se wird jetzt die gesamte Flotte mit Trennscheiben im Fahrerbereich ausgerüstet. © SOH
Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) der Stadtwerke beginnen damit, den Fahrerbereich ihrer Linienbusse mit Trennscheiben auszustatten. Im Laufe der nächsten Wochen wird schrittweise wieder der Verkauf von Einzelfahrscheinen beim Fahrpersonal ermöglicht.

Wegen der Corona-Pandemie mussten seit März zum Infektionsschutz der Fahrgäste wie des Fahrpersonals bundesweit die vorderen Türen von Linienbussen geschlossen bleiben. Der Ticketverkauf wurde eingestellt und der Fahrerbereich samt erster Sitzreihe abgesperrt.

Nun hat der TÜV den ersten von insgesamt 87 Offenbacher Stadtbussen mit eingebauter Schutzscheibe zwischen Fahrgästen und Fahrern abgenommen und damit grünes Licht für den Einbau weiterer Trennscheiben gegeben. Das Werkstatt-Team der OVB hatte zuvor unterschiedliche Einbauvarianten erprobt.  

Fahrzeuge müssen einzeln abgenommen werden

Die Fahrzeuge müssten noch einzeln abgenommen und anschließend der Einbau für jedes Fahrzeug von der Zulassungsstelle eingetragen werden, weil mit dem Einbau jeweils die Betriebserlaubnis erlösche, so OVB Geschäftsführerin Anja Georgi: „Dabei unterstützen uns die Kolleginnen und Kollegen im Bürgerbüro.“ Erst nach diesem aufwändigen Verfahren dürfe das Fahrzeug wieder in den Linienbetrieb genommen werden. „Aus Sicherheitsgründen“, so Anja Georgi, „ist dieses Vorgehen durchaus nachvollziehbar. Denn die eingebauten Scheiben dürfen den Fahrer beispielsweise nicht blenden und nicht durch Spiegeln die Sicht nehmen.“

Jetzt wird in der Werkstatt des Stadtwerke-Unternehmens mit Hochdruck gearbeitet, um schrittweise die komplette Busflotte mit den Schutzscheiben auszurüsten. Bis zum Spätsommer oder Herbstbeginn sollte dies abgeschlossen sein, so OVB-Betriebsleiter Alfred Mentzel.

Buss mit Ticketverkauf sind markiert

Solange ihre Stadtbusse nachgerüstet werden, verweisen die Verkehrs-Betriebe weiterhin auf den Einzelticketverkauf an den Fahrkartenautomaten der S-Bahn, am mobilen Verkaufsschalter am Marktplatz und im Stadtteilbüro Lauterborn. Darüber hinaus fordern sie zum kontaktlosen digitalen Fahrkartenkauf über die RMV-App auf. Sobald wieder mehr Busse einen Ticketkauf ermöglichen, werden auch die Fahrscheinkontrollen wieder verstärkt.

Stadtbusse mit Fahrscheinverkauf sind an einer besonderen Markierung am Einstiegsbereich zu erkennen. Weil ihre erste Sitzreihe nicht mehr gesperrt ist, bieten sie den Fahrgästen auch mehr Platz, um nach Möglichkeit die Sicherheitsabstände einzuhalten.

Durch den Wegfall des Verkaufs von Tickets im Bus fallen wichtige Einnahmen weg. „Der rasche Einbau von Trennscheiben ist mir daher ein wichtiges Anliegen“, so Mobilitätsdezernentin Sabine Groß. Die OVB hätten dafür kreative Lösungen für die unterschiedlichen Busmodelle entwickelt. 

„Das ist gut und wichtig. Ich bin aber auch erstaunt darüber, dass die Hersteller der Busse nicht zeitnah für die verschiedenen Modelle vom TÜV geprüfte Lösungen entwickelt haben. Das würde den Einbau in Offenbach, aber auch weit darüber hinaus, erleichtern und beschleunigen.“
Sabine Groß

Denn dieses Problem bestehe aktuell nicht nur bundesweit, sondern vermutlich weltweit.

„Der Einbau der Trennscheiben verursacht natürlich weitere Kosten“, so die Stadträtin. „Ich danke dem Land Hessen, dass es den Einbau jeder einzelnen Trennscheibe mit 750 Euro unterstützt.“.

Weiterhin Maskenpflicht in den Stadtbussen

Nach wie vor gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln die Pflicht eine Mund- und Nasen-Bedeckung zu tragen. Sabine Groß, die nicht nur für das Thema Mobilität, sondern auch für das Gesundheitsamt zuständig ist, appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Fahrgäste, die Hygienevorschriften einzuhalten: „Das Virus stellt weiterhin eine Gefahr dar. Damit sich das Virus nicht weiter verbreitet, gilt überall dort,  wo Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden können, die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.“

Das gelte in Bus, Bahn und im Flieger genauso wie beim Einkaufen. „Daher meine Bitte an alle Fahrgäste: Nehmen Sie Rücksicht aufeinander und Verantwortung füreinander. Denn nur gemeinsam schaffen wir es, gesund zu bleiben.“ Da die Einhaltung dieser Regelung essentiell sei, sei das Fahrpersonal angewiesen, bei Zuwiderhandlung den Bus anzuhalten und nötigenfalls die Polizei zu verständigen. 

03. Juli 2020