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Startschuss für den Umbau des OVB-Betriebshofs
Baubeginn bei den Offenbacher Verkehrs-Betrieben (OVB): Wirtschafts- und Verkehrsminis-ter Tarek Al-Wazir, OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi, Stadträtin Sabine Groß, Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther und OVB-Geschäftsführer Heiko Linne gaben den offiziellen Startschuss für den Umbau des Stadtwerke-Unternehmens zur Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb. © georg-foto.de
Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Offenbachs Mobili-tätsdezernentin Sabine Groß haben am 13. August in der Fahrzeughalle der Offen-bacher Verkehrs-Betriebe (OVB) gemeinsam mit den beiden OVB-Geschäftsführern Anja Georgi und Heiko Linne den offiziellen Startschuss für die Umstellung der Stadtbusflotte auf Elektroantrieb gegeben.
Bagger in der Fahrzeughalle der OVB.
Die Umbauarbeiten auf dem OVB-Betriebsgelände haben begonnen. © georg-foto.de

In einer der größten Umbaumaßnahmen in der 135-jährigen Geschichte des Traditionsbetriebes wird die Infrastruktur des Stadtwerke-Unternehmens umfassend modernisiert. Bei laufendem Betrieb werden der Betriebshof und die Fahrzeughallen ertüchtigt und eine neue Ladeinfrastruktur geschaffen. Die Projektsteuerung leistet das Schwesterunternehmen der OVB aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe, die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft.

Die Investitionskosten für die Elektrifizierung ohne Fahrzeugbeschaffung belaufen sich auf rund elf Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen abhängig von der Witterung bis Spätsommer 2020 abgeschlossen sein. Danach können die ersten Elektrobusse in den Linienbetrieb genommen werden.  

Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro

Für den Aufbau der Infrastruktur samt Instandhaltungsarbeiten sowie für die Umstellung von 36 der 87 Flottenfahrzeuge auf Elektroantrieb rechnet die Stadtwerke-Gruppe mit ihrem Geschäftsfeld Mobilität bis 2022 mit Kosten in Gesamthöhe von 40 Millionen Euro. An Fördergeldern geben das Land Hessen vier und der Bund acht Millionen Euro.  

Für die erste Tranche von sieben Elektrobussen sowie für den Aufbau der Ladeinfrastruktur und den Umbau der Werkstatt und des Betriebshofs hatten die Verkehrs-Betriebe bereits zum Jahreswechsel einen Förderbescheid des Landes Hessen über vier Millionen Euro erhalten.

Förderung über Europäischen Fond für Regionale Entwicklung

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung nutzte bei dieser Förderung Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Den Bescheid hatte Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in Offenbach übergeben.

Tarek Al-Wazir, Hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister:
„Unser Ziel ist ein intelligent vernetztes Verkehrssystem, das jede und jeden jederzeit schnell und klimaschonend ans Ziel bringt. Ich freue mich, dass gerade meine Heimatstadt die Verkehrswende mit einem deutlichen Ausbau des Stadtbusverkehrs vorantreibt und mit der schrittweisen Elektrifizierung der Fahrzeugflotte einen wichtigen Beitrag zur emissionsfreien Mobilität und damit zum Klimaschutz leistet.“

Der Minister lobte zudem das Offenbacher eMobil-Leihsystem: „Offenbach hat früh erkannt, dass es darauf ankommt, alle Fortbewegungsmittel zu einem gemeinsamen Netz zu verknüpfen.“

„Mit der Elektrifizierung der Stadtbusflotte nimmt die Elektromobilität in Offenbach sichtbar Fahrt auf“, so Stadträtin Sabine Groß. Durch den Umbau des Betriebshofes in der Hebestraße komme die Stadt ihren Zielen ein großes Stück näher. „Die schnell wachsende Stadt Offenbach investiert in ein gut ausgebautes und elektrifiziertes Nahverkehrssystem, um Probleme der Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen“, so die Mobilitätsdezernentin. Sabine Groß: „Ein attraktiver und leistungsfähiger ÖPNV ist eine tragende Säule der städtischen Gesamtstrategie zur Luftreinhaltung und damit ein wichtiger Baustein, drohenden Fahrverboten entgegenzuwirken.“

Elektrifizierung der Flotte bei laufendem Betrieb

„Mit dem Ausbau unseres Nahverkehrsangebotes sowie mit dem Einsatz vollelektrisch angetriebener Linienbusse stellen wir uns als moderner Mobilitätsdienstleister neu auf“, erklärte OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi zum Baustart. Größte Herausforderung sei dabei, den Standort bei laufendem Betrieb zu elektrifizieren und die Bestandsgebäude zu optimieren.

Für die neue Ladeinfrastruktur erhalten die OVB eine eigene 20 kV-Mittelspannungsversorgung mit drei Transformatoren auf dem rückwärtigen Betriebsgelände. Dazu wird eine zusätzliche Leitung von der Unteren Grenzstraße über die Hebestraße zum Betriebshof verlegt.

Mit Hilfe der neuen Stromversorgung können die Busse vorwiegend über Nacht im Betriebshof mit Energie versorgt werden. Dabei hebt sich jeweils ein Stromabnehmer (Pantograph) vom Busdach und kontaktiert eine von der Decke hängende Ladehaube. Diese Dachladung ist auch an den externen Schnelladepunkten an den Wendeanlagen Kaiserlei und An den Eichen geplant.

Veränderungen in Fahrzeughallen und in der Werkstatt

Die beiden Fahrzeughallen der OVB erhalten im rückwärtigen Einfahrtsbereich jeweils Emporen, die die Ladegeräte aufnehmen. Von diesen Ladegeräten führen dann Stromleitungen zu den einzelnen Kontakthauben. Um das Gewicht der Emporen besser über den Boden abtragen zu können, erhalten die Hallen jeweils ein neues niveaugleiches Betonfundament.

Auch in der Werkstatt wird es Veränderungen geben. Um die Energiespeicher, Pantographen und Klimaanalagen auf den Dächern der Busse erreichen zu können, werden ein Dacharbeitsplatz mit Krananlage sowie spezielle Arbeitsgeräte benötigt.

Ausschreibungs- und Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen

Wann genau die ersten sieben Elektrobusse in Betrieb genommen werden können, steht noch nicht fest. Das sowohl in rechtlicher auch als in technischer Hinsicht hochkomplexe Ausschreibungs- und Vergabeverfahren sei noch nicht abgeschlossen und erfordere gerade auch aufgrund der hohen Förderzuschüsse aus Steuermitteln eine äußerst sorgfältige Vorgehensweise, erklärt Anja Georgi.

Gerade bei der Ladeinfrastruktur müsse besonders vorausschauend geplant werden.  Für den späteren Fahrzeugeinsatz auch anderer Fabrikate müsse die technische Infrastruktur hoch kompatibel sein. Mit einer Auftragsvergabe rechnet die OVB-Geschäftsführerin noch in diesem Jahr.  

13. August 2019

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Strukturfonds der Europäischen Union zur Stärkung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts der EU. Im Rahmen ihrer Regionalpolitik fördert die EU in Hessen während der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ mit rund 240 Millionen Euro. Die Investitionen sollen das Wirtschaftswachstum nachhaltig stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Der Fonds wird in Hessen im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung verwaltet. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe wird das Ministerium durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) unterstützt.